Gerwisch l Noch laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, aber zum Sonnabend, 26. August, wollen Gerwischs Ortsbürgermeisterin Karla Michalski und die freie Journalistin Manuela Langner ihre Ausstellung zum „Breiten Weg im Wandel der Zeiten“ fertiggestellt haben. „Gerade auf den letzten Metern haben wir noch wichtige Informationen gefunden. Informationen, nach denen wir teilweise schon lange gesucht haben“, berichtete Karla Michalski.

Die Ausstellung wird auf Informationstafeln die Entwicklung des Breiten Weges schildern, beginnend mit dem Bau der Berliner Chaussee, dem Brand von Gerwisch am 21. Juni 1825 und dem Entstehen der ersten 26 Hofstellen von Neu-Gerwisch 1825 entlang der Berliner Chaussee.

Abschnitte aufgearbeitet

Aber auch die Abschnitte des Breiten Weges, die erst später bebaut worden sind, wie die Flächen der ehemaligen Zuckerfabrik oder die Grundstücke des DDR-Eigenheimprogramms, finden in der Ausstellung ihre Berücksichtigung. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf dem 19. Jahrhundert. Mit den aktuellen Fotografien zahlreicher Anwohner und ihrer Häuser (im Gebiet der 26 Hofstellen) durch die freie Journalistin Arlette Krickau ist die Ausstellung zugleich hochaktuell.

Dazu gibt es historische Aufnahmen und Ausstellungsstücke. Die Autorinnen der Ausstellung nehmen bis kurz vor Ausstellungsbeginn gerne noch alte Fotografien und Dokumente zum Breiten Weg entgegen. Die Originale gibt es selbstverständlich zurück.

Umfangreiche Recherche

Wenn auch der Breite Weg in Gerwisch im Mittelpunkt der Ausstellung steht, so hat die beiden Macherinnen ihre Recherche nicht nur in jedes erdenkliche Archiv der näheren und weiteren Umgebung geführt, sondern unter anderem auch nach Magdeburg, Berlin, Halle, Egeln und Halberstadt. „Die Verbindungen in die Städte waren viel früher da, als wir uns das vielleicht gedacht haben.“

Seit anderthalb Jahren recherchieren Karla Michalski und Manuela Langner an dem Thema. Besonders umfangreich hat sich dabei die Familiengeschichte der Schröders herausgestellt. Nur die Gerwischer, die zuhause die Wenzel-Chronik von 1925 zu liegen haben, können noch wissen, dass Schröder einst der größte Ackermann des Dorfes war, ihm sogar zwei Hofstellen gehörten. Sonst hat sich jede Erinnerung an die Familie verloren. Dabei haben gerade die drei Töchter des Schröder-Hofes beeindruckende, aber auch tragische Lebensgeschichten vorzuweisen.

Die Ausstellung verrät darüber hinaus, wer August Lehmann war. Seine Erinnerungstafel hängt in der Kirche, aber an ihn erinnern konnte sich schon lange keiner mehr. Die Ausstellung erzählt, weshalb Ortsschulze Andreas Ferchland 1877 die Kirchentür aufbrechen lassen wollte und löst das Rätsel, in welchem Jahr das „Deutsche Haus“ erbaut worden war.

Drittes Projekt

Die Ausstellung „Der Breite Weg im Wandel der Zeit“ ist inzwischen das dritte Projekt, dem sich Karla Michalski und Manuela Langner gemeinsam widmen. 2014 erschien die Broschüre zum Jahrhunderthochwasser 2013, ein Jahr später arbeiteten sie auf, wie sich Gerwisch in den 25 Jahren seit der Wende entwickelt hat. Eine Veröffentlichung dieses Projektes steht allerdings noch aus.

Parallel zur Ausstellung wird eine Broschüre erscheinen, die den „Breiten Weg im Wandel der Zeit“ intensiver betrachtet, als das auf den Informationstafeln möglich ist.

„Alle Geheimnisse konnten wir unserem Breiten Weg noch nicht entlocken. Aber wir haben im Laufe unserer Arbeit gelernt, dass es irgendwo Antworten auf so ziemlich jede Frage gibt. Meistens dann, wenn man am wenigsten damit rechnet“, blickte Karla Michalski auf die aufwendigen Recherchen zurück.

 

Die Ausstellung „Der Breite Weg im Wandel der Zeit“ wird am 26. August um 15 Uhr in Lentges Saal am Breiten Weg eröffnet.