Burg l Die Polizei in Burg warnt vor einer neuen Betrugsmasche: Anrufer geben sich am Telefon als Polizisten aus. Die falschen Polizisten rufen zumeist in den späten Nachmittagsstunden an, bevorzugt bei Menschen, von denen sie vermuten, dass es sich um ältere Männer und Frauen handelt. Sie behaupten, von der Kripo zu sein und einen Einbruchdiebstahl in der Nähe der Angerufenen aufklären beziehungsweise weitere Einbrüche verhindern zu wollen.

Man habe Diebesgut bei einem festgenommenen Tatverdächtigen gefunden und wolle nun überprüfen, ob sich darunter Gegenstände oder Wertsachen befinden, die – möglicherweise bislang unbemerkt – aus den Wohnungen der Nachbarn gestohlen wurden. Gefragt werde zum Beispiel, ob das Sparbuch der Angerufenen noch da oder ob noch alles Geld vorhanden sei, sagt Polizeisprecher Flako Grabowski. Klares Ziel der Anrufe: weitere Ziele für Einbrüche auszukundschaften.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich um eine Abwandlung des Enkeltricks handelt. „Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, in der ja auch die Polizei verstärkt über Einbrüche und Schutz davor informiert, ist das eine nachvollziehbarere Geschichte als der Enkeltrick.

Enkeltrick in neuer Form

Bei den Anrufen in Burg Ende Oktober ist es zu keinem Schaden für die Angerufenen gekommen. Bei allen Telefonaten wurde laut Polizei die Verbindung plötzlich unterbrochen, bevor es zu detaillierten Auskünften über Wohn- beziehungsweise Vermögensverhältnisse gekommen ist. Damit seien die Anrufe auch nicht als Versuch einer Straftat zu werten und entsprechend wurde auch kein Strafverfahren eingeleitet, so Grabowski.

Anders lag der Fall bei einer 87-Jährigen in der Gemeinde Elbe-Parey. Hier wurde das Gespräch nicht abgebrochen. Der falsche Kripobeamte am Telefon hatte ihr mitgeteilt, dass Diebesgut gefunden worden sei und forderte sie auf, Geld abzuheben, das sie hinterlegen sollte. Die 87-Jährige erkannte den Betrugsversuch, hob kein Geld ab und informierte die Polizei.

Polizeisprecher Falko Grabowski weist ausdrücklich darauf hin, dass die Polizei grundsätzlich keine derartigen Informationen am Telefon abfrage.