Brettin l Ein wesentlicher Schwerpunkt für die Sozialdemokraten bleibe das Thema Verkehr, sagte der Kreisvorsitzende Kay Gericke auf der Klausurtagung in Brettin. Und dabei müsse es in den kommenden Jahren endlich gelingen, den Eisenbahnübergang der Bundesstraße 1 bei Heyrothsberge „zu entschärfen“. Gericke: „Wir benötigen dringend eine Bahnüberführung oder einen Tunnel.“ Diese Forderung sei bereits vor vier Jahren schon einmal aufgemacht worden, allerdings ohne Erfolg. „Jetzt werden wir alle entsprechenden Gremien einschalten und auch die Gespräche mit dem Landesministerium führen.“ Seine Unterstützung dafür habe der Landtagsabgeordnete Falko Grube zugesichert, der Gast der Klausurtagung war. Gericke verwies darauf, das es im Jerichower Land rund 10.000 Pendler gebe und die B1 bei Unfällen auf der Autobahn als Umleitung diene. Angesichts häufiger Schließzeiten würden die Rückstaus und ihre Folgen immer größere Ausmaße annehmen. Betroffen sei schließlich auch der Rettungsdienst.

Zur Verbesserung der Verkehrssituation zählt für die SPD auch die öffentliche Nutzung der Eisenbahnlinie Loburg-Möckern-Biederitz. Die Strecke wurde mit Steuergeldern ausgebaut und wird aktuell nur von der Bundeswehr genutzt. „Das ist nicht akzeptabel“, sagte Kreisvorstandsmitglied Heiko Jerkowski. Zur Stärkung des ländlichen Raumes und im Interesse vor allem älterer Menschen sei es unverzichtbar, die Linie für den allgemeinen Verkehr zu nutzen, zumal ein Betreiber zur Verfügung stünde. Auch dieses Ansinnen, auf das sich die SPD bereits auf dem jüngsten Parteitag einigte, soll auf den Entscheidungstischen in Magdeburg landen. „Wir gehen fest von einer guten Lösung aus“, so Gericke.

Quote für den Wolf

Die müsse es endlich auch beim Dauerbrenner Wolf geben. „Bei diesem Thema gibt es leider nur Zustandsbeschreibungen, aber keine Zielrichtung, in welche Richtung sich die Population noch entwickeln soll“, sagte der Kreisvorsitzende. Dies sei auch eine große Unsicherheit für die Nutztierhalter. Gericke verwies auf die Agrargenossenschaft Karow, die seit Jahren immer wieder Wolfsübergriffe hinnehmen müsse. „So kann es insgesamt gesehen nicht weitergehen.“ Aus diesem Grund sei eine klare Quotenregelung unverzichtbar. „Wir wollen keine Ausrottung des Wolfes, aber eine Regelung des Bestandes.“ Schließlich verliere der Wolf immer mehr Scheu. Bei Möser habe er erst kürzlich einen 1,80 Meter hohen Schutzzaun überwunden.

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Überdüngung vermeiden

Klärungsbedarf sehen die Mitglieder der Klausur auch bei der Düngung landwirtschaftlich genutzter Felder. Durch Massentierhaltung und zahlreiche Biogasanlagen entstehe eine „Überdüngung der Flächen“, beklagte Kreistagsmitglied Otto Voigt. „Es gibt zu wenig mechanische Behandlungen des Bodens.“ Der Landkreis wurde aufgefordert, mehr Kontrollen durchzuführen.

Ja zur Gesamtschule

Festhalten wollen die Sozialdemokraten auf jeden Fall am Konzept einer Gesamtschule und dies auch im Kreistag forcieren. „Möglichst langes gemeinsames Lernen kann nur gut sein“, begründete Gericke. Als möglicher Standort würde sich perspektivisch die einwohnerstarke Region Biederitz/Möser anbieten. Auch deshalb, weil die Zahl der Schüler weiter steigen werde. Die bisherigen Schulstandorte sollen allerdings bestehen bleiben.

An der Klausurtagung nahmen 18 Genossen teil – Mitglieder der Kreistagsfraktion, des Kreisvorstandes und die Ortsvereinsvorsitzenden.