Heyrothsberge/Burg l Wer aus Richtung Magdeburg auf der Bundesstraße 1 ins Jerichower Land will, muss ab dem heutigen Montag Geduld haben. Und das bis zum Herbst. Die Bundesstraße wird vom Ortsausgang Magdeburg Richtung Heyrothsberge einspurig gesperrt werden, um den Baustellenverkehr rollen lassen und die Baustellenein- und -ausfahrt in diesem Bereich freihalten zu können. Darüber informierte das Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Fußgänger sowie Radfahrer werden an den Ampeln am Ortsausgang Magdeburg (Bereich Ehlegrund) und in Heyrothsberge jeweils auf die andere Straßenseite umgeleitet.

Sommerferien sollen für Entlastung sorgen

Gebaut wird ein neues Flughafensiel, diese Maßnahme ist Teil der Hochwasserschadensbeseitigung nach der Flut vor sechs Jahren. Bereits seit 2013 ist der linke Umflutdeich zwischen der Bundesstraße und dem Pretziener Wehr auf einer Länge von insgesamt 10,8 Kilometern saniert worden. Der letzte Abschnitt zwischen dem Pechauer Siel und der Haberlandbrücke bei Plötzky befindet sich in der Planung.

Insgesamt wird die Bundesstraße auf einer Länge von 200 Metern gesperrt. Die Baumaßnahme wird in vier Abschnitte unterteilt, wie Martina Große- Sudhues vom LHW auf Nachfrage erklärte. Zunächst wird die Baustelle vorbereitet, die Zufahrten werden eingerichtet. Dann wird das alte Flughafensiel abgerissen. Anschließend beginnt der Neubau des Sieles in Betonfertigteilbauweise, was für einen zügigen Fortschritt sorgen soll. Schließlich werden die Oberflächen wieder verschlossen.

Ferienzeit könnte günstig sein

Beim Landesbetrieb ist man optimistisch, dass sich die Stausituation in Grenzen halten wird. Zwar seien wegen der Lage der Baustelle unmittelbar vor der Brücke keine schnell erreichbaren Umfahrungsalternativen für den Autoverkehr gegeben, allerdings konzentriere sich der Zeitraum der Bauausführung auf die Urlaubszeit, sodass von einem minimierten Verkehrsaufkommen ausgegangen wird. In Sachsen-Anhalt beginnen die Sommerferien am 4. Juli, enden am 14. August.

Der Neubau des Flughafensiels ist notwendig, um die Standfestigkeit des Deiches zu sichern. Das Siel, einfach gesagt, ein Gewässerdurchlass im Deich, hat die Aufgabe der Entwässerung des Schwanengrabens durch den Deich hindurch. Wenn das Pretziener Wehr gezogen wird, ist das Siel zu schließen, um einen Rückstau der Flut in den Schwanengraben hinein wirksam zu unterbinden und somit die Wohngebiete in den Bereichen Puppendorf, Kleine Steinwiese und Ehlegrund vor Hochwasser zu schützen. Der Neubau kostet rund 600 000 Euro.

Wehr wurde beim Hochwasser 2013 geöffnet

Vor genau sechs Jahren, am 3. Juni 2013, wurde beim Elbehochwasser das Pretziener Wehr gezogen. Dadurch sank der Pegel um 50 Zentimeter. Bis zu 1500 Kubikmeter Wasser fließen durch das Wehr in den Umflutkanal ab. Das seltene Ereignis lockte Hunderte Schaulustige an. Der Effekt hielt allerdings nicht lange, eine Woche später, am 10. Juni, brach der Deich bei Fischbeck im Landkreis Stendal.