Zeppernicker uneins über Ersatzpflanzungen an der Ortsdurchfahrt / Offene Fragen zu Bäumen in Loburg

"Bäumchen-wechsel-dich-Spiel" passt nicht allen

Von Stephen Zechendorf

Das Thema Ersatzpflanzungen beschäftigt die Menschen in den Ortschaften immer dann, wenn aus baulichen Gründen vorhandenes Grün entfernt werden muss. Nicht immer aber können Ausgleichspflanzungen exakt da erfolgen, wo die alten Bäume gerodet wurden.

Möckern/Loburg/Zeppernick l Heftig war der Protest bei den einen Anliegern in Zeppernick, als es hieß, dass im Zuge der Bundesstraßensanierung die altehrwürdigen Bäume und auch die erst vor wenigen Jahren geplanzten Bäume werden fallen müssen. Aber es gab auch solche, die sich freuten, dass sie künftig nicht mehr so viel Arbeit mit dem Herbstlaub haben würden.

Doch bereits in den ersten Bürgerinformationsrunden zeichnete sich ab, dass neue Bäume gepflanzt werden sollen. Der Ortschaftsrat bestätigte das dann auch so. Daher sollen noch in diesem Jahr etwa 60 Bäume in Zeppernick neu gepflanzt werden: Ein paar Apfelbäume an der alten Apfelallee, die meisten aber entlang der innerörtlichen Bundesstraße. Entsprechend des Ortschaftsratsbeschlusses werden es hier Linden sein, sagt Stadtbürgermeister Frank von Holly, der sich an den Beschluss gebunden fühlt: Der Schaden, sprich die Baumfällung erfolgte dort, also müssen, wenn möglich auch die Ausgleichsmaßnahmen dort erfolgen."

So soll es sein, auch wenn sich inzwischen in dem beschaulichen Ort zwischen Loburg und Möckern Widerstand regt: Einige Bürger wollen keine Linden, sie wollen lieber hochwachsenden Rotdorn - wohl auch der Pflege wegen.

Für erste Irritationen hatte im Ort gesorgt, dass nicht überall da, wo in den ersten Planungsskizzen Bäume vorgesehen waren, auch wirklich welche stehen können. Die Leitungspläne waren nicht so zuverlässig, wie man gehofft hatte. "Es lagen an einigen Stellen Versorgungskabel, auch dort, wo vorher Bäume standen. Bei den Arbeiten wurden Leitungen an Stellen entdeckt, wo sie nicht erwartet worden waren. Das geltende Gesetz verbietet es uns, dort wieder Bäume zu pflanzen", erklärt Frank von Holly. Inzwischen wurden die Leitungspläne aktualisiert und anhand derer gab es erneute Abstimmungen zwischen Ortschaftsrat und Bauamt Möckern, wo im Herbst welche Bäume gepflanzt werden sollen.

In Loburg keine Ersatzpflanzung

Anders verhält es sich im Kalitzer Weg in Loburg. Hier hatten die Ortschaftsräte geglaubt, dass im Zuge der Straßensanierung Bäume gepflanzt werden können, und zwar als Ersatzpflanzungen für die gefällten Linden am Münchentor. Doch weil es sich dort um Maßnahmen zur Gefahrenabwehr gehandelt haben soll, gibt es rechtlich gesehen keinen Anspruch auf Ersatzpflanzungen. Warum überhaupt der Begriff "Ersatzpflanzung" im Kalitzer Weg ins Spiel gebracht worden sei, könne man derzeit nicht nachvollziehen, erklärte Stadtchef Frank von Holly.

Soll das für den Kalitzer Weg etwa bedeuten: Kahl ist der Weg, kahl bleibt er auch? Nein, heißt es aus der Stadtverwaltung. Man wolle den Wünschen der Loburger Ratsleute hier trotzdem nachkommen. Allerdings habe der Loburger Ortschaftsrat zu gegebener Zeit nicht in solcher Form Vorschläge zu einer Bepflanzung gemacht, wie es seitens der Stadtverwaltung erbeten worden sei.

Dazu formulierte Stadtchef Frank von Holly: "Der Landesbetrieb Bau hatte uns mitgeteilt, dass er am Kalitzer Weg eine Ersatzpflanzung in einer Baumart durchführen werde. Dabei wurde uns die Baumart freigestellt. Entsprechend dieser Mitteilung erfolgte eine Vorlage an den Loburger Ortschaftsrat."

Der Ortschaftsrat Loburg hatte daraufhin den Ökologischen Beirat mit der Wahl einer Baumart beauftragt. Dieser wiederum war zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Artenvielfalt an Bäumen im Kalitzer Weg der Natur und den Menschen zugute käme. Entsprechend wurde eine Liste mit gleich mehreren Baumarten angefertigt. An erster Stelle stand die Baumart Linde.

Das jedoch kam offenbar in der Stadtverwaltung weniger gut an. Im jüngsten Ortschaftsrat Loburg mussten die Ratsleute mit Verwunderung feststellen, dass die aktuellen Planungen eine Bepflanzung mit nur Linden vorsehen. Die Begründung dazu liefert Frank von Holly: "Der Landesbetrieb Bau hat uns entsprechend seinem Ursprungsangebot zur Festlegung nur einer Baumart aufgefordert und zwar umgehend." Indem er kurzfristig die erstgenannte Baumart auf der Liste weitergeleitet habe, sei er stellvertretend der Aufforderung des Landesbetriebes nachgekommen, argumentiert der Verwaltungschef.

Nur Linden, das finden die Ortschaftsräte wiederum nicht so schön. Wozu habe man denn da den ökologischen Beirat konsultiert? Nun überlegt die Loburger BCU-Fraktion, auf eigene Kosten eine Mischbepflanzung entlang des Kalitzer Weges zu organisieren. Dazu sagt der Stadtbürgermeister: "Es steht dem Ortschaftsrat selbstverständlich frei, aus eigenen Mitteln - dann aber ohne den Landesbetrieb Bau - zu handeln." Ferner werde man nicht gegen den Willen des Loburger Ortschaftsrates handeln.