Burg l So gut wie jeden Monat ist Blut spenden in der Burger Geschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) angesagt. Jetzt war zum ersten Mal auch der Landrat des Jerichower Landes Steffen Burchhardt (SPD) dabei.

Station 1: Die Anmeldung

Wer einen Blutspendeausweis besitzt, ist schnell mit der Anmeldung durch. Steffen Burchhardt allerdings ist zum ersten Mal dabei - seine persönlichen Daten müssen erstmal vom Personalausweis übertragen werden. Warum der Landrat zum ersten Mal dabei ist? „Man hat mir mal gesagt, mein Blut ist nicht so wertvoll“, erklärt Burchhardt mit einem Schmunzeln. Seine Blutgruppe kennt der Landrat allerdings nicht auswendig. Andy Martius vom Vorstand des DRK-Regionalverbandes Magdeburg-Jerichower Land macht sofort deutlich: „Jedes Blut ist wertvoll, egal ob es die Blutgruppe oft oder nur ganz selten gibt.“

Station 2: Fragebogen

Fühlen Sie sich völlig gesund? Waren Sie in den letzten sechs Monaten im Ausland? Hatten Sie in den letzten zwei Wochen direkten Kontakt zu tot aufgefundenen Wildvögeln oder Säugetieren? ... Insgesamt 29 Fragen muss Steffen Burchhardt jetzt beantworten und seine Kreuzchen setzen. Wer bei einer Frage nicht genau weiter weiß, lässt die Antwort erstmal offen und bespricht das einfach mit dem Arzt. Der zuständige Mediziner ist am Blutspendetag in Burg Markus Dold. Den lernt Landrat Steffen Burchhardt bei der nächsten Station kennen.

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Station 3: Ärztliche Untersuchung

Nun wird Blutdruck gemessen. ‚120 zu 80‘ sind die Normalwerte, erklärt Markus Dold. Der Landrat bekommt für seine Checkliste, Blutdruckwerte und Puls ein ‚Go‘ vom Arzt. Ist Blut spenden gefährlich? Muss Markus Dold regelmäßig Spendern zur Hilfe eilen? „Es kommt immer mal wieder zu Kreislaufproblemen“, erklärt der Mediziner. Aber dramatisch sei das alles nicht. Das kann Andy Martius nur bestätigen. Der DRK-Mitarbeiter spendet bereits zum 54. Mal. Alle 56 Tage darf man sein Blut abgeben. Warum diese Spenden so wichtig sind, erklärt Vorstandsmitglied Martius: „Weil man Blut nicht produzieren kann und alle, die es brauchen, haben einfach keine Alternative.“

Das Problem im Sommer: Die Zahl der Kranken verringert sich nicht, aber viele Spender sind im Urlaub. Dazu kommt das höhere Unfallgeschehen in Folge des Urlaubverkehrs, macht Martius deutlich. Steffen Burchhardt hat derweil schon im Raum für die eigentliche Blutspende Platz genommen. Doch erstmal wird noch die Temperatur gemessen.

Station 4: Blutfarbstoff und Temperatur

Nachdem ruckzuck mit einem Stirnthermometer ausgeschlossen ist, dass der Landrat Fieber hat, folgt noch ein kleiner Pieks ins Ohrläppchen. Damit wird der Wert des roten Blutfarbstoffes bestimmt. Das ist wichtig, um eine mögliche Blutarmut auszuschließen. Auch dort gibt es von der DRK-Mitarbeiterin keine Bedenken. Der Landrat kann sich seinen Spenderbeutel und die Ampullen abholen - alles mit einem Barcode gekennzeichnet, der das Blut am Ende genau dem Spender zuordnen kann.

Station 5: Eigenblutspende oder Weitergabe?

Bevor jetzt wirklich das Blut abgenommen wird, muss Steffen Burchhardt noch ein letztes Kreuz in einer kleinen Kabine setzen. Der Spender entscheidet, ob sein Blut weitergegeben werden oder als Eigenblutspende verwahrt werden soll. „Das macht zum Beispiel vor einer Operation Sinn“, erklärt Andy Martius. Und nennt das Beispiel Hüft-OP: Wenn es blöd laufe, können dabei bis zu vier Liter Blut benötigt werden.

Station 6: Blutentnahme

Und vielleicht kann die Spende von Landrat Steffen Burchhardt in so einem Moment Leben retten. „Ich will mit gutem Beispiel voran gehen“, erklärt der 35-Jährige. Er wolle mit der Aktion darauf aufmerksam machen, wie wichtig Blut spenden ist. Bevor die Nadel im linken Arm des Landrates landet, hat Andy Martius noch ein paar beruhigende Worte parat: „Wer vor einigen Jahren das letzte Mal spenden war, kann sich bestimmt daran erinnern, dass der erste Stich tatsächlich ein wenig weh tat.“ Aber das sei mit heute nicht mehr zu vergleichen. „Die Nadeln sind achtmal angeschliffen. Da merkt man nichts.“ Hingucken kann Steffen Burchhardt trotzdem nicht, als Sabine Müller vom Dessauer Blutspendedienst alles für die Entnahme klar macht. Während der Landrat jetzt entspannt darauf wartet, dass 500 Milliliter von seinem Blut in dem Spenderbeutel gelandet sind, nimmt neben ihm Bernd Kersten platz. Er arbeitet als Hausmeister in einigen Gebäuden vom Landkreis und spendet damit sozusagen zum ersten Mal zusammen mit seinem „Chef“. Nur, dass er dem bereits zwei Spendetermine voraus hat. Kersten gibt zum dritten Mal sein Blut, „um anderen Menschen zu helfen“. Nur zehn Minuten später ist alles vorbei und Steffen Burchhardt kann zum stärkenden Imbiss übergehen.

Station 7: Imbiss

Trinken und Essen sind nach der Blutspende wichtig, auch sportlich sollte man es direkt danach ruhiger angehen, erklären die DRK-Mitarbeiter dem Landrat zum Abschluss. Auf dem Hinweisschild am Ausgang steht in großen Buchstaben: „Unmittelbar nach der Blutspende: Keinen Alkohol trinken und nicht rauchen. 30 Minuten nicht am Straßenverkehr teilnehmen.“ Sollte irgendetwas mit dem Blut von Steffen Burchhardt nicht in Ordnung sein, irgendwelche Werte nicht der Norm entsprechen, so würde der Landrat umgehend nach der Auswertung darüber informiert. Andy Martius über diesen Vorteil der Blutspende: „Jede Blutspende ist also auch eine einfache Gesundheitskontrolle.“