Ihleburg l Zeitlich gesehen war die auswärtige Sitzung der SPD-Stadtratsfraktion in Ihleburg eine Punktlandung. Erst wenige Tage zuvor hatten Bauausschuss und Stadtrat zur Kenntnis nehmen müssen, dass eine Sanierung der Ihleburger Kindereinrichtung über das Förderprogramm Stark V nicht mehr möglich sei. Wesentliche Gründe seien die Kostenexplosionen im Baugewerbe, die den finanziellen Rahmen erheblich belasten, und zusätzliche Auflagen.

Mittel freischaufeln

Allerdings: Obwohl Ihleburg nach einem Beschluss des Burger Stadtrates nun nicht mehr in der aktuellen Stark-Förderliste enthalten ist, seien notwendige Sanierungsarbeiten nicht vom Tisch. Das versicherten Sachgebietsleiter Sven Wagener im Bauausschuss und auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) dem Stadtrat und in der Ortschaft. Jetzt sollen Mittel aus dem Werterhaltungs-Topf freigeschaufelt werden.

Worte, die Annemone Wustrau gern hörte. Die langjährige Kita-Leiterin ließ es sich nicht nehmen, die Kommunalpolitiker durch die Einrichtung zu führen, in der 27 Kinder betreut werden. Der Sanierungsstau ist an nahezu allen Stellen offensichtlich. Ortschaftsrat Ralf Huchel (CDU) machte deutlich, dass sowohl Ortsrat, Elternvertreter und Heimatverein ihren Beitrag leisten würden, um die Sanierung mit voranzutreiben. „Wir wissen, dass sich die Stadt bemüht und wollen gemeinsam helfen, damit hier Fortschritte sichtbar werden“, sagte Huchel, zugleich Mitglied im Burger Stadtrat. Diese Art Einigkeit in Ihleburg beeindruckte die SPD-Fraktionsmitglieder. „Es ist richtig, dass hier parteiübergreifend nach Lösungen gesucht wird“, lobte Ulf Möbius. SPD-Fraktionschef Heiko Jerkowski sicherte zu, über das Land weitere Fördermöglichkeiten für die Kita auszuloten. „Ich werde es versuchen. Denn hier muss in naher Zukunft etwas passieren.“ Einigkeit herrschte darin, baldmöglichst mit der Sanierung einer Gruppeneinheit beginnen zu können.

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Gerätehaus viel zu eng

Dringenden Handlungsbedarf sieht auch die örtliche Feuerwehr. Das jetzige Gerätehaus an der Ihleburger Chaussee ist viel zu klein und entspricht keineswegs den gesetzlichen Normen. Die Besonderheit: Bei einem Alarm können die Kameraden nicht im Feuerwehrgerätehaus aufsitzen, sondern erst, nachdem das Auto wenige Meter weiter zum Dorfplatz gefahren wurde. „Das Gebäude ist viel zu eng. Da kann nur der Fahrer schnell einsteigen“, erläuterte Wehrleiter Eckard Ostheeren den Stadt- und Ortschaftsräten. Zudem befinden sich Grundstücksflächen des Feuerwehrgebäudes mit Hof in privaten Händen. „Für unsere Feuerwehr ist das alles andere als ein optimaler Zustand“, urteilte Ortsbürgermeister Axel Rojahn. Er regte an, gemeinsam Gründe für eine Lösung des Problems zu suchen.

Für die Ortsräte ließe sich mit dem gemeindeeigenen Grundstück zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Kita an der Langen Schulstraße zumindest die erste Hürde nehmen. Dort könnte ein Gerätehaus, möglicherweise als Fertigbau, seinen Platz finden. Dieser Standort wurde von vielen Beteiligten als akzeptabel eingeschätzt. Auch bei diesem Projekt könnte mit Eigeninitiative Geld gespart werden. „Die Nähe zur Kita wäre für Jungen und Mädchen auch etwas Besonderes“, sagte der Ortsbürgermeister, der während der anschließenden Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus die Form von derlei auswärtigen Fraktionssitzungen als sehr konstruktiv bewertete.