Lübars l Der Ortschaftsrat von Lübars hat in seiner Sitzung am Montagabend den Weg für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entlang der Bahnlinie Biederitz-Altengrabow freigemacht. Mehrheitlich befürworteten die fünf Ratsmitglieder einen diesbezüglichen Bebauungsplan sowie die dafür ebenfalls erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes (FPN) in dem betroffenen Bereich.

In der Sitzung des Lübarser Ortschaftsrates sollte auch über die eingegangenen Stellungnahmen der Fachstellen und Dritter zum Projekt beraten werden. Daniela Sandkuhl vom Möckeraner Bauamt erklärte dazu, es habe neben zahlreichen Unbedenklichkeitserklärungen lediglich eine kritische Stellungnahme von der unteren Naturschutzbehörde gegeben. Hier hatte man erklärt, die Planung „durchschneide den Landschaftsraum“. Diese Bedenken, so Daniela Sandkuhl, würden jedoch hinter dem bedeutsameren öffentlichen Interesse zurückstehen.

Baustart im Frühjahr 2021 angestrebt

Nach Angaben des Geschäftsführers der Castus GmbH, Alexander Rosenthal, liegt ein entsprechender Bauantrag für die Anlage bereits beim Landkreis Jerichower Land. Man hoffe darauf, im Frühjahr 2021 mit dem Bau der Anlage beginnen zu können, sagte Alexander Rosenthal am Montagabend der. Die Bauzeit für den Technik-Park gibt er mit etwa vier Wochen an.

Das Vorhaben, auf dem Areal zwischen Lübars und der Zufahrt zum Truppenübungsplatz Altengrabow eine PV-Anlage aufzubauen, beschäftigte den Lübarser Ortschaftsrat schon einige Jahre. Mit der Zeit ist die zu beplanende Fläche allerdings deutlich kleiner geworden. Von den im Jahr 2014 zunächst geplanten 48 Hektar schrumpfte der „Solarpark“ auf nunmehr 21 Hektar zusammen. Ausschlaggebend für die Reduzierung der zur Verfügung stehenden Fläche waren etwa Beschränkungen wegen naturschutzrechtlicher Belange, Auflagen der Bundeswehr und die Nachbarschaft zur Biogasanlage.

Als Investor tritt die Investorengruppe „Trianel“ auf. Trianel versteht sich als „Netzwerk von Stadtwerken“ und setzt bundesweit auf Solarparks und Windparks. Castus-Chef Alexander Rosenthal berät die Trianel bei dem Projekt in Lübars.

Stromerzeugung ein Jahr für 2000 Haushalte

Das betroffene Areal liegt etwa 1500 Meter von der Ortschaft Lübars entfernt und verläuft entlang der Bahnlinie. Eine Beeinträchtigung des Verkehrs auf der nahegelegenen Landesstraße durch gleißende Reflexionen der PV-Anlage sei nicht zu befürchten, heißt es.

Die Anlage schafft eine Leistung von 20 Megawatt. Die Investoren nennen eine Produktionsleistung von acht Millionen Kilowattstunden pro Jahr, das entspreche einer Versorgung von 2000 Haushalten pro Jahr. Die Einspeisung in eine hier verlaufende Mittelspannungsleitung sei bereits genehmigt worden, so Alexander Rosenthal.

Anlage soll 30 Jahre im Betrieb sein

Nach Vorstellung der Investoren soll die Anlage 30 Jahre betrieben werden. So lange ist das Areal auch gepachtet worden. Ob danach der – verpflichtende – Rückbau erfolgt oder eine Weiterführung beschlossen wird, steht heute noch nicht fest.

In einer früheren Projektvorstellung stellte der Investor in Aussicht, dass 70 Prozent der Gewerbesteuereinnahmen in Möckerns Stadtkasse flie- ßen könnten.

Diskussion um Solarpark auch in Tryppehna

Auch in Tryppehna stand am gestrigen Abend, 1. Dezember, das Aufstellungsverfahren für den „Solarpark Alte Kaserne“ auf der Tagesordnung.

Hier hatten die Ortschaftsräte erst im März die betreffende Fläche als geeignet für Freiflächen-Photovoltaikanlagen ausgewiesen.