Gommern/Magdeburg l Am Montag beginnt an der Ortsumfahrung Gommern die Reparatur der Schäden an der Brücke über die Bahnstrecke Magdeburg-Dessau. Das teilte Peter Mennicke, Pressesprecher des Verkehrsministeriums in Magdeburg, mit. Aufgrund der starken Regenfälle am 2. August 2018 waren an den Rampen der Brücke im Zuge der B 184 große Teile der Böschung abgerutscht.

„Nach genauerer Betrachtung durch Fachgutachter erweisen sich die Schäden schwerwiegender als es auf den ersten Blick schien“, sagte der Präsident der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Uwe Langkammer, gestern in Magdeburg. Infolgedessen sei der Sanierungsaufwand auch höher. „Nach heutiger Einschätzung dauern die erforderlichen Instandsetzungsarbeiten voraussichtlich rund sechs Wochen“, gab Langkammer eine vorsichtige Prognose ab. Solange müsse der Abschnitt der B 184 gesperrt bleiben und der Verkehr weiterhin durch Gommern umgeleitet werden.

Schäden schwerwiegender als angenommen

Da merke man erst einmal, wie stark die Ortsumgehung Gommern vom Verkehr entlaste, stellte Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos) am Montagabend zur Sitzung des Wirtschafts-, Finanz- und Tourismusausschusses fest. Er bedauerte die Anlieger der Karither Straße, die aufgrund des häufig geschlossenen Bahnübergangs mit erheblichen Beeinträchtigungen leben müssten.

Nach Auskunft von Uwe Langkammer ist die Brücke selbst nicht beschädigt, jedoch sei es erforderlich, die Böschungen im Bereich der Fahrbahnanschlüsse zum Teil komplett zu erneuern. „An diesen hohen Dammlagen müssen zunächst mehrere tausend Tonnen Kies und Schotter neu aufgebaut und verdichtet werden. Darüber hinaus wird eine neue Bordanlage errichtet, damit das Regenwasser künftig besser abfließen kann“, erläuterte der Behördenchef die anstehenden Arbeiten. Erst danach sei es möglich, die Randstreifen der Fahrbahnen beidseitig der Brücke zu reparieren. Die Kosten ließen sich derzeit noch nicht exakt beziffern, würden sich voraussichtlich jedoch im unteren sechsstelligen Bereichbewegen, fügte er hinzu.

Auf der Sitzung des Wirtschafts-, Finanz- und Tourismusausschusses des Gommeraner Stadtrates hatte Heinz-Hellmer Wegener (CDU) das Thema Verkehr angesprochen. Er hatte auf den Volksstimme-Beitrag „Zweite Chance für die Elbbrücke?“ aus dem Juni verwiesen hatte. Demnach wandte sich Markus Bauer (SPD), Landrat des Salzlandkreises, an Verkehrsminister Thomas Webel (CDU)in der Hoffnung auf „die Reaktivierung der elbquerenden Schienenverbindung Barby - Güterglück im Güter- und Personenverkehr. Es geht speziell um ein Teilstück der ehemaligen ‚Kanonenbahn‘ mit der Elbbrücke Barby“. Heinz-Hellmer Wegener warnte davor, dass dieses Projekt zu Lasten der Strecke Biederitz-Gommern gehen könnte.

Barby-Vorstoß sorgt für Bedenken

Seine Bedenken, die bis zur Stilllegung der Strecke Biederitz-Gommern gehen, wurden von den anderen Ausschussmitgliedern nicht in vollem Umfang geteilt. Jürgen Michalek (CDU) verwies darauf, dass die Strecke erst in den zurückliegenden Wochen komplett neu ausgebaut worden sei.

„Die Hauptstrecke Magdeburg-Dessau wird wohl nicht verlegt“, war sich auch Jens Hünerbein sicher. Zumal die Fahrgastzahlen enorm seien. Trotzdem werde die Stadt bei der Deutschen Bahn nachfragen.

Während Gommern den Personenverkehr auf der Strecke unbedingt halten will, sei nichts entgegenzusetzen, wenn der Güterverkehr stärker über die andere Strecke gelenkt werde. Die häufigen Schließzeiten der Bahnübergänge in Gommern sorgen aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens für noch größere Rückstaus als ohne die Sperrung der Ortsumfahrung.