Burg l Die zahlreichen Besucher brauchten Unterm Hagen nur nach unten zu schauen, um zu erfahren, wie in Burg Städtebaufördermittel eingesetzt werden. Denn sie standen auf dem Abschnitt der Straße, der in den letzten Monaten grundhaft ausgebaut wurde, nachdem alle unterirdischen Versorgungsleitungen ausgetauscht waren. „Bevor die Straße zwischen Kreisel und Sternstraße in etwa zwei Wochen wieder freigegeben werden kann, müssen noch einige Restarbeiten erledigt werden. Das sind Pflasterarbeiten und die Anbindung zum Weinberg“, berichtete Iris Liebthal, sie seitens der Stadt Burg das Projekt betreut und zusammen mit Planer Sven Kersten alle Fragen rund um die Straßensanierung beantwortete, die demnächst im Kreuzgang fortgesetzt werden soll.

Kurz vor der Endabnahme der Baustelle konnten Liebthal und Kersten einschätzen, dass es keine Beschwerden der Anwohner gab, was dafür spricht, dass die Bauarbeiter den Kontakt und das Einvernehmen mit den Anliegern gesucht und gefunden haben. „Ich bin überzeugt, dass die neue Asphaltdecke auf der Straße den Anwohnern weniger Lärm und damit mehr Lebensqualität bringt. Und das alte Pflaster haben wir für die neuen Einfahrten und Stellplätze verwendet, so dass eine Symbiose aus alt und neu entstanden ist“, freute sich Iris Liebthal.

150 Meter Straße: Klein, aber oho

Zugegeben, der sanierte Straßenabschnitt ist nur 150 Meter lang. Aber in diesem Falle kann man getrost die Redewendung „Klein, aber oho“ benutzen, den die Straße übernimmt Erschließungs- und Verbindungsfunktionen von Ausstellungsflächen der Landesgartenschau 2018, verbindet Altstadtkern mit dem Innenstadtring. Rundum werden und wurden umfangreiche Städtebauförderungsmaßnahmen durchgeführt: Vom Abbruch mehrerer Industriebrachen bis zur Entwicklung hochwertiger innerstädtischer Grünbereiche in historischem Kontext.

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Aus dem Bau-Fachbereich der Stadtverwaltung waren Sonnabend auch Nicole Hildebrand und Sven Wagener vor Ort, um die Gäste des Straßenfestes zu fragen, für welche Projekte denn zukünftig Fördermittel in Burg eingesetzt werden sollen: Für die Sanierung der Schwimmhalle und die Gestaltung ihres Umfeldes? Für die Sanierung des Brigitte-Reimann-Geburtshauses in der Bahnhofstraße mit Ausstellungs- und Gruppenräumen? Für die Nutzbarmachung des ehemaligen Freibank-Gebäudes auf dem Schlachthofgelände, eventuell als Jugendklub? Oder für die Sanierung des Historischen Rathauses?

Weitere Projekte in Planung

Die Besucher des Straßenfestes konnten ihre Favoriten kennzeichnen und außerdem ihre Meinung in ein Buch schreiben. „Sach ma was!“, lautete die Aufforderung in Burger Mundart, und es konnte gelobt und gemeckert werden.

Wie die Stadtverwaltung waren am Sonnabend auch Laga-GmbH und Laga-Förderverein um größtmögliche Transparenz bemüht, indem Sonnhild Noack und ihre Mitstreiter die Laga-Projekte erklärten und Fragen beantworteten. Und weil eine der Laga-Kernflächen, der Weinberg, zum Greifen nah war, gab es Führungen auf den Berg, der aktuell recht „urwüchsig“ aussieht, die viele Gäste bemerkten. Sonnhild Noack gab zu, dass der Weinberg, bisher in Regie des Heimatvereins, seit etwa zwei Jahren nicht mehr gepflegt wird, nachdem mit dem Zuschlag für Burg als Ausrichter der Laga 2018 auch der Weinberg ins Konzept für die Blumenschau aufgenommen worden war. „Am Donnerstag erwarten wir den Stadtratsbeschluss zur Auftragsvergabe für die Neugestaltung des Weinbergs, und bereits im Juni oder Juli soll hier Baustart sein“, so Sonnhild Noack.

Burger Schwimmhalle hat Priorität

Zurück Unterm Hagen, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt war und eine Hüpfburg für die Kinder bereit stand, erläuterte Sven Wagener von der Stadtverwaltung noch einmal, dass ohne die Städtebauförderung mit den Programmen „Städtebauliche Sanierung“, „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ und „Stadtumbau Ost“ viele öffentliche und private Projekte auch in Burg nicht möglich gewesen wären. Die weitere Fördermittelgewinnung für die Stadt Burg setze weitere Planungen voraus, die man in Abstimmung mit den Bürgern und dem Stadtrat entwickeln und umsetzen möchte. „Deshalb heute auch die Möglichkeit zur Abstimmung, und ein Zwischenergebnis zeigt, dass den Burgern besonders ihre Schwimmhalle am Herzen liegt“, so Wagener.

Der „Tag der Städtebauförderung“ wurde am Sonnabend deutschlandweit in über 500 Städten und Gemeinden durchgeführt, in der näheren Umgebung auch in Magdeburg, Ziesar, Haldensleben, Tangermünde und Stendal.

Auch dort konnte man wie in Burg erfahren, dass die Städtebauförderung das Bild der Kommunen in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt hat.