Möckern/Grabow l Bereits zum dritten Mal befassen sich Stadtverwaltung und Bauausschuss mit dieser Thematik. Zuletzt hatte die Stadtverwaltung von Möckern im Februar und März darüber informiert, dass man nichts gegen diese Problematik zu tun gedenke. Allein schon deswegen, weil die Stadt nur wenig dagegen tun kann.

Es geht um die sogenannte EU-Lärmverfügung für die Stadt Möckern. In solchen bundesweiten Lärmaktionsplanungen sind auf kommunaler Ebene Maßnahmen aufzuzeichnen, die zur Minderung von Lärmbelästigung der Bevölkerung beitragen. Das Umweltbundesamt empfiehlt solche Pläne immer dann, wenn nachts Personen mit mehr als 55 Dezibel belastet werden.

Nicht mehr als 55 Dezibel

In Sachsen-Anhalt sind solche Planungen erforderlich, wenn betroffene Einwohner an einer Hauptverkehrsstraße mit nächtlichem Beurteilungspegel von über 55 Dezibel in der Nacht bei der Lärmkartierung aus dem Jahr 2012 ermittelt worden sind.

In der Stadt Möckern gibt es im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes lediglich eine einzige solche Hauptverkehrsstraße, nämlich die Bundesautobahn 2. Wie nervig der Verkehrslärm auch in Möckern in der Lindenstraße oder in Loburg in der Dammstraße sein kann, findet in dem Lärmkonzept keine Berücksichtigung. Das Landesamt für Umweltschutz hatte auch für die Autobahn A 2 eine Lärmkarte erstellt und festgestellt, dass von den gut 13.400 Einwohnern der Stadt elf Personen im Bereich bei Grabow mit mehr als 55 Dezibel belastet werden.

Die Lärmwerte wurden nach Aussage von Möckerns Bauamtsleiter Arne Haberland nur rechnerisch – also auf dem Papier – ermittelt und nicht per echten Messungen vor Ort.

„Welche Lärmaktionsplanung könnte die Stadt Möckern also durchführen, um dieser Emissionsüberschreitungen Rechnung zu tragen“, formulierte Amtsleiter Haberland im zurückliegenden Bauausschuss die Frage, um gleich darauf die Möglichkeiten vorzustellen, die zumindest theoretisch möglich wären.

Eine Möglichkeit wäre eine Geschwindigkeitsreduzierungen auf der Autobahn in besagtem Abschnitt, zumindest in den Abend- und Nachtstunden.

Zweite Variante wäre die bauliche Änderung der Autobahn. Sprich, man verlegt gleich die A 2, wenngleich dies möglicherweise zu Lasten anderer Anwohner geschehen würde.

Eine Variante: Die Autobahn verlegen

Zu den baulichen Veränderungen könnte aber auch der Einbau von so genanntem Flüsterasphalt oder das Errichten von Lärmschutzwänden im betroffenen Bereich gehören.

Eine weitere Alternative könnte der Einbau von Schallschutzfenstern bei den betroffenen elf Anwohnern sein.

Bauamtsleiter Arne Haberland erklärte in der Sitzung: „Aus Sicht der Verwaltung sind alle Maßnahmen nur schwer umsetzbar.“ Die Empfehlung der Stadtverwaltung lautet daher, keine Aktion durchzuführen. Man stehe derzeit im Kontakt mit dem für die Autobahn zuständigen Landesbetrieb Bau, um zu klären, inwieweit eine Temporeduzierung wenigstens nachts möglich ist oder bauliche Änderungen wie Flüsterasphalt oder Lärmschutzwände eingeplant werden könnten, wenn sowieso an der Autobahn gebaut wird. Eine diesbezügliche Antwort des Landesbetriebes stand am Sitzungsabend noch aus.

Der Stadtrat von Möckern muss nun am 14. Juni entscheiden, ob es wirklich kein Lärmaktionskonzept geben soll. Die zugrundeliegenden Lärmkarten sowie weitere Unterlagen, die dieser Entscheidung der Stadt Möckern zugrundeliegen, müssten dann für einen Monat im Rathaus Möckern und im Rathaus Loburg zur Einsicht ausliegen. Gute Gelegenheit also für die betroffenen elf Anwohner, sich selbst ein Bild zu machen und gegebenenfalls zu Wort zu melden.