Burg l Bei eisigen Temperaturen lässt sich nur schwerlich Politik machen. Klaus Merthold aus Burg war noch – warm eingepackt – auf dem Weg zum Bürgergespräch, als sich die Runde am Sonnabendvormittag langsam auflöste. „Ich bin entsetzt, dass hier jedes freie Plätzchen einen Namen bekommen soll. Und Kohl muss es nun nicht auch nicht sein. Es gibt genügend andere verdiente Burger“, sagte er den Reportern auf dem Platz vor dem Landratsamt. Solche Sätze hörten die Macher der Initiative gegen einen Helmut-Kohl-Platz in diesen Tagen ständig, versichert Roland Stauf. „Wir sind sehr optimistisch. Viele Leute sind genau dieser Meinung, dass zuerst an verdiente Einwohner gedacht werden sollte. Und es gibt genügend, die sich für Burg sehr stark engagiert und einen direkten Bezug zur Stadt haben.“

Die Namen solcher Persönlichkeiten wurden Sonnabend an den Zaum neben dem Landratsamt direkt am Gehweg angebracht: Es sind beispielsweise Carl August Flickschu, Gerhard Mittendorf, Otto Bernhard Wendler oder Alfred Zweig. Stauf: „Sie alle könnten auf einer gemeinsamen Stele geehrt werden, denn sie sind mit Burg verbunden und haben Großes geleistet.“

Hohe Hürden

Einen Helmut-Kohl-Platz wird es in Burg nicht geben, wenn im Bürgerentscheid mindestens 25 Prozent der Wähler die Frage auf dem Abstimmzettel mit Ja beantwortet und ankreuzt. Das wären mindestens 4921 Stimmen. Gleichzeitig muss die Zahl der Ja-Stimmen zwingend die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen sein. Wird das Quorum nicht erreicht, ist der Bürgerentscheid gescheitert.

Dann hat der Stadtrat das letzte Wort.