Parchau l  Grünliche Schlieren schwimmen an der Gewässeroberfläche. Das ergab eine Kontrolle am Montag, wie der Leiter des kreislichen Gesundheitsamtes, Amtsarzt Dr. Henning Preißler, am Dienstag gegenüber der Volksstimme bestätigte. „Was wir jetzt erstmal brauchen ist frischer Wind und satt Regen“, erklärte Dr. Preißler. Solange dies nicht eintritt, wird sich angesichts hohe Temperaturen in Luft und Wasser an der Situation im See nichts ändern.

Stadt rät vom Baden ab

Die Stadt Burg hatte am 3. August eine Blaualgen-Warnung für den Parchauer See veröffentlicht. Es wird vom Baden abgeraten. Wer es dennoch tut, sollte im Anschluss umgehend duschen. Badehosen, -anzüge und Schuhe oder Luftmatratzen sollten aus- und abgespült werden.

Gewässer werden überwacht

Im Jerichower Land zählen neben dem Parchauer See der Niegripper See, der Kulk in Gommern, das Waldbad in Theeßen und der Zabakucker See zu den Badegewässern, die vom Gesundheitsamt des Kreises überwacht werden. Turnusmäßig finden alle vier Wochen Kontrollen statt, werden Wasserproben genommen und untersucht. Auffällig war bisher lediglich der Parchauer See – und das bei Blaualgen.

Blaualgen bilden sich im Wasser vor allem in Sommermonaten, bei hohen Temperaturen, langer Trockenheit und niedrigen Wasserständen. Auch Phosphoreinträge, etwa durch Düngung in naher Landwirtschaft, begünstigen die Blaualgenbildung. Am Parchauer See hatte es Anfang August 2015 eine ähnliche Situation gegeben.

Blaualgen gelten als extrem gesundheitsschädigend. Die Folgen können von Unwohlsein über Muskelzittern bis hin zu Atemlähmung reichen. Es gilt als schnell wirkendes Gift. Aufgrund ihres geringen Gewichts ist es für Kinder noch gefährlicher. Auch Allergiker gelten als besonders gefährdet.

Die Blaualgen, so genannte Cyanobakterien, können zu Hautausschlag, Mittelohrentzündungen, Übelkeit, Erbrechen, Hautreizungen oder Durchfall führen. Zudem steigt eine Gefährdung, je mehr Seewasser geschluckt wird und je länger der Hautkontakt besteht. Auch Hunde, die dort mit Blaualgen in Kontakt kommen, können daran erkranken.

Wer dennoch badet und später, auch Tage danach gesundheitliche Probleme bemerkt, sollte zum Arzt gehen und das Gesundheitsamt informieren.

Baden am Barleber

Nach einer Berichterstattung zu Badeverboten wegen Blaualgen für die beiden Magdeburger Strandbäder am Barleber und am Neustädter See am Montag meldete sich Kerstin Kinszorra, Pressesprecherin von Magdeburg: „Derzeit gilt am Barleber See Warnstufe 2 und am Neustädter gilt gar keine Warnstufe – das Baden ist dort also ohne Einschränkungen möglich.“ Damit ist nach Volksstimme-Informationen auch eine am Neustädter See installierte Wasserskianlage nutzbar.

„Unsere Schwimmmeister vor Ort prüfen täglich mehrmals, wie und ob sich die Wasserqualität ändert“, erklärte Kinszorra. „Dem entsprechend wird die Meldung auf der Bäderseite der Landeshauptstadt aktualisiert.“

Für den Barleber See wurde ein Maßnahmeplan erarbeitet. Es gibt drei Warnstufen. Wird die 3. Warnstufe ausgerufen, wäre dies mit einem Badeverbot gleichzusetzen.