Burg l Vor knapp einem Monat hatte der Standortkommandeur in Burg, Michael Hinz, es bereits in Aussicht gestellt. Seit Dienstag steht es nun fest: Burg wird der Standort für das neu geschaffene Logistik-Regiment der Bundeswehr. Bis 2012 soll das Regiment arbeitsfähig sein. Ab 2023 soll Burg die von der Bundeswehr gestellte Nato-Speerspitze „Very high Joint Readiness Task Force“ unterstützen – eine schnelle Eingreiftruppe des nordatlantischen Bündnisses.

„Die Entscheidung für Burg fiel aufgrund der guten baulichen Voraussetzungen und der Verkehrsanbindung; der Standort liegt in der Nähe von Magdeburg“, erläutert der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, am Dienstag. Das Regiment führt künftig die Logistikbataillone 161 und 163 aus Delmenhorst, 171 aus Burg und 172 aus Beelitz, heißt es dort weiter.

2000 Menschen werden in Burg arbeiten

150 militärische und zivile Mitarbeiter werden deswegen zusätzlich in Burg stationiert. Insgesamt 2000 Menschen werden dann am größten Bundeswehr-Standort in Sachsen-Anhalt arbeiten.

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Die neue Regimentsstruktur und das zusätzliche Personal bedeuten für den Standort zudem den Ausbau der Infrastruktur. Geplant sind nach Auskunft von Oberstleutnant Thomas Poloczek, Leiter der Informationsarbeit im Landeskommando Sachsen-Anhalt, der Bau neuer Instandsetzungshallen und -flächen und die Vergrößerung der Parkflächen für Dienstfahrzeuge sowie private Fahrzeuge der Bundeswehrangehörigen.

Gelände um 47.000 Quadratmeer erweitert

Insgesamt wird das Gelände nach Auskunft von Korvettenkapitän Marcel Fahrenkamp, Standortsprecher in Burg, um 47.000 Quadratmeter Richtung Autobahn erweitert. Zehn Hallen werden neu gebaut. Derzeit wird dafür das Areal nach Munition abgesucht, 2020 beginnen Baumfällarbeiten. Bis 2030 soll die Kasernenerweiterung abgeschlossen sein. Insgesamt wird die Bundeswehr in diesen Abschnitt vier Millionen Euro investieren.

Betroffen ist allerdings auch der Standortübungsplatz Krähenberge. Weil dort der Übungsbetrieb ausgeweitet werden soll. Hierzu gibt es noch keine konkreten Zahlen. Derzeit laufen nach Auskunft von Marcel Fahrenkamp Abstimmungsgespräche mit der Stadt Burg, da die Stadt ihrerseits plant, das Gewerbegebiet zu erweitern.

Burg als Bundeswertstandort aufgewertet

Die Stadt Burg begrüßte am Dienstag die Entscheidung der Bundeswehr. „Das bedeutet eine langfristige Aufwertung des Bundeswehrstandortes Burg, der ja jetzt schon der größte im Land Sachsen-Anhalt ist“, sagte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) auf Volksstimme Nachfrage.

Wirtschaft profitiert von Standorterweiterung

„Für Burg ist das ein guter Tag“, so Rehbaum weiter. Insbesondere die Wirtschaft im Jerichower Land profitiere in mehrfacher Hinsicht von dem wachsenden Bundeswehr-standort. Bereits jetzt vergibt die Bundeswehr Bauaufträge an Firmen der Region. Der Bürgermeister geht davon aus, dass sich mit der geplanten Erweiterung des Standortes die Zahl noch einmal erhöhen werde.

Auch einen Teil der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen, den die Bundeswehr nicht selbst erledigen kann, übernehmen laut Rehbaum Autowerkstätten in und um Burg. Zudem werde die Küche der Bundeswehr von heimischen Firmen beliefert.

Viele Menschen profitieren davon

„Vom Bundeswehrstandort Burg profitieren viele Menschen in der Region. Deswegen und durch die über 300 Jahre Militärtradition in Burg besteht eine enge und freundschaftliche Beziehung zur Bundeswehr“, so Rehbaum.

Auch Vertreter der Bundespolitik begrüßten am Dienstag die Entscheidung: „Mit der Entscheidung, ein neues Regiment in Sachsen-Anhalt aufzustellen, stärkt die Bundeswehr insbesondere den Standort Burg,“ so der FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber. „Das ist ein gutes Zeichen für die Verbesserung der Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und ein klares Bekenntnis zur Clausewitz-Kaserne in Burg. Der Standort wird zur zentralen Drehscheibe der Bundeswehr.“

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