Möser l Die technische Entwicklung macht es möglich. Wo der Fotograf zu Beginn der Fotografie noch ein Dreibein, einen schweren Holzkasten und Magnesium mit sich herumtragen musste, reicht heute ein Griff in die Hosentasche. Dort ist er, der Fotoapparat, mit dem auch telefoniert werden kann. Das Mobiltelefon eröffnet neue Welten, auch für die 15-jährige Schülerin, die nach eigenen Angaben Sonnenuntergänge besonders mag. Alischa Kotschik ist eine ganz normale Jugendliche, hat Spaß im Leben, geht auf das Gymnasium, hat die Sorgen, die ein Jugendlicher eben so hat. Doch Alischa hat auch ein Auge für die Dinge, die andere als gewöhnlich abtun würden. Genau diese Dinge, die auf Fotopapier gebracht ganz anders wirken, stellte sie nun im Bürgerzentrum Möser aus und lud Interessierte ein, sich mit ihr über ihre Werke und deren Sinn zu unterhalten. Geplant und Durchgeführt wurde ihre erste Fotoausstellung vom Heimatverein Möser. Die Vorsitzende Christiane Fuchs hatte Koordination und Finanzierung übernommen, wie die Schülerin dankend berichtet.

Natur als Inspiration

Alischa Koschik befindet sich auf einem Weg, auf dem immer wieder der Fokus aufs Detail gelegt wird, um das, was naheliegt, nicht in der Ferne zu verlieren. Nicht alles ist dabei auf ihren Bildern gleich erkennbar. Anderes sagt klar, was gesagt werden muss. Und dann – immer wieder Sonnenuntergänge. „Damit habe ich angefangen“, erzählt Alischa. Das Schwärmen für die Natur hat schon viele Fotografen inspiriert. Wohl auch deshalb ist er auf einem der Bilder zu sehen, der hauchdünne Spinnenfaden im Wind, der wie der Faden des Lebens erst ins rechte Licht gerückt werden muss, um ihn für sich zu erkennen.

Die Schülerin hat ihrer Ausstellung den Titel „Auf dem Weg“ gegeben. „Dieser Titel bedeutet für mich der Weg des Lebens. Auf diesem Weg gibt es viele Höhen und Tiefen“, meint sie.

Titel der Ausstellung: "Auf dem Weg"

Der Blick entscheidet eben, ob es die Hand ist, die einem zuwinkt oder zur Abwehr ausgestreckt wird. Auch davon erzählen ihre Bilder von denen sie mit ihrem Handy bereits 23.900 Stück gemacht hat. Nicht alle sind etwas für die Ausstellung gewesen, „viele erzählen aber vom Leben“, weiß die Schülerin zu berichten.

„Die Steine auf Eurem Weg sind viel kleiner als Ihr. Also allen Mut zusammennehmen und drüber steigen“, schrieb sie in der Einladung und genau so wirkt sie auch. Die Schülerin hat einen Traum, ein Ziel. Sie will eines Tages als Fotografin arbeiten. Die Welt ist dann wohl ihr Zuhause, auch wenn die Vorstellungen nach Familie und einer Heirat sehr bodenständig klingen. Die Natur ist bis dahin aber ihr Atelier. „Sie birgt so viele Geheimnisse“, meint sie.