Kita „Regenbogen“ Körbelitz

Ältestes Kindergartenkind wird zum 95-jährigen Bestehen gesucht

Das älteste ehemalige Kindergartenkind sucht die Kita „Regenbogen“ in Körbelitz anlässlich ihres 95-jährigen Bestehens. Zurzeit haben die Mädchen und Jungen hier bei der Feier von Geburtstagswochen viel Spaß.

Von Anke Reppin

Körbelitz - Am 1. September 1926 war die heutige Kindertagesstätte (Kita) „Regenbogen“ in Körbelitz als Erntekindergarten gegründet worden. Er diente der Landbevölkerung insbesondere in der Erntezeit als Unterstützung, damit auch die Mütter in der Landwirtschaft arbeiten konnten. In der Chronik der Kita findet sich ein Foto von den drei damaligen Gründerinnen Martha Schulze, Emma Weingärtner und Martha Schwarze. Es zeigt die drei Damen beim Kaffeetrinken.

Auch sonst ist die Chronik der Kita prall gefüllt mit Erinnerungen und Fotos aus 95 Jahren. Ein besonderer Hingucker ist ein altes Tagebuch der Kita, das am 1. Januar 1952 begonnen wurde zu schreiben. Vom wem? Das geht aus dem Tagebuch nicht hervor. Stattdessen wird vom Frühsport berichtet und davon, dass sonnabends die Kita nicht sehr gut besucht sei.

Um das Geheimnis rund um das Tagebuch zu lüften und weitere Puzzleteile zur Geschichte hinzufügen zu können, sucht die heutige Kita-Leiterin Nicole Krietsch anlässlich des Jubiläums nun das älteste ehemalige Körbelitzer Kindergartenkind und weitere Zeitzeugen, die helfen können, die Kita-Chronik weiter zu füllen. Sie können sich gerne telefonisch unter 039222/2644 an Nicole Krietsch und die Kita „Regenbogen“ wenden.

Im September dann soll es einen Tag der offenen Tür geben, an dem jeder Interessierte Gelegenheit haben wird, sich die Kindertagesstätte und ihre Geschichte anzuschauen und mit Kindern und Erzieherinnen das Jubiläum zu feiern.

Eine größere Feier hatte es eigentlich schon in dieser Woche geben sollen. Doch wie so oft in den vergangenen Monaten machte die Corona-Pandemie den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Gefeiert wird trotzdem. Im Rahmen von Geburtstagswochen finden viele kleine Aktionen statt, erzählt Nicole Krietsch. So beschäftigen sich die Mädchen und Jungen mit früheren Zeiten. Was hatten die Erzieherinnen damals an? Was haben Oma und Opa gespielt und sind sie überhaupt zur Kita gegangen? Wie sah die Kita früher aus? Nicht nur beim Spielen alter Spiele wird dabei viel gelacht in diesen Tagen im Körbelitzer „Regenbogen“.

Und auch das gehörte zur Geschichte der Kita: Der ehemalige Körbelitzer Ortsbürgermeister Eckhard Brandt begründete eine Tradition. Jahrelang stand er pünktlich um 9 Uhr mit der Pferdekutsche am Kindertag vor der Kita, um mit den Mädchen und Jungen eine Runde zu drehen. „Es liegt uns sehr am Herzen, diese Tradition in seinem Sinne fortzuführen“, sagt Nicole Krietsch. Erzieherinnen und Kinder seien Eckhard Brandt unendlich dankbar für die vielen schönen Besuche und traurig, dass er selbst die Kutschfahrten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr übernehmen kann.

40 Kinder werden zurzeit in der Kita „Regenbogen“ betreut. Träger der Einrichtung ist das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft Magdeburg.

Die Gründerinnen der Kindertagesstätte Martha Schulze, Emma Weingärtner und Martha Schwarz (v.l.n.r.).
Die Gründerinnen der Kindertagesstätte Martha Schulze, Emma Weingärtner und Martha Schwarz (v.l.n.r.).
Fotos (2): Kita Körbelitz
Alte Spiele, wie etwa das  Gummihopsen, spielen die Kinder zurzeit in der Kita ?Regenbogen?.
Alte Spiele, wie etwa das Gummihopsen, spielen die Kinder zurzeit in der Kita ?Regenbogen?.
Fotos (2): Anke Reppin