Wohnungsbau

Apartments für Senioren werten Burg-Süd auf

Nur noch wenige Wochen und die ersten Mieter werden den „Gabrielenhof“ in Burg-Süd beziehen. Eine weitere Millionen-Investition soll den Stadtteil deutlich aufwerten und zahlreiche Vorteile aufzeigen.

Von Mario Kraus
Katrin Baltschun an einer Küchenzeile eines Appartements, das in dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus in Burg-Süd entstanden ist. Im Juni werden hier die ersten Mieter einziehen.
Katrin Baltschun an einer Küchenzeile eines Appartements, das in dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus in Burg-Süd entstanden ist. Im Juni werden hier die ersten Mieter einziehen. Foto: Mario Kraus

Burg

An vielen Stellen haben die Handwerker im Burger Südring 13 in der Nähe der Bundesstraße 1 noch viel zu tun. 18 zumeist regionale Unternehmen haben sich hier bislang ein Stelldichein gegeben. Jetzt ist der Wandel des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses zu einer zeitgemäßen Seniorenwohnanlage nicht mehr zu übersehen. Anfang Juni werden die ersten Mieter einziehen. „Dann haben wir ein großes Stück geschafft und freuen uns auf den Alltag mit unseren Senioren“, sagt Jeanett Enke von der gleichnamigen Investorengruppe.

25 Ein-Raum-Wohnung entstehen

31 Wohnungen sind dann fertiggestellt – davon 25 Ein-Raum-Wohnungen und sechs Zwei-Raum-Wohnungen, die zwischen 30 und 50 Quadratmetern variieren und einen hohen Standard aufweisen, wie Aufzüge sowie Balkone beziehungsweise Terrassen. Angebunden ist auch eine Tagespflege, die einen Platz von etwa 500 Quadratmetern einnehmen wird. Das Gesamtkonzept stoße bei vielen älteren Menschen auf große Resonanz, sagt Jeanett Enke. Nicht zuletzt, „weil es auf einem Rundum-Betreuungskonzept fußt. Der Wohnpark richtet sich an Menschen, die ihren Alltag nicht mehr ohne Unterstützung bestreiten können. Er ist eine gute Grundlage, um Senioren die notwendige Sicherheit zu geben, ohne das Maß an Freiheit in den eigenen vier Wänden zu verlieren“, sagt Mitarbeiterin Katrin Baltschun. Sie führt in diesen Tagen viele Interessenten durch die Wohnungen und ist selbst begeistert vom Komfort. 

Und weil die Nachfrage ungebrochen sei, werde noch in diesem Jahr mit dem Bau eines zweiten Gebäudes mit weiteren 19 Wohnungen begonnen, kündigt Enke an. Der Komplex soll dann überwiegend Zwei-Raum-Wohnungen mit etwa 60 Quadratmetern beherbergen. Integriert werden unter anderem Physiotherapie, Küche, Café und Friseur.

Grüngürtel samt See und Terrasse geplant

Zeitgleich legen sich noch Firmen ins Zeug, um das Außengelände, das rund 10.000 Quadratmeter umfasst, nach und nach zu gestalten. Die Bewohner sollen sich inmitten eines Grüngürtels samt See und Terrasse wohl fühlen und dort auch ihre Zeit verbringen können. „Das Gelände wird man nach der Gestaltung nicht wieder erkennen“, ist sich Jeanett Enke sicher. Daran sollen nicht nur die Bewohner des Seniorenparks ihre Freude haben, „sondern auch alle anderen Burger dieses Stadtteils“.

Die Geschäftsfrau und gelernte Krankenschwester setzt auf ein enges Miteinander zwischen Jung und Alt – und stützt sich damit auch auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das dem einst abgeschriebenen Stadtteil wieder eine Perspektive gibt, weil er Platz für verschiedenste Wohnformen bietet. Stadtplaner Stephan Westermann sieht Burg-Süd, wo derzeit 1550 Menschen leben, durchaus im Aufwind. So sollten „die infrastrukturellen Lagevorteile des Quartiers“ mit Kindereinrichtungen, Schule, Nahversorgung, Verkehrsanbindung und Fernwärme weiter genutzt werden. Hier gebe es viele Vorteile – sowohl für junge Familien wie auch Ältere. Und weil Flächen zur Verfügung stehen, will die Stadt auch Möglichkeiten ausloten, den privaten Eigenheimbau beispielsweise an der Yorkstraße zu entwickeln, kündigt der amtierende Bürgermeister Jens Vogler an.

Er hält die Idee des „Gabrielenhofes“ für „absolut gelungen“, weil Wohnen und Pflege miteinander verknüpft werden und ein „ehemals leerstehendes Gebäude wieder sinnvoll genutzt wird“.

Das Gebäude erhält auch eine Wärmedämmung und wird in Kürze fertiggestellt.
Das Gebäude erhält auch eine Wärmedämmung und wird in Kürze fertiggestellt.
Foto: Mario Kraus