Burg l Das Haus mit der Ziegelsteinfassade ist geschichtsträchtig, nicht nur als Relikt des DDR-Gesundheitswesens. Es ist als frühere Artillerie-Kaserne und Bezirkskommando auch ein Sachzeuge der Garnisonsstadt Burg.

Kurz nach der Wende wurde die Poliklinik an der Bahnhofstraße aufgelöst und das Haus fiel in einen Dornröschenschlaf. Jahr um Jahr hatte die Stadt Burg vergeblich versucht, einen Investor für das Grundstück in bester Lage zu finden. Indessen verkam das leerstehende Gebäude zusehens, auch durch Vandalismus.

Diesen traurigen Anblick hatte auch der Burger Andreas Zoch immer wieder vor Augen, bevor er sich jetzt entschloss, als neuer Eigentümer und Bauherr die Sanierung des Gebäudes zu starten. „Viele Burger kennen das Haus noch als Poliklinik, irgendwie hängt man daran, und mir geht es auch so“, sagte der Notar in dieser Woche beim Ortstermin mit der Volksstimme zu seiner Motivation, das nicht gerade kleine Projekt zu stemmen.

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Die Mitarbeiter einer Magdeburger Baufirma sind seit einigen Tagen im Gebäude, entkernen und reißen Nebengebäude auf dem Grundstück ab, bevor der Innenausbau beginnen kann.

Durch das undichte Dach ist Jahre lang Wasser in das Haus eingedrungen, so dass etliche Balken durchgefault sind. Sie werden durch Stahlträger und Hohldielen ersetzt, bevor die einzelnen Gewerke mit dem Innenausbau starten. „Aber die Substanz ist gut, die Mauern dick“, so Andreas Zoch.

Auch außen wird sich das Gebäude in Abstimmung mit dem Denkmalschutz verändern. „Wir brauchen einen zweiten Rettungsweg“, erklärt der Bauherr. Weil dieser an der Straßenseite entsteht, müssen drei vor dem Haus wachsende Linden gefällt werden.

Die 1150 Quadratmeter Gebäudefläche werden sich zukünftig auf 15 Zwei- und Dreizimmerwohnungen verteilen. Die späteren Mieter können sich über Fahrstuhl, Fußbodenheizung und Pkw-Stellplätze auf dem 1600 Quadratmeter großen Grundstück freuen.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Landkreis und dem Denkmalschutz laufe bei seinem Projekt bisher sehr gut, erklärt Andreas Zoch.

In Sachen Finanzierung arbeitet der Bauherr mit der Investitionsbank und der Sparkasse Jerichower Land „gut zusammen“.

Dass der Bedarf für die entstehenden 15 Wohnungen da ist, hat Andreas Zoch sofort gemerkt, nachdem das Bauschild stand. „Es gibt schon etliche Interessenten für die neuen Wohnungen“, so der Bauherr. Die neuen Mieter werden dann aus ihren Fenstern auf den Goethepark blicken, der bis zur Landesgartenschau 2018 ein echter „Hingucker“ sein soll.