Möckern l Das Jahr 2019 ist zwar längst vorbei, aber wenn Möckerns ehrenamtlicher Stadtwehrleiter Meik Schulz zur Jahresmitte vor den Mitgliedern der Verwaltung und des Stadtrates von Möckern seinen Jahresbericht zum Vorjahr hält, kommen immer auch Fakten und Themen auf den Tisch, die brandaktuell sind:

Zur Statistik: In der Stadt Möckern gibt es derzeit 27 Ortsfeuerwehren. Bei 27 Ortschaften in der Einheitsgemeinde mag das so klingen, als habe jeder Ort seine eigene Ortsfeuerwehr, aber das ist nicht so, führte Meik Schulz aus. Während die Ortschaft Rosian in ihren beiden Ortsteilen Isterbies und Rosian gleich zwei Wehren vorhält, hat Zeppernick mit fünf Ortsteilen schon seit Jahren nicht ein aktives Gerätehaus mehr.

Löschwasserkonzept Löschwasserkonzept

489 Einsatzkräfte erledigen in den Ortswehren ihren ehrenamtlichen Dienst. Hinzu kommen 20 Jugendfeuerwehren mit 161 Mitgliedern und acht Kinderfeuerwehren mit 70 Mitgliedern. Sie werden von 18 Jugendwarten betreut. Die Alters- und Ehrenabteilung besteht aus 221 Kameraden.

408 Einsätze zählt die Statistik für 2019, darunter waren 277 Brände. Beim Rückblick auf das Einsatzgeschehen im Jahr 2019 ging Meik Schulz nur auf einige Einsätze näher ein.

So erwähnte er den Flächenbrand an der Bundesautobahn 2 mit über 80 Einsatzkräften, einen Scheunenbrand im September in Drewitz, bei dem es Unterstützung der Bundeswehr-Feuerwehr gab, und den traurigen Einsatz Ende November, als bei einem Kellerbrand in Rottenau ein Brandopfer zu beklagen war.

Laubenbrände in Serie

Nicht unerwähnt blieb auch die Serie der Laubenbrände in einer Gartenanlage in Möckern. Sie nahm im November ihren Anfang und fand im Jahr 2020 ihre Fortsetzung. „Das war schon gruselig“, kommentierte der Stadtwehrleiter die Brandserie. Mit dem Fachdienst ABC des Landkreises Jerichower Land rückten Kameraden der Ortsfeuerwehr Möckern zum Hermes-Logistikzentrum in Haldensleben aus.

„Die Zusammenarbeit der Ortsfeuerwehren erfolgt auf solider Basis. Auch die Zusammenarbeit mit Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden funktioniert sehr gut“, lobte Meik Schulz das übergemeindliche Zusammenwirken der Wehren. „Ob mit Genthin, Zerbst, Gommern, Biederitz, Möser, Burg oder Elbe Parey – man hilft sich untereinander“, so Schulz. Er betonte die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit aller Ortsfeuerwehren. Daran solle weiter gearbeitet werden. „Gemeinsame Aus- und Fortbildungen, abgestimmte Einsatztechnik, es muss nicht jeder alles haben.“

Meik Schulz führte in seinem Bericht aus, wo künftig noch Handlungsbedarf ist:

Steigerung der Zahl

Von den in der Statistik 2019 angezeigten Atemschutzgeräteträgern absolvierten nur 82 plus zwei neu ausgebildete Kameraden die Atemschutzübungsanlage. Im Bestand der Möckeraner Feuerwehren wurde 2019 auch die Anzahl der Atemschutzgeräte um vier Geräte auf jetzt 125 reduziert. Auch hier macht es sich erforderlich, entweder mehr Atemschutzgeräteträger oder eine Reduzierung der Geräte. „Wir würden hier gern lieber mehr Geräteträger sehen“, so Schulz.

Ein Gerätewagen „Logistik“ mit Standort in Loburg sollte eigentlich schon in Betrieb sein, aber aufgrund der Corona-Pandemie war dies nicht möglich. Die Ersatzbeschaffung für das Löschfahrzeug LF 16 Kat-S der Ortsfeuerwehr Möckern konnte nicht, wie geplant, mit Fördermittel beschafft werden. „Hier gab es eine Ablehnung vom Land bei der Beantragung der Fördermittel“, bedauert der Stadtwehrleiter.

Eine weitere Aufgabe für das Jahr 2020 ist der Abschluss des Löschwasserplanes: „Hier sollen die Schwachpunkte in der Löschwasserversorgung dargestellt werden, um mit der Verwaltung Maßnahmen abzustimmen und umzusetzen. Bei der Fahrzeugbeschaffung soll die Risikoanalyse weiter verfolgt werden. Die Hoffnung, dass wir das Fahrzeug LF 16 Kat-S der Ortsfeuerwehr Möckern noch ersetzt bekommen, besteht noch“, so Schulz. „Der zusätzliche Erwerb von Führerscheinen ist in diesem Jahr wieder möglich. Hier gibt es wieder die Förderung vom Land. Eine entsprechende Bestätigung kam am 30. Juni.“

Digitalisierung wird vorangetrieben

„Die Baustelle ‚Erneuerung der digitalen Handsprechfunkgeräten“, die ab dem 31. Dezember 2020 nicht mehr weiter betrieben werden dürfen, besteht auch noch“, so der Stadtwehrleiter. Hier sei in der zurückliegenden Woche ein Fördermittelbescheid von Land eingegangen.

In der Vergangenheit war wiederholt die Aufwandsentschädigungssatzung in der Diskussion. „Hier sollte nichts überstürzt werden. Wir als Stadtwehrleitung bieten zusammen mit den Fraktionen und der Verwaltung ein Gespräch an, denn vernünftige Einsatzbekleidung und Einsatztechnik ist auch notwendig“, so Schulz.

„In den nächsten Jahren ist es auch eine Herausforderung genügend aktive Einsatzkräfte zu haben, um den Fortbestand jeder Feuerwehr zu gewährleisten. Das geht nur mit der Bevölkerung. Da hoffen wir auf mehr Engagement der Bevölkerung für die Mitarbeit in der Feuerwehr“, mahnt der Stadtwehrleiter. Sieben Mal wurden im Jahr 2019 Ortsfeuerwehren alarmiert, die aufgrund von nicht vorhandenem Personal nicht ausrücken konnten.

Ohne Feuerwehr läuft nichts

„Jeder Einwohner sollte darüber nachdenken: Wir schützen das Eigentum jedes Einzelnen, wir retten auch das Leben jedes Einzelnen, aber das geht nur, wenn genügend Personal in den Feuerwehren vorhanden ist. Denken Sie auch an das Dorfleben, ohne Feuerwehr läuft in vielen Orten nichts, oder nicht mehr viel“.