Biederitz l Einmal im Jahr veranstaltet die Gemeinde Biederitz eine Einwohnerversammlung, um Bürgern die Gelegenheit zu geben Themen direkt anzusprechen und der Verwaltung Handlungsaufträge geben zu können. Gemeindebürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter und Ortsbürgermeister stehen dann Rede und Antwort.

In diesem Jahr fand die Versammlung im Gerätehaus der Feuerwehr Heyrothsberge statt und dort ging es teilweise wirklich heiß her.

Bürgermeister gibt Ausblick

Bevor es zu den Fragen der anwesenden Bürger kam, blickte Gemeindebürgermeister Kay Gericke (SPD) auf das vergangene Jahr zurück und gab eine Vorschau auf die Planungen des laufenden Jahres. Dabei kam er vor allem Neubau-, Modernisierungs-, und Instandsetzungsmaßnahmen zu sprechen.

So ist unter anderem geplant in Woltersdorf eine Kletterpyramide im Park zu errichten und die Grundschule in Biederitz, in Teilen zu sanieren. Zudem kamen verschiedene Leader-Fördermaßnahmen zur Sprache. Zu diesen gehören die Mehrzweckhalle und der Park in Königsborn.

Gericke gab den anwesenden Einwohnern der Gemeinde im Anschluss an den Überblick über die geplanten Maßnahmen die Möglichkeit Fragen zu stellen und Anregen zu geben.

Schulstandort diskutiert

Eine Grundsatzfrage nannte es Thomas Röglin aus Klein Gübs. Er wollte wissen, welche Maßnahmen von der Gemeinde ergriffen werden, um einen Standort für eine weiterführende Schule in die Gemeinde Biederitz bereitzustellen.

Darauf konnte Gemeindebürgermeister Kay Gericke nur mit einem Verweis an den Landkreis antworten, weil dieser für die Schulstandorte der weiterführenden Schulen verantwortlich ist. Gericke wies aber zugleich darauf hin, dass es im Landkreis momentan keinen Bedarf für eine weiterführende Schule gibt.

Der Versuch, 2010 eine weiterführende Schule über einen freien Träger in der Gemeinde Biederitz zu eröffnen, scheiterte an fehlenden Fördermitteln. Ohnehin, so Gericke, würde ein Großteil der schulpflichtigen Kinder, aufgrund der freien Schulwahl, in Magdeburg unterrichtet. Die Schulstandorte für Biederitzer Kinder seien auf gymnasialer Ebene das Europagymnasium Gommern und im mittleren Bildungsbereich die Sekundarschule Möser.

Angesprochen wurde ebenso die Öffnung eines Teils des Heyrothsberger Baggerlochs als Naherholungs- und Badegebiet. Dies wünschten sich gleich mehrere Einwohner. Gericke erklärte, dass sich um das Baggerloch 24 Grundstücke in privater Hand befinden und das Bergbaurecht eine Renaturierung vorsehe. Die Anwesenden sahen es als sinnvoll an, wenn die Gemeinde einzelne Grundstücke erwirbt und der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Lärmschutzplan gefordert

Kathrin und Tim Baumbach aus Heyrothsberge waren wegen des abgelehnten Lärmschutzplanes zur Einwohnerversammlung gekommen. Sie forderten die Gemeinde auf, einen Lärmschutzplan und eine Lärmkartierung auszufertigen, damit dieser an den entscheidenden Stellen zu einer Sensibilisierung für die Probleme vor Ort führe.

„Der Verkehr nimmt stetig zu. Wir Heyrothsberger sind extrem von der Ortsdurchfahrt betroffen. Ab 75 Dezibel ist Lärm schädlich. Auch in der Nacht werden 70 Dezibel erreicht“, merkte Tim Baumbach an. Erforderte eine Geschwindigkeitsbegrenzung in den Nachtstunden, um so die Lärmbelastung zu verringern. Dafür, so argumentierte Baumbach, wäre der Lärmschutzplan gut. Gericke versicherte, dass die Lärm- und Verkehrsprobleme in Heyrothsberge an den entscheidenden Stellen bekannt seien und deshalb die Umsetzung der Umgehungsstraße bis 2025 in Angriff genommen werde. Für die Baumbachs und andere erschloss sich damit aber nicht, warum die Gemeinde freiwillig auf ein Instrument verzichtet mit dem sie den Istzustand dokumentieren kann.

Radweg nach Magdeburg

Hartmut Dalchow setzte sich für eine Radwegeverbindung zwischen Biederitz und Magdeburg durch den Biederitzer Busch ein. Dort befindet sich auf einer Teilstrecke von 250 Metern ein FFH-Gebiet (Faune-Flora-Habitat), welches bisher eine solche Verbindung verhindert. Dalchow forderte Gericke auf das Gespräch mit dem Magdeburger Oberbürgermeister zu suchen, um hier eine gefahrlose Passierung in die Landeshauptstadt zu ermöglichen. Vor allem für Berufspendler, die auf dem Rad unterwegs sind.