Millionen-Investition

Bauarbeiten am Zentralen Omnibus-Bahnhof in Burg enden im Juni

Die Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofes (ZOB) für insgesamt 2,9 Millionen Euro in Burg geht in die letzte Bauphase. Auch die Dachkonstruktion ist jetzt fertiggestellt und bereits ein Hingucker. Der Einweihung am 1. Juli steht nichts im Wege.

Von Mario Kraus
Die einzelnen Teile der neuen Überdachung auf dem Zentralen Omnibus-Bahnhof wurden in den vergangenen Tagen per Hand und auch mit Unterstützung schwerer Krantechnik montiert. Anschließend werden die Glasteile installiert.
Die einzelnen Teile der neuen Überdachung auf dem Zentralen Omnibus-Bahnhof wurden in den vergangenen Tagen per Hand und auch mit Unterstützung schwerer Krantechnik montiert. Anschließend werden die Glasteile installiert. Foto: Mario Kraus

Burg - Millimeterarbeit müssen die Kranführer auf dem Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) ganz in der Nähe des Bahnhofsgebäudes leisten, damit die einzelnen Stahl- und Aluminiumteile der Dachkonstruktion passgenau montiert werden können. Aber alles klappt wie am Schnürchen. Schließlich soll die neue, 30 mal 15 Meter große Überdachung fünf Bahnsteige überspannen und so in wenigen Wochen den Nutzern Schutz vor Wind und Wetter bieten. Die einzelnen Teile werden durch zwei 14 Meter hohe Pylone gehalten. Für den Burger Metallbaubetrieb Meyer und Sohn waren die Arbeiten eine Herausforderung. „Solch ein Projekt fügt man nicht alle Tage zusammen“, sagt Geschäftsführer Edward Meyer. Etwa drei Monate hatte der mittelständische Handwerksbetrieb mit 15 Mitarbeitern damit reichlich zu tun. Das Gesamtwerk, das die Magdeburger askania plan GmbH konzipiert hat, ist nun der Blickfang auf dem neu gestalteten ZOB und „schon etwas Besonderes“, sagen Iris Liebthal, Sachgebietsleiterin Tiefbau/Bauverwaltung der Stadtverwaltung, und der zuständige Planer Ingmar Spiegler.  Auch deshalb, weil die Dachoberfläche mit unterschiedlich farblich gestalteten Gläsern mit eingebettetem Sonnenschutz zusammengefügt wird. Die Farben spiegeln sich dann im Windschutz der Bänke wider.

15 Stellplätze für Kurzzeitparker

Auf dem neuen ZOB, der auch den Bau des inzwischen fertiggestellten Parkplatzes am Westring beinhaltet, entstehen neben den fünf Buseinstiegen ein Busausstieg und drei Stellplätze für Busse. Im südlichen Bereich ist ein kleiner Platz für Kurzzeitparker mit 15 Stellplätzen vorgesehen, der über eine separate Zufahrt von der Bahnhofstraße aus erreichbar ist. Ein Stellplatz wird als Behindertenparkplatz ausgewiesen, zwei Flächen können als Elektrotankstellen genutzt werden. Auch an Motorräder wird gedacht. Und: Um den Fahrzeugverkehr zu trennen, erhält der Bahnhof eine gesonderte Zufahrt, wobei in diesem Bereich weitere Behindertenparkplätze vorgesehen sind. Lage und Größe der Stellplätze, Busein- und -ausstiege sowie deren Zu- und Ausfahrtsbereiche wurden anhand der Schleppkurven für den 15-Meter-Linienbus bemessen.

„Großer Wert wurde von Anfang an auf die Barrierefreiheit gelegt“, versichert Iris Liebthal. Deshalb sind an den Knotenpunkten Bordabsenkungen im Gehweg hergerichtet worden, die durch Noppen- und Rillenplatten zusätzlich gekennzeichnet werden. „Auch die Ein- und Ausstiege zu den Bussen gestaltet die Baufirma barrierefrei“, so Liebthal.

Neuer Parkplatz wird gut angenommen

Da viele Pendler, darunter Auszubildende und Studenten, das Fahrrad bis zum Bahnhof nutzen, werden auf der Westseite des ZOB insgesamt vier Überdachungen für Fahrradständer installiert. Jede dieser Unterstellmöglichkeit bietet dann Platz für 16 Fahrräder. Als Fahrradständer sollen noch einfache Anlehnbügel aus Edelstahl montiert werden.

Der erste Teil des ZOB-Gesamtprojektes konnte bereits im August vergangenen Jahres offiziell übergeben werden – der neue Großparkplatz unter der Brücke der Landesstraße 52 mit 60 Einstellflächen, die nach Einschätzung von Stadt und Öffentlicher Nahverkehrsgesellschaft auch täglich von zahlreichen Pendlern genutzt werden. Diese zusätzliche Fläche hat letztlich auch dafür gesorgt, den Bereich für die Busse auf der anderen Straßenseite großzügiger zu gestalten.

ÖPNV soll attraktiver werden

Mit der Investition – Burg muss einen Eigenanteil von 600 000 Euro zahlen – leiste Burg auch einen Beitrag, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu machen, sagt Iris Liebthal. Auch deshalb würden derlei Projekte vom Land gefördert. Immerhin nutzen rund 1900 Ein- und Aussteiger täglich den Burger Bahnhof.

Bis Ende Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, dann steht die technische Abnahme auf dem Plan. Die offizielle Einweihung ist für den 1. Juli vorgesehen.

Iris Liebthal von der Stadtverwaltung und Planer Ingmar Spiegler zeigen auf den Plan des Zentralen Omnibus-Bahnhofes an der Bahnhofstraße.
Iris Liebthal von der Stadtverwaltung und Planer Ingmar Spiegler zeigen auf den Plan des Zentralen Omnibus-Bahnhofes an der Bahnhofstraße.
Foto: Mario Kraus