Burg/Genthin l „Das ist auf jeden Fall eine gute Nachricht“, kommentierte Frank Höpfner, Leiter der Burger Sekundarschule Carl von Clausewitz, die Meldung, dass die Schulen trotz der verschärften Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus, die ab dem 2. November gelten, offen bleiben dürfen. Von einem normalen Schulalltag ist im Jerichower Land seit der Schließung Mitte März überhaupt nicht zu sprechen, auch wenn es im offiziellen Sprachgebrauch heißt, dass jetzt wieder „Regelunterricht“ herrscht.

Auf der anderen Seite sind aber auch keine strengeren Maßnahmen hinzugekommen, seit sich der Landkreis zum Risikogebiet entwickelt hat, die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 50 überstieg, also innerhalb einer Woche auf 100 000 Einwohner 50 neue Coronafälle gekommen sind.

Außer im Klassenraum gilt in der Clausewitz-Schule Maskenpflicht und vor allem wird eine Menge gelüftet. „Vor dem Unterricht und in der Mitte des Unterrichts etwa nach 20 Minuten, werden die Fenster geöffnet“, sagte Höpfner. Dabei sei es ein glücklicher Umstand, dass in vielen Räumen auf beiden Seiten Fenster seien, so dass ein richtiger Durchzug herrsche.

Viel Werbung für Messgeräte

An weitere Maßnahmen werde nicht gedacht. Auch CO2-Messgeräte sind kein Thema. „Es ist unglaublich, wie wir mit Werbemails für alle möglichen Geräte bombardiert werden“, erzählte Höpfner. Dabei sei die Schule ohnehin die falsche Adresse, wenn dann müsste die Post an den Träger, den Landkreis gehen.

„Solche Messgeräte waren schon vor Corona an einer Berufsschule in Magdeburg im Einsatz“, erzählte Höpfners Amtskollege von den Berufsbildenden Schulen Conrad Tack, Marco Dominé. Nach fünf Minuten seien die aber schon im roten Bereich gewesen, also wenig praktikabel. Auch in der Burger Berufsschule wird auf Masken und Lüften gesetzt. Auf dem Schulhof dürfe die Maske nur zum Essen, Trinken oder Rauchen abgenommen werden, dann müsse aber der Abstand von eineinhalb Metern eingehalten werden.

Regelmäßiges lüften

In den Pausen und nach 20 Minuten werde regelmäßig gelüftet. Die Schüler seien auch darauf hingewiesen worden, sich wärmer anzuziehen. „Es macht sich jetzt schon bemerkbar, dass es deutlich kälter wird und die Heizkörper reagieren nicht so schnell“, sagte Dominé.

Auch am Burger Roland-Gymnasium gibt es keine Maskenpflicht im Klassenraum. „Das dürfte ich auch gar nicht anordnen“, sagte dessen Leiter Thomas Dreher. Jüngst hatte er das Tragen empfohlen, als die Befürchtung eines Coronafalls bestand, die sich nicht bestätigte.

Abfrage zur digitalen Ausstattung

In der Ludwig-Uhland-Grundschle in Genthin läuft derzeit der Regelunterricht weiter. „Wir haben noch keine neuen Vorgaben erhalten und machen weiter wie bisher“, sagte Schulleiterin Angelika Wiegmann. So finde der Unterricht wie gewohnt statt. Sobald man von neuen Vorgaben Kenntnis habe, würden diese dann auch umgehend umgesetzt.

In der Grundschule Stadtmitte läuft derzeit eine Abfrage bei den Eltern zur digitalen Ausstattung in den Haushalten. „Damit soll geprüft werden, ob Lernaufgaben auch per E-Mail versendet werden können“, begründet Schulleiter Ingo Doßmann. Das sei aber nur zur Vorbereitung. Am Montag laufe der Schulbetrieb wie geplant, Elternabend und Schwimmunterricht wurden aber abgesagt. Auch bleibt die Maske beim Betreten des Schulgeländes und im Gebäude Pflicht, nur auf dem Platz im Unterrichtsraum darf die Maske abgelegt werden. Für Doßmann ist es unverständlich, weshalb es einen dreistufigen Rahmenplan für den Schulbetrieb gäbe, bei dem derzeit immer noch Stufe I, also „normaler Betrieb“ gelte.

„Wir hatten am Freitag einen Wert von 90 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Landkreis, da müsste eigentlich Stufe II gelten“, kritisiert er. Das würde einen eingeschränkten Regelbetrieb bedeuten. Einen Lockdown an Schulen, wie ihn Stufe III vorsehen würde, möchte auch er nicht. Er findet aber, dass durch solche Nachlässigkeiten der Schutz des Personals auf der Strecke bleibe. Wobei die Belastung der Mitarbeiter ohnehin enorm gestiegen sei.