Ostdeutsche Sparkassenstiftung ermöglicht Restauration der historischen Deckenmalerei

Am Isterbieser Kirchenhimmel ziehen die Engel auf frischem Blau wieder ihre Kreise

Von Stephen Zechendorf

In der Kirche von Isterbies ist die historische Holzdecke wieder über dem Kirchenschiff eingebaut worden. Mit finanzieller Hilfe der ostdeutschen Sparkassenstiftung kann nun auch die Bemalung der notwendigerweise ausgetauschten Holzstellen erfolgen.

Isterbies l Sie ist wieder da, die alte Holzdecke aus dem Jahre 1731, und mit ihr die pausbäckigen Englein mit den goldenen Locken, die zwischen weißen Wolken um die Stiftertafel schweben. Doch an einigen Stellen schimmert statt uralter Farbpigmente des unbekannten Künstlers frisches Holz vom Kirchenhimmel. Hier hatte Holzrestaurator Mattias Schmerbach Ausbesserungsarbeiten durchführen müssen. Die Kirchendecke hatte in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund des undichtes Daches großen Schaden genommen. Die Malerei löste sich ab, das Holz wurde an zahlreichen Stellen morsch und musste ausgetauscht werden.

In einer ersten Förderung hatten die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Jerichower Land den Ausbau und die fachgerechte Restauration der Decke ermöglicht. Die Arbeiten begannen im Jahr 2012, im Sommer diesen Jahres konnten die Deckenbretter wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren. Hier müssen jetzt die Fehlstellen retuschiert und die Malerei gefestigt werden.

Für diese Aufgabe ist Restaurator Uwe Drott zuständig. Bis Jahresende wollen er und drei Restauratorinnen die Decke komplett haben. Um die Originalansicht wieder herstellen zu können, wurde die gesamte Decke vor ihrem Ausbau dokumentiert und in Gänze fotografiert. Allerdings wird auf die Verwendung der ursprünglichen Farbpigmente verzichtet, erklärt Uwe Drott: "In der Malerei des Barock war das Blaupigment namens Smalte für Himmelsdarstellungen bedeutsam. Es wäre aber hier zu kostenintensiv." Drott wird stattdessen eine moderne Farbe verwenden. Ziel der Restauratoren ist zudem nicht etwa, dass man die Unterschiede zwischen Alt und Neu nachher gar nicht sehen kann: "Aus der Nähe wird man sehen, dass wir am Übergang zur historischen Malerei kleine Strichellinien malen", verrät der Restaurator. "Aus der Distanz wird dies aber kaum zu erkennen sein." Derzeit jedoch wird mit Kompressen aus Papier und destilliertem Wasser eine letzte Reinigung aller Bretter vorgenommen.

Gesamtkosten 370 000 Euro

Die Kirchengemeinde und der Verein "Straße der spätgotischen Flügelaltäre" sind froh, dass es in der Kirche vorangeht. Der Verein hat im Seitenanbau das Informationszentrum für die Flügelaltar-Straße eingerichtet. Pfarrer Georg Struz freut sich, dass die Kirche mit reichlich originalem Interieur gerettet wird: "Wir sind dankbar, starke Partner zu haben. Es würde die Kräfte unserer Gemeinde übersteigen, so eine Aufgabe alleine zu bewältigen."

Auch Architektin Sina Stiebler, die die Arbeiten begleitet, ist zufrieden: "Das Dach und Deckenmalerei sind jetzt langfristig gesichert. Noch vor zwei Jahren war zu befürchten, dass die Kirche zerfällt." Der Verein und die Kirche konnten Fördergelder für die baulichen Rettungsmaßnahmen aquirieren. Landtagsmitglied Markus Kurze hatte die damals zuständige Ministerin Birgitta Wolff nach Isterbies geholt, für die Anbau-Sanierung gab es Geld vom Leader-Programm. Nur für die Deckenmalereien sah es schlecht aus: Es hatte keine Fördergelder gegeben, weil die Deckensanierung nicht zu den substanzsichernden Maßnahmen des Kirchengebäudes gehört, erläutert Sina Stiebler.

Die Gesamtkosten für die Kirchenschiffsanierung mit Dach, Decke und Fenster werden mit 370 000 Euro angegeben.