Burg l Nach Zeiten der Stagnation kommt der Eigenheimbau wieder in Fahrt. Beste Beispielse dafür sind Lostau oder Hohenwarthe, wo ein Wohngebiet nach dem anderen aus dem Boden gestampft wird.

Die Welle der Nachfragen erreicht zunehmend auch die Stadt Burg mit ihren Ortschaften. Niegripps Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa bekommt nahezu wöchentlich Anfragen nach Baumöglichkeiten. Der dortige Ortschaftsrat hatte bereits 2016 reagiert und ein 3,5 Hektar großes Gebiet An der Vossenbreite ausgewiesen. 25 Eigenheime sollen dort entstehen. Für Erschließung, Bau und Vermarktung steht ein Bauträger aus Magdeburg bereit.

Auch der Parchauer Ortsbürgermeister Lutz Wernecke ist froh, dass die Gemeinde als Wohnort beliebt ist und es nur ganz vereinzelt einmal leerstehende Häuser gibt. „Besonders freut mich, dass junge Parchauer wieder zurückkommen oder die Kinder von Alteingessenen hierbleiben und Wurzeln schlagen wollen. Dieser Tatsache wollen wir auch mit Bauland Rechnung tragen.“ Darum soll ein Gebiet am Dorfrand, das schon einmal beplant war, nun wieder aktiviert werden. Dabei handelt es sich um eine 3,7 Hektar große Grünfläche am Kirschenweg. „Das Areal kann nach und nach bebaut werden, ohne auf einmal zuviel Fläche zu versiegeln“, erläutert Wernecke.

Ausschuss gibt Zustimmung

Auf offene Ohren stieß das Vorhaben auch bei den Mitgliedern des städtischen Bau- und Umweltausschusses. Für Ulf Möbius (SPD) ist die Entwicklung nur logisch: „Wir haben eine Niedrigzinsphase und sehen, wie die sich außerhalb Burgs auswirkt. Darauf müssen wir reagieren und Flächen schaffen.“

Dominik Patté (SPD) sieht Eile geboten, da die Planungsprozesse einen zeitlichen Vorlauf benötigen. „Magdeburg ist mittlerweile teuer geworden. Wir sollten uns gewaltig anstrengen und ausloten, wo in der Stadt und in den Ortschaften noch gebaut werden kann. Sonst gehen die Interessenten woanders hin.“ Auch Ausschuss-Chef Clemens Engel (CDU) sieht einen „großen Nachholebedarf“ für die Stadt.

Frank Endert (Freie Wähler Endert-JL) fordert in diesem Zusammenhang, auch mehr Freiräume für das Bauen in der zweiten Reihe. „Das ist oftmals für Familien interessant“, begründet er.

In der Tat sind die Möglichkeiten, um den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen, begrenzt. Auf der städtischen Fläche an der Gustav-Stollberg-Straße sind jetzt alle Grundstücke veräußert worden. Eine Nummer größer ist das neue, privat erschlossene Wohngebiet „An der Alten Gärtnerei“ (Neuendorfer Straße), wo von den 27 bebaubaren Grundstücken inzwischen gut die Hälfte vergeben ist.

Altbauten vorhanden

In Schartau und Ihleburg gibt es augenscheinlich keinen Bedarf für neue Baugebiete, während in Detershagen am „Weiderevier“ noch bebaubare Grundstücke vorhanden sind. Die Stadtverwaltung rät Bauwilligen, sich nicht nur ausschließlich auf Neubaugebiete zu fokussieren, sondern auch Baulücken für ihre Vorhaben in Betracht zu ziehen.

„Wir haben außerdem noch viele Altbauten, die auf einen Investor warten“, sagt Pressesprecher Bernhard Ruth und erinnert damit an die Aktion „Altes Haus sucht Zukunft!“, die 2016 von der Stadtverwaltung gestartet wurde und mit der die Kommune mitwirkungswillige Eigentümer unterstützt.

Auf der Internetseite der Stadt Burg sind unter „Bauen und Wohnen“/„Altes Haus sucht Zukunft!“ aktuell acht Immobilien zu finden, die auch ihrem „Dornröschenschlaf“ geholt werden wollen, vor allem für die Burger Altstadt charakteristische Fachwerkhäuser.

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