Dörnitz/Altengrabow l „Wenn man einen langen Atem hat, wird alles gut. Deshalb können wir heute diese Infrastrukturmaßnahme erfolgreich am Altengrabower Bahnhof abschließen“, freute sich Oberstleutnant Eugen Poch, Kommandant des Truppenübungsplatzes Altengrabow. Der Bahnhof feierte im August dieses Jahres sein 120-jähriges Bestehen. „Da wurde es Zeit für eine Modernisierung. Es ist ein erster großer Schritt in die richtige Richtung“, so der Oberstleutnant.

Die neue Verladerampe wird die Transitstation für die baltischen Staaten, die mit ihren Streitkräften auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow üben möchten. Oberstleutnant Eugen Poch: „Aber auch für alle anderen übenden Truppen ist diese Verladerampe eine Verbesserung für die Anreise.“ Nachdem eine Dachrinne an einem Bahnwärterhäuschen an der Bahnstrecke entfernt wurde, können nun auch Panzerhaubitzen auf dieser Strecke transportiert werden.

Im Rahmen dieser Infrastrukturmaßnahme wurde die Kopframpe völlig neu gebaut und die zirka 200 Meter lange Seitenrampe erneuert. Neu gebaut wurde auch das Gleis 3 mit einer Weiche auf einer Länge von etwa 650 Metern. Es wurden 48 Beleuchtungsmasten gesetzt und Rangierwege erneuert. Dazu kommt noch eine umfangreiche Verkabelung für die Erneuerung der Signaltechnik.

Betreiber dieser Eisenbahnseitenstrecke ist das Unternehmen Regio Infra GmbH & Co. KG. Für Geschäftsführer Tino Hahn ist die neue Verladerampe am Bahnhof Altengrabow nur ein erster kleiner Schritt. „Wir werden in den nächsten fünf Jahren noch einiges an der Bahnstrecke Biederitz - Loburg zu tun haben.“ Im Jahr 2011 war der Personenverkehr auf dieser Strecke eingestellt worden. Nachdem die IB Netz die Strecke 2012 ausgeschrieben hatte, hat sie Regio Infra 2015 übernommen. Das Unternehmen betreibt mittlerweile rund 400 Kilometer Bahnstrecke.

Bevor die Bauarbeiten an der Verladerampe begannen, mussten die dort lebenden streng geschützten erwachsenen Zauneidechsen vor der Eiablage in geeignete Habitate umgesiedelt werden. Für die Jungtiere erfolgte der Umzug dann unmittelbar vor dem Baubeginn im August. Das Baufeld wurde mit einem Sperrzaun versehen, um das Zurückwandern der Zauneidechsen zu verhindern. Alle Baumaßnahmen erfolgten in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde.

Einige Restarbeiten sind noch zu erledigen. Außerdem soll noch eine Straße gebaut werden, die an die Verladerampe anschließt. Damit können die Militärfahrzeuge dann von der Verladerampe auf den Truppenübungsplatz fahren. Im März 2017 sollen die ersten Militärfahrzeuge die neue Verladerampe nutzen.