Burg l „Hände nach oben!“ Die Beinarbeit nicht vernachlässigen!“ Die Anweisungen von Trainer Ernst Patze sind laut und präzise. Im Trainergespann mit Uwe Pabst bereitet er seine Talente auf einen ganz besonderen Wettkampf vor - dem zweiten Stand-up-Supercup am Sonnabend ab 17 Uhr in der Stadthalle.

Ist das Training kurz vor dem Wettkampf spezieller als sonst? „Nein“, sagt Patze, „wir trainieren das ganze Jahr über sehr hart und sehr konzentriert.“ Am Sonnabend werden zwölf Sportler in der Sporthalle gegen Boxer aus Hannover, Magdeburg und Stendal antreten. Ernst Patze sagt: „Hinzu kommen noch einige Sparringskämpfe. Im Rahmenprogramm werden einige Kinder zeigen, was sie in unserem Boxstall bereits gelernt haben.“

Den Kampf des Abends bestreitet Fidan Gashi. Sein Gegner Theo Krechlok vom 1. BC Altmark Stendal ist der Junioren-Weltmeister des Jahres 2009. Der 24-jährige Eberswalder ist obendrein siebenfacher Deutscher Meister, gilt in Fachkreisen als Jahrhunderttalent. der 19-jährige Fidan Gashi aus Burg setzt seine Unbekümmertheit dagegen. Im Sommer hat er sein Abitur gemacht: „Danach hatte ich sehr viel Zeit für das Training. Ich bin gut drauf und will noch viel lernen.“

Auch Mädchen sind dabei

Dreimal pro Woche trainieren 15 Jugendliche mit ihren Betreuern (dazu gehört auch Ilse Patze) unter anderem Jabs (Schläge der Führungshand) oder Doubletten, das sind schnelle Schlagkombinationen. Hinzu kommt noch die zehnköpfige Kindergruppe. Auch drei Mädchen trainieren regelmäßig mit. Eine wird auch am Sonnabend in den Ring steigen – Bernarda Scharf (15) aus Ziepel. Schon zum dritten Mal ist die Abiturientin von ihren Trainern für einen Wettkampf nominiert worden: „Ich bin gut vorbereitet und gespannt, was mich am Sonnabend erwartet.“

Mit großen Augen schaut Kati Fischer den Sportlern beim Training zu. Wenn die drei Betreuer der Kopf des Projektes sind, dann ist sie das Herz. Sozialpädagogin Fischer hat das Stand-up-Projekt vor knapp zehn Jahren ins Leben gerufen. Ihre Botschaft war so einfach wie verständlich: Boxen für ein gewaltfreies Miteinander. In den ersten Jahren formte sie mit Trainer Karsten Weisheit nicht nur eine sportliche Gemeinschaft: „Wir haben uns immer darum bemüht, den jungen Menschen aus vielen Nationalitäten besseres Verständnis von Demokratie und Toleranz zu vermittelt. Auch Respekt ist ein Dauerthema.“

Projektleiter sind stolz

Heute sagt sie: „Unser Projekt ist erwachsen geworden. Es macht uns stolz, wenn aus früheren Schützlingen gestandene Leute geworden sind, die oft auch mit Abitur in der Tasche ihren Weg gehen.“ Das Gespann Patzke und Pabst leitet die Truppe seit anderthalb Jahren: „Bessere Trainer hätten wir uns nicht wünschen können“, sagt Fischer.