Leitzkau l Die Krone des „Baumes der Erkenntnis“ ist ausladend, mit blauer und grüner Farbe gestaltet und versetzt mit einer Vielzahl von Buchstaben und Zahlen. Einige schweben an zaghaften Linien außerhalb der Zweige. Werden sie vom Baum angezogen oder in die Welt geschickt?

Kreativität werde von „geheimnisvollen Nebeln“ umhüllt, sagte Irene Mertens zur Ausstellungseröffnung. Was er letztlich sieht, müsse jeder Betrachter für sich selbst entscheiden.

In ihrer kurzen Einführung gab die Osterburger Textilgestalterin den zahlreichen Gästen der Vernissage ein paar Stichpunkte zu den grafischen Blättern und keramischen Skulpturen Gerd Bunzenthals und zu ihren eigenen Arbeiten an die Hand. Entstanden sind alle Exponate in den vergangenen zwei Jahren.

Bilder

Dem Magdeburger Gerd Bunzenthal geht es um Zusammenhänge, die sich aus inneren Strukturen ergeben und die von seiner Fabulierkunst zeugen. Er zeichnet gern Formen und Situationen, die als sensibel, humorvoll, teils auch skurril wahrgenommen werden. Sein Hang zum Humorvollen wird nicht zuletzt in seinen keramischen Skulpturen deutlich. „Wäre der Flur länger, würden sie noch mehr sehen können“, sprach Irene Mertens Gerd Bunzenthals Schaffenskraft und Kreativität an. Die Zeichnungen auf, die Arbeiten mit Tapete, die im Flur hängen, ziehen dann auch die Besucher an.

Viele Reize

 

Für Irene Mertens ist der „haptische Reiz des Materials“ ein ganz entscheidender Punkt. Also: Wie fasst sich das Material an, über welche Stofflichkeit verfügt es? Sie kombiniert gerne die verschiedensten Materialien und Techniken miteinander, beispielsweise Hand- und Maschinenstickerei, Stoffmalerei und Färbetechniken. In der Galerie des Schlosses Hobeck dominiert das große blaue „Camouflage“, eine textile bildhafte Collage. Es ist spannend, ihr zuzuhören, wie viele Arbeitsschritte und Entscheidungen notwendig sind, bis so eine Arbeit fertiggestellt ist. Ihre Anregungen entnimmt sie konkreten Erlebnissen oder einem Lied oder der Literatur. Nicht im lange Erprobten stecken zu bleiben, ist ihr wichtig.

Irene Mertens und Gerd Bunzenthal, die eine langjährige, künstlerische Freundschaft miteinander verbindet, sind gern auf Schloss Leitzkau zurückgekehrt. Das zweite Mal stellen sie hier in „diesem schönen Ambiente“ aus. Ihr besonderer Dank galt Viola Handke vom Förderkreis Kultur und Denkmalpflege, mit der die Vorbereitung der Ausstellung perfekt geklappt habe.

„Farben, Formen. Es ist ein Spiel. Es möge nie enden!“ Unter diesem Motto wurde die Ausstellung eröffnet. Zusätzlich zum Rundgang durch die Galerie konnten die Besucher das gesamte Schloss Leitzkau mit seiner abwechslungsreichen Geschichte kennenlernen. Irene Mertens hatte den Förderkreis Kultur und Denkmalpflege darum gebeten, dass am Nachmittag auch eine Führung angeboten wird.

Die Ausstellung in der Galerie des Schlosses läuft noch bis zum 29. Mai und ist von Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 14 Uhr sowie sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.