Parchau l  Jetzt konnte Detlef Pakebusch mit Isegrim am See wieder Bekanntschaft machen: „Um 7.30 Uhr stand er etwa 50 Meter vor mir“, schilderte der Vorsitzende des Bungalowvereins. Pakebusch war gerade mit seinem Mischlingshund auf Gassi-Runde, begleitet sogar von der Katze. Dann machte er lauthals auf sich aufmerksam – und der Wolf zog gemächlich von dannen. Genau in die Richtung, wo in der vergangenen Woche Mitarbeiter des Wolfskompetenzzentrums Iden (wzi) eine Wildkamera installierten. „Schade“, sagt Pakebusch. „Ausgerechnet Donnerstag hatte ich mein Handy gerade nicht dabei.“ Eine gefährliche Situation sei aber nicht entstanden. „Vielmehr mache ich mir Sorgen, wenn der Wolf einmal durch die engen Wege der Bungslowsiedlung läuft und möglicherweise an den jeweiligen Enden auf Menschen trifft“, sagt der Parchauer.

Dass sich Isegrim tatsächlich in der Region wohl fühlt, bestätigte auch ein Foto auf der Wildkamera. Ein kleiner Teil des Wildkörpers war auf einem Bild zu sehen. Fachfrau Julia Kamp vom wzi erkannte einen Wolf. Hätte die Kamera eine halbe Sekunde früher ausgelöst, wäre Isegrim wahrscheinlich komplett zu sehen gewesen.

Ob es sich dabei um ein und denselben Wolf handelt, der in den vergangenen Wochen und Donnerstagmorgen beobachtet wurde, ist indessen ungewiss. „Der Wolf gestern war schwarz-braun, der andere eher grau meliert“, sagt Pakebusch. Für Gewissheit soll die Wildkamera sorgen, die in der Nähe der Bungalows auch in den kommenden Tagen scharf gestellt bleibt und auch eine andere Kamera, die in Kooperation mit Jäger Matthias Kuntz in der Feldmark aufgehängt wurde, sagte Julia Kamp. Die Biologin wird am kommenden Dienstag, 26. Februar, ab 19 Uhr im Gemeindezentrum zum Thema Wolf einen Vortrag halten und auch auf die aktuellen Sichtungen eingehen. Anlass zur Sorge bestünde nach den Begegnungen im Naherholungsgebiet ihrer Ansicht nach nicht. „Der Wolf hat schnell Reißaus genommen. Das ist erstmal ein typisches und gutes Zeichen“, so die Expertin.