Burg l Um zu gucken, wo und wie ihre gemeinsame Vorfahrin gelebt hat, trafen sich am Wochenende Familien aus Köln, Wuppertal, Darmstadt und München in Burg.

Stammbaum erstellt

„Am 22. Juni wäre meine Großmutter Ursula Asmus 100 Jahre alt geworden“, erzählt Enkelin Alexandra Halstenbach. Das war für sie Grund genug, ein Familientreffen zu organisieren. Es war nicht einfach, so sagt sie, bei der großen Verwandtschaft, „ihre Oma hatte drei Kinder, die ja mittlerweile selber alle Familie haben.“ Doch sie ließ sich nicht entmutigen, schließlich bestehe ja zu allen Kontakt. „Ich habe schon einigen Vorlauf gebraucht, um es genau auf das Wochenende des Jubiläums zu legen“, gesteht sie.

Alexandra Halstenbach musste gedanklich so manchen Ast ihres Stammbaumes erklimmen, um das Treffen mit einem ansprechenden Programm zu umrahmen: „Wir wollten ja nicht nur nach Burg kommen und hier zusammen etwas essen.“

Halstenbach stellte sich Fragen: Wo wohnte unsere Oma? Wie sah die kleine Stadt Burg damals aus? Und was ist davon heute noch da? Gibt es noch Familienmitglieder, die in Burg wohnen?

„Wo unsere Oma wohnte, das wusste ich ja“, erzählt Halstenbach, „Dann plante ich noch eine Stadtführung und einen Besuch in der „Alten Gerberei.“ So trafen sich die Familien vor dem Wohnhaus ihrer „Urmutter“ in der Mühlenstraße. Tatsächlich ist das Haus immer noch immer in Familienbesitz. Eine Cousine von Oma Ursula Asmus hatte es mal erworben und lebt jetzt dort. „Wir dachten, es wohnte niemand aus der Familie mehr hier“, so Halstenbach, „daher hatten wir auch nicht versucht, diese Cousine vorher zu kontaktieren.“

Zurück nach Burg

Reni Konkolewski heißt die Cousine. Sie war von dem unerwarteten Besuch sehr überrascht und freute sich über die sich plötzlich aufgezeigten familiären Verknüpfungen. Konkolewski kannte Ursula „Ulla“ Asmus noch persönlich. Sie konnte sich auch daran erinnern, dass die Familie Asmus in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Berlin zog. Im Zweiten Weltkrieg gingen die Asmusens aus der durch den Bombenkrieg gebeutelten Stadt wieder zurück nach Burg – in das Elternhaus in der Mühlenstraße.

Nach dem Krieg folgte nur Ursula dem Ruf der Großstadt und wollte wieder nach Berlin. Zurück blieb ihre Mutter Anna Asmus, die bis zu ihrem Tod 1978 in der Mühlenstraße wohnte.

„Wir waren öfter bei unserer Großmutter Anna“, erzählt Tillman Zichner. Als eines von drei Kindern von Ursula Asmus besuchte er Burg in den fünfziger Jahren. „Dann war ich 1992 nochmal kurz hier, auf der Durchreise“, erzählt er. Jetzt sei er gespannt darauf, „wie sich Burg verändert habe.“

Durch die Stadt führte Dr. Udo Voigt die Nachkommen. Danach zog es die Gäste zum Burger Heimatverein in der „Alten Gerberei“.

„Einer meiner Ururopas, ein Willy Ferchland, war Weißgerber“, erzählt Tillmann Zichner. Zusammen mit seiner Frau Gerlinde und Alexandra Halstenbach entwarfen sie einen Stammbaum, aus dem auch der jeweilige Beruf der Vorfahren aufgeführt ist. „Das macht es uns leichter, zu verstehen, wie sie damals lebten.“ Die Familien übernachteten in einem Hotel am Tränenberg. „Am Sonntag werden wir uns noch die Landesgartenschau angucken“, so Alexandra Halstenbach. Dann heißt es: abreisen.