Leitzkau l „Stein, Schere, Papier“, so lautet der Titel der Ausstellung der Zerbster Künstlerin Martha Irene Leps, die am Sonntag um 11 Uhr feierlich in der Galerie des Schlosses Hobeck in Leitzkau eröffnet wurde. Benannt nach einem Kinderspiel, zu dem auch immer eine Portion Glück gehört. Verlässt sich Martha Leps auf Glück, wenn sie ihre Kunst erschafft?

Breites Spektrum

„Auf Glück nicht“, sagt sie und lacht. „Aber spielerisch muss es schon immer ein bisschen sein. Wenn man zu verkopft herangeht oder unbedingt etwas erreichen will, wird es oft nichts. Ich arbeite meist spielerisch.“ Und so ist der Titel der Ausstellung nicht nur Name, sondern Programm.

Martha Leps probiert und verwirft viel, erzählt sie. Sie experimentiert mit dem Material, den Techniken, mit der Herangehensweise. So ist es nicht verwunderlich, dass die Ausstellung ein breites Spektrum an Arbeiten zeigt: Grafiken, Malerei, Skulpturen, Collagen.

Bilder

„Ich kann mich nicht auf ein Genre festlegen“, sagt Martha Leps. „Ich bewundere Kollegen, die eine künstlerische Richtung verfolgen, sie ausbauen und ein Werk anlegen. Bei mir ist es so, dass ich mich immer ein bisschen nach dem richte, was mich gerade beschäftigt. Und dann schweife ich gerne mal ein wenig ab“, lacht sie.

Besondere Technik

In ihrer Ausstellung in Leitzkau hat sie eine Art Resümee der vergangenen zehn Jahre versammelt – aber auch Aktuelles. „Ich zeige das, was im Moment für mich gültig ist.“

Bei der Zusammenstellung der Ausstellung ist ihr aufgefallen, dass sie sich schon vor zehn Jahren mit Wachs beschäftigt hat, erzählt sie. Eine Technik, die sie aktuell wieder aufgegriffen hat; Bienenwachs in Verbindung mit Papier. „Die Wärme des Bienenwachses, die Farbe, das Durchscheinen – das ist es, was mich momentan fasziniert und beschäftigt“, schwärmt Martha Leps.

So sind insbesondere auch die kleineren Wachsarbeiten „Bienenlust I-V“ bezaubernde Augenschmeichler: Dreidimensional anmutende Collagen auf goldgelb durchschimmerndem Hintergrund.

Zur Vernissage am Sonntagmorgen konnten an die 80 Gäste begrüßt werden, ein Fingerzeig, dass Martha Irene Leps‘ Kunst eine breite Anhängerschaft hat. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Heiner Donath, Leiter der Kreismusikschule Zerbst, mit Gitarrenimprovisationen.

Emotionale Zeiten

Emotional geprägt war die Laudatio von Detlef Birkholz, einem Potsdamer Künstler, den eine langjährige Freundschaft mit Martha Irene Leps verbindet. „Für Martha Irene“, begann er. „Herz und Hand, Hand in Hand. Schön ist nur, wer sich verschwendend gibt. Und, ich habe ausgeteilt mit vollen Kellen. Und, ich habe niemals Halt geliebt – und nie leis’ gespielt, mit meinen Narrenschellen.“

„Allein schon die Idee, uns mit einem Kinderspiel einzuladen, verrät viel über dich“, fuhr er fort. „Stein, Schere, Papier wird ausschließlich mit den Händen gespielt. Es ist wunderbar einfach und ein Spiegel deiner Kunst. Es steht für das Vergnügen an Spontanität, an lebhafter Spannung, an lustvoller Kommunikation – ohne Streit, friedlich und immer wieder neu.“