Biederitz l Mitten im Ortskern, direkt an der Kantorwiese, hat der Bau eines Mehrgenerationenhauses begonnen. Den ersten Spatenstich an der Breiten Straße 34 und 35 setzten jetzt Bauherr Dirk Nowak und die Bürgermeister Carsten Schneider und Kay Gericke.

Barrierefreiheit gewährleistet

Das hochmoderne Haus wird 2021 nach seiner Fertigstellung 22 barrierefreie Wohnungen beherbergen. Es werden Zwei- und Dreiraum-Wohnungen sein, die zwischen 56 und 94 Quadratmeter haben und vermietet werden.

Es entstehen entlang der Breiten Straße zwei Baukörper: ein Haus in L-Form sowie ein Haus in Würfelform. Gebaut wird auf mehr als 1800 Quadratmetern. Das Bauprojekt wird rund 4,6 Millionen Euro kosten.

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Aktiv-Energiehaus

Das Mehrgenerationenhaus wird als Aktiv-Energiehaus (Kfw 50 plus) gebaut. Auf dem Dach wird eine Photovoltaik-Anlage installiert, im Keller ein Blockheizkraftwerk eingebaut. Damit wird das Haus autark sein, das heißt seine Bewohner selbst mit Wärme und Strom versorgen.

Tiefgarage geplant

In einer Tiefgarage sind 19 Stellplätze geplant. Auf drei dieser Stellplätze, erklärte Dirk Nowak, werden nach Fertigstellung Elektro-Autos stehen. Sie sollen den Bewohnern zur Verfügung stehen für ein Carsharing. Über eine App wird die Nutzung der Elektro-Autos dann koordiniert.

Im Mehrgenerationenhaus sollen nach den Vorstellungen von Bauherr Dirk Nowak künftig sowohl Senioren als auch Familien leben. Die Mischung soll den Ortskern beleben. Einen Sozialraum für verschiedene Aktivitäten wird es auch geben.

Dem Baubeginn voraus gegangen waren Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie. Auch wenn das für ihn zusätzliche Kosten bedeutete, zeigte sich Bauherr Dirk Nowak begeistert von der „hochprofessionellen Arbeit“ der Archäologen und den Funden aus verschiedenen Jahrhunderten.

Ausstellung und Vortrag

Die Archäologen waren bei ihren Grabungen auf ein Militärkastell aus dem Jahr 806 sowie zwei Grubenhäuser gestoßen. Das von Karl dem Großen beauftragte Kastell war in der Vergangenheit schon an anderen Orten vermutet worden, wie beispielsweise in Burg oder bei Hohenwarthe.

„Auf die Lagebeschreibung der Schriftquellen – als am rechten Elbeufer nördlich gegenüber Magdeburg gelegen –trifft die nunmehr in Biederitz erfasste Befestigungsanlage viel besser zu“, erklärte dazu Dr. Donat Wehner, Gebietsleiter des archäologischen Landesamtes für den Landkreis Jerichower Land.

Dirk Nowak regte an, zu gegebener Zeit eine kleine Ausstellung zu den Funden im Mehrgenerationenhaus zu organisieren sowie einen öffentlichen Vortrag dazu.

Zunächst stehe für das Archäologen-Team jede Menge Arbeit bei der Inventarisierung und Dokumentation der zahlreichen Funde an, erläuterte Wehner. Grundsätzlich aber stünde einer solchen Ausstellung und einem Vortragsabend im neuen Mehrgenerationenhaus von Seiten des Landesamtes nichts im Wege.