Wahlitz l An der Hindernisstrecke des Reitvereins vorbei führt in Wahlitz ein Waldweg, der die Nutzer auf einen ländlichen Weg nach Menz oder Gübs und damit direkt auf die B 184 bringt. Auf dem Waldweg herrscht wegen der Vollsperrung der B 184 in Wahlitz derzeit mehr Verkehr als üblich. Die Autofahrer wollen die offizielle, enorm zeitraubende Umleitung über den Bahnübergang Königsborn umgehen.

Nutzung des Wegs verboten

Die Nutzung des Waldweges/ländlichen Weges ist allerdings nach dem Feld- und Forstordnungsgesetz (FFOG) verboten. Nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr darf die Wege befahren. Eine entsprechende Ausschilderung ist vorhanden.

Anfang dieser Woche (16. September 2019) kontrollierten Polizei und Ordnungsamt der Stadt Gommern zum wiederholten Male gemeinsam. Bis zu fünf Fahrzeuge trafen am Kontrollpunkt aus beiden Richtungen aufeinander. Da von den beiden Regionalbereichsbeamten Thomas Häntsch und Karsten Dannemann sowie Moritz Schmidt vom Ordnungsamt nur jeweils ein Fahrzeug pro Richtung kontrolliert werden konnte, hatten die nachfolgenden Autofahrer die Wahl, zu wenden oder nachzuweisen, dass sie den Weg nutzen dürfen. Alle Autofahrer wendeten. Sie konnten auch nicht über den ländlichen Weg nach Magdeburg fahren, der parallel zur B 184 zwischen Wahlitz und Menz verläuft, weil dort zeitgleich die Biederitzer Regionalbereichsbeamten Oliver Großmann und Juliane Gobel den Verkehr kontrollierten.

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Pferde aus Ausrede?

„Sie sehen uns gleich auf der Koppel“, versprach ein VW-Fahrer, dessen braunes Pferd in Wahlitz stehen soll. Die RBBs reagierten skeptisch. Viele Autofahrer, die sie stoppten, begründeten die Nutzung des Waldweges mit ihren Pferden in Wahlitz. Der Ort sei aber auch über die offizielle Umleitung zu erreichen, hielten die Polizeibeamten dagegen.

Gemeinsam mit Moritz Schmidt und Kerstin Dömeland kontrollierten sie sowohl am frühen Morgen als auch in den Nachmittagsstunden, weil die ländlichen Wege laut den Beschwerden der Wahlitzer zu diesen Zeiten am häufigsten genutzt werden.

Beschwerde beim Bürgermeister

Die Wahlitzer beschweren sich jedoch nicht nur über die Nutzung der Wege, etwa die Hälfte der Nutzer stammen aus der Ortschaft. Einige teilten gegenüber den Polizeibeamten oder Ordnungsamtsmitarbeitern wiederum mit, dass sie sich nun beim Bürgermeister beschweren werden.

Jeden Autofahrer informierte Moritz Schmidt, dass es eine Anhörung geben wird. Darin besteht die Möglichkeit schriftlich zu begründen, weshalb die Nutzung des ländlichen Weges berechtigt war.

Teurer Schleichweg

Das wird dem Fahrer des Möbeltransporters vielleicht etwas schwerfallen. Er gab gegenüber den RBB an, einfach einem Auto mit JL-Kennzeichen hinterhergefahren zu sein. In der Hoffnung, dass der Autofahrer schon einen Schleichweg nach Gommern kenne. Das wird ihm nun 53,50 Euro nach FFOG kosten.