Burg l Das Jahr 2017 lief äußerst zufriedenstellend für das Burg-Theater – das älteste durchgängig betriebene Kino Deutschlands. Kinoleiterin Johanna Affeld erzählt: „Wir haben stetig steigende Besucherzahlen in unserem Kino. Besonders zu den verschiedenen Sonderveranstaltungen kommen sehr viele Gäste. Insgesamt hatten wir im vergangenen Jahr fast 19.000 Besucher.“ Damit hätte das vom Weitblick-Verein betriebene Kino etwa 2000 Besucher mehr verzeichnen können als noch 2016.

Diese 19.000 Kinobesucher will die Kinoleitung in diesem Jahr sogar noch überbieten. „Ich denke, wir toppen das letzte Jahr. Inzwischen sind wir schon recht bekannt, und die Leute schätzen das Burg-Theater“, zeigt sich Johanna Affeld optimistisch. Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, stehen gut, werden doch zur Landesgartenschau Tausende Gäste in Burg erwartet. So wolle man unter anderem Führungen durch das Kino anbieten, aber auch andere Veranstaltungen seien bereits in Planung, deutet die Kinoleiterin an.

Defa-Filme auch 2018

Um auch 2018 zahlreiche Gäste ins Burg-Theater zu locken, greift die Kinoleitung auf bewährte Veranstaltungen zurück. So können sich die Kinogäste wieder auf das Ferienkino, die englischsprachigen Brit-Films und weitere Höhepunkte freuen.

Aufgrund der positiven Resonanz werde man auch die Veranstaltungsreihe „Defa-Film im Gespräch“ fortführen. Diese Filmreihe, in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung, hatte bereits 2017 viele Gäste in das Burger Kino gelockt. Der Clou: Die Regisseure oder Schauspieler sind vor Ort und stehen den interessierten Besuchern Rede und Antwort zum Film. So wurde beispielsweise im Juni der Film „Zeit der Störche“ gezeigt, und Regisseur Siegfried Kühn sowie Darstellerin Heidemarie Wenzel waren als Gesprächspartner zugegen.

Dieses Jahr können sich Defa-Fans beispielsweise auf die DDR-Komödie „Fahrschule“ aus dem Jahr 1986 freuen. Diese wird am 17. Januar gezeigt, und die Darsteller Jörg Gudzuhn und Otto Mellies sind zu Gast.

Des Weiteren wird am 11. April auch der mehrfach ausgezeichnete Film „Solo Sunny“ gezeigt. Der Streifen wurde unter anderem auf der Berlinale 1980 und auf dem Chicagoer Filmfestival mit Preisen gewürdigt. Die Kinobesucher können sich auf die Hauptdarstellerin Renate Krößner freuen. Der Eintritt zu den Defa-Filmen ist frei.

Nostalgie und Charme

Der Erfolg hätte mehrere Gründe, aber ein ausschlaggebender Faktor sei der Charme des seit 1911 bestehenden Kinos. „Unsere Kinobar ist schon was Besonderes, und auch die originale Wandbespannung hat einen nostalgischen Reiz – so etwas sieht man heutzutage kaum noch“, berichtet Affeld. Zudem verstehe sich das Burg-Theater auch als Kulturzentrum und bediene nicht nur die Wünsche des Mainstreams.

Auch baulich tut sich etwas an dem mehr als 100 Jahre alten Kino. Bernd Goldbach, Vorsitzender des Weitblick-Vereins, resümiert: „Im vorigen Jahr hat sich viel getan. Die marode Treppe wurde erneuert, das Sicherheitssystem ausgebaut, die Saaldecke wurde neu gestrichen, und wir haben im Hof bereits Leerrohre verlegt, um später die Heizungsanlage und den Internetanschluss zu modernisieren.“

Zudem wolle man im Frühjahr eine Rollstuhlrampe aufbauen sowie die Licht- und Tontechnik auf den neuesten Stand bringen.

Doch trotz umfangreicher Sanierungen kann Goldbach die Nostalgiker beruhigen: „Egal was wir machen, die Optik und das Flair des Burg-Theaters bleiben erhalten.“