Burg l Es waren harte Worte, die Heiko Bergfeld, Kreisbrandmeister in Anhalt-Bitterfeld, Anfang der Woche im Gespräch mit der Zerbster Volksstimme fand. Nachdem das Land zwei Förderanträge für neue Einsatzfahrzeuge abgelehnt hatte, sah er den Brandschutz in Sachsen-Anhalt mittelfristig vor dem Kollaps. Die Fahrzeuge seien überaltert, die Förderpolitik undurchsichtig und die Eigenmittel der Gemeinden oft nicht vorhanden.

Für das Jerichower Land zeichnete Kreisbrandmeister Walter Metscher ein anderes Bild. „Ich kann die Einschätzung meines Amtskollegen so nicht bestätigen“, sagte er am Mittwoch gegenüber der Volksstimme. So bekomme der Landkreis ein zu 100 Prozent vom Land gefördertes Vegetations-Tanklöschfahrzeug. Ausgerüstet mit 5000 Liter Wasser ist es eigens für die Waldbrandbekämpfung entwickelt worden. Allerdings hat sich die Lieferzeit verzögert. „Das Fahrzeug gibt es nicht von der Stange und es müssen noch neue Normvorschriften beachtet werden, das verzögert die Auslieferung um sechs bis neun Monate“, erklärte Metscher.

Genügend Personal gebraucht

Der Standort des neuen Tanklöschfahrzeuges solle noch festgelegt werden. Metscher tendiere zum Gebiet Elbe-Parey. Ohnehin werde es überörtlich eingesetzt, diese Bedingung sei auch an die Förderung geknüpft gewesen. Überörtlich, das bedeutet in diesem Fall auch im Nachbarbundesland Brandenburg. Dafür müsse Personal abgestellt werden.

Die Burger Feuerwehr im Einsatz

Burg (dt) l Die Feuerwehr Burg musste im ersten Halbjahr 2020 schon zu mehr als 100 Einsätzen ausrücken. Ein kurzes Fazit in Bildern.

  • Von diesem ausgebrannten Auto auf der A2 blieb nicht mehr viel übrig. Foto: Feuerwehr Burg

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  • Eine Laube in Burg in Vollbrand. Besonders brisant - man wusste nicht, ob sich dort vielleicht noch eine Person befand. Foto: Feuerwehr Burg

    Eine Laube in Burg in Vollbrand. Besonders brisant - man wusste nicht, ob sich dort vielleicht no...

  • Wenn die Eltern nicht mehr zum Kind in die Wohnung kommen - auch dann muss die Feuerwehr Burg zum Einsatz. Foto: Feuerwehr Burg

    Wenn die Eltern nicht mehr zum Kind in die Wohnung kommen - auch dann muss die Feuerwehr Burg zum...

  • Bei einem Autobrand auf der A2 gerieten die Retter selbst in Gefahr. Ein Laster konnte gerade noch der Absperrung des rechten Streifens ausweichen. Foto: Feuerwehr Burg

    Bei einem Autobrand auf der A2 gerieten die Retter selbst in Gefahr. Ein Laster konnte gerade noc...

  • Es war der ersten Einsatz im Jahr 2020 für die Burger Feuerwehr. Und der hatte es gleich in sich. Foto: Feuerwehr Burg

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  • Eine unbekannte Flüssigkeit in einem Ladengeschäft in Burg sorgte für einen großen Feuerwehreinsatz. Foto: Feuerwehr Burg

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  • Eine unbekannte Flüssigkeit in einem Ladengeschäft in Burg sorgte für einen großen Feuerwehreinsatz. Foto: Feuerwehr Burg

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  • Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreien. Foto: Feuerwehr Burg

    Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreie...

  • Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreien. Foto: Feuerwehr Burg

    Bei einem Einsatz auf der A2 musste die Feuerwehr einen extrem eingeklemmten Lasterfahrer befreie...

Löschwasserbehälter mit bis zu 53.000 Litern

Zu 90 Prozent vom Land finanziert würden zudem fünf Löschwasserbehälter, die im Jerichower Land stationiert werden. „Wir gehören zu den Landkreisen mit der Waldbrandklassifizierung A“, erklärte Metscher. Die Waldbrandgefahrenklassen beruhen auf den langjährig statistisch erfassten Waldbränden, deren Brandfläche und Häufigkeit unter Berücksichtigung der Zünd- und Brennbereitschaft vorhandener Waldstrukturen sowie regionaler Standort- und Klimaverhältnisse. A ist die höchste Klasse und bedeutet, dass im Jerichower Land allgemein eine sehr hohe Waldbrandgefährdung und Gefahr durch Großbrände besteht.

Ein Behälter wird ein Fassungsvermögen von 15, zwei ein Volumen von 35 und zwei weitere von 53 Kubikmetern haben. Sie sollen in den Bereichen Elbe-Parey, Jerichow, Genthin und Gommern am Waldrand platziert werden. „Wenn man dort schon den Vorrat hat, ist das viel besser, als wenn eine lange Wegstrecke gelegt werden muss“, sagte Metscher. Eine Faustregel besage, dass die Feuerwehr sieben Minuten nach dem Eintreffen löschbereit sein muss, sonst gerate ein Waldbrand außer Kontrolle.

Gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden

Natürlich gebe es auch einen Investitionsbedarf bei Feuerwehren des Landkreises. „Die Fahrzeuge, die Anfang der 90er Jahre angeschafft worden sind, müssen jetzt natürlich nach und nach ersetzt werden“, sagte er. Zuständig seien die acht Gemeinden des Landkreises, die die Bedarfsplanung entwerfen müssen. Probleme bei der Beschaffung gebe es keine. Jedenfalls habe ihn noch nie der Hilferuf einer Wehr erreicht, die um Unterstützung gebeten hätte, weil ihr wichtige Technik versagt geblieben wäre.

So sei dies für die 92 Wehren mit rund 1800 aktiven Feuerwehrleuten, die zum Kreisfeuerwehrverband Jerichower Land gehören, keine aktuelle Problematik.

Anders als das Dauerbrennerthema Einsatzbereitschaft. Tagsüber ist sie auf den Dörfern bei 70 Prozent der Wehren nicht gegeben.