Biederitz l Bereits 1948 machten sich Ortschronisten daran, alte Fotos von Häusern und Plätzen in Biederitz aktuellen Aufnahmen gegenüberzustellen und die entsprechende Geschichte dahinter zu beleuchten. Diese Bilderchronik zum 1000-jährigen Bestehen der Ortschaft stellte viele Jahre später die Basis für den zweiten Teil. Auch hier waren es die alten und die damals aktuellen Fotoaufnahmen, die den Wandel der Ortschaft dokumentierten und die Geschichte der einzelnen Häuser, Straßenansichten und Plätze veranschaulichten.

Nun gibt es also den dritten Teil: „1070 Jahre Biederitz“.

Der drittte Teil

Dieser ist natürlich stärker als seine Vorgänger, schließlich galt es drei Bilder, die von 1948, von 1988 und von heute gegenüberzustellen und dazu noch ein paar Zeilen zur Geschichte zu schreiben.

Die Idee, das Werden und Vergehen einzelner Häuser, Straßen, Lokale und Ansichten im Wandel einer Ortschaft im Jahr 2018 fortzuführen, kam von Gemeindebürgermeister Kay Gericke, der auch die Gemeinderäte davon überzeugte, dass es von Zeit zu Zeit notwendig ist, das hier und jetzt zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten.

Neue Wohngebiete

Beauftragt mit der Erstellung und dem Durchsuchen von Fotoarchiven wurde Melanie Schwitzer. Die Heyrothsbergerin beließ es aber nicht bei den bisherigen Häusern und Straßen, die in den beiden vorherigen Teilen der Bilderchronik Eingang gefunden hat.

„Biederitz ist gewachsen, neue Wohngebiete sind entstanden. Auch diese haben sich seit ihrer Entstehung bereits verändert. Sie mussten deshalb ebenfalls mit in die Bilderchronik“, so Schwitzer.

Das Heyrothsberge unzertrennbar mit Biederitz verbunden ist, zeigt sich ebenfalls in der Chronik.

„Heyrothsberge und die Feuerwehrschule sind selbstverständlich auch dabei. Auch von dort gibt es interessante Bildansichten, die dokumentieren, wie sich alles verändert hat“, beschreibt es die Heyrothsbergerin.

Die hat mit unzähligen Anwohnern gesprochen, von ihnen entsprechende Bilder zur Ansicht bekommen und dann sortiert. Wesentlich beteiligt waren aber auch 20 Mitwirkende, die in einer Art Arbeitsgruppe halfen, die Geschichte hinter den Fotografien zu beleuchten und die entsprechenden Informationen dazu zu organisieren. Sie sind in der Chronik gesondert erwähnt.

46 Seiten

„Viele, viele Bürger haben durch das Bereitstellen von alten Fotos zur Erstellung der Bilderchronik beigetragen“, meint Schwitzer, die anfügt: „Ohne die, wäre das Projekt gar nicht zu realisieren gewesen.“

46 Seiten sind es am Ende geworden. Jede Einzelne ist ein Blick zurück, ein direkter Vergleich und in Teilen auch Erinnerung. Beispielsweise an das Kino in Biederitz und den Heyrothsberger Hof, die beide heute nicht mehr existieren.

„Ganz interessant sind sicher auch die nicht mehr existierende Radrennbahn und der Wandel einer Kaufhalle zum Standort der heutigen Ortsfeuerwehr Heyrothsberge. Da war es echt eine Herausforderung, das entsprechende Vergleichsbild aufzutreiben“, beschreibt Schwitzer die Arbeit, die beim Durchblättern der Chronik so nicht gleich erkennbar ist.

Viele Erinnerungen

500 Exemplare gibt es von der Bilderchronik „1070 Jahre Biederitz“. Ein ganzer Teil davon wurde bereits auf dem Weihnachtsmarkt in Biederitz verkauft.

Das Interesse bei den Einwohnern war groß. Die übrigen Exemplare können in der Drogerie in der Karl-Marx-Straße in Biederitz und im Blumenladen an der Bundesstraße 1, in Heyrothsberge für je sechs Euro pro Exemplar erworben werden.

Die Einnahmen erhält die Gemeinde Biederitz, die den Druck der Bilderchronik mit ihren 18 thematischen Blöcken finanziert hat.