Burg l Gespannt schaut Rembert Schreiber vom Bauhof auf die etwa 60 Jahre alte Fichte, an der Martin Syska fachmännisch die Kettensäge ansetzt. Ein paar Schnitte und kurz darauf fällt der Baum fast auf den Zentimeter genau auf die vorgesehene freie Stelle. Und während Syska schon wenig später den Stamm entästet, misst sein Kollege Bodo Schweitzer die Längen, damit aus dem Stamm später noch Bretter zugeschnitten werden können, die die Stadt wieder verwenden kann. "So ergibt sich noch ein Nutzen", sagt Schreiber. Währenddessen schreddern andere Mitarbeiter die dünneren Äste. Arbeit, die auf dem Westteil des Friedhofes Hand in Hand und vor allem schnell vonstatten geht, damit die Besucher nicht allzu lange gestört werden. Einen Tag später werden dann schon die Baumstümpfe mit einer Fräse entfernt.

Umfangreiche Arbeiten nötig

Die umfangreichen Fällarbeiten auf dem Burger Ostfriedhof waren notwendig geworden, weil etwa 150 Bäume unterschiedlichen Alters vom gefräßigen Borkenkäfer befallen sind, darunter auch sechs so genannte stattliche Partnerbäume. Drumherum fanden bereits Urnenbestattungen statt. "Uns bleibt aber nichts anderes übrig, als auch diese Bäume zu entfernen", erläutert der zuständige städtische Mitarbeiter Wieland Günther. "Das machen wir nicht gern, aber im Interesse des anderen Baumbestandes muss es sein."

Heißer Sommer ist schuld

Schuld an der diesjährigen Plage ist der extrem heiße Sommer, der ideal für Schädlinge wie den Borkenkäfer war. Die bohren sich in die Baumrinde, um ihre Eier abzulegen. Die Larven ernähren sich dort von den saftführenden Schichten des Baumes, die dessen Lebensadern sind. So folgt nach dem Befall meist das Absterben. Ist die Käferpopulation so stark, können neben schwachen oder kränkelnden Bäumen auch gesunde befallen werden. Vor allem deshalb, weil sich der Schädling schnell vom Ei zum Jungkäfer entwickelt. Um mögliche Schädlingswellen aufzuhalten, bleiben nur Fällungen übrig. "Auch junge Bäume sind stark vom Käfer befallen", betont Günther. Selbst diese würden sich nicht wieder erholen, wenn sich der Borkenkäfer einmal richtig eingenistet hat.

Anstelle der gefällten Fichten sollen in Kürze mannshohe Laub- und Nadelhölzer gepflanzt werden, damit der Sinn solcher Partnerbäume bestehen bleibt.

Problem für die Forstwirtschaft

Der Borkenkäfer hat sich auch in der gesamten Forstwirtschaft zu einem Problem entwickelt. In vielen Regionen Deutschlands mussten in den vergangenen Jahren ganze Fichtenbestände abgeholzt werden, nachdem sie zuvor von Orkanen und anderen Wetterkapriolen geschädigt und dann vom Borkenkäfer heimgesucht wurden.