Burg l „Wir müssen gemeinsam noch etwas durchhalten – auch über die Ostertage“, sagt Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Der Stadtchef ist wie sein Stellvertreter Jens Vogler überzeugt, dass die restriktiven Vorgaben ihre Wirkung nicht verfehlen, um die Corona-Pandemie eindämmen zu können. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die übergroße Mehrheit an die Maßgaben von Bund und Land halte. Dies hätten auch Kon-trollen der Parkwacht und des Stadtordnungsdienstes ergeben, resümiert Vogler. Etwa sieben Mitarbeiter der Stadt seien täglich auf Streife, um mögliche Verstöße zu ahnden beziehungsweise mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, sagt Vogler. Gab es zu Anfang noch Platzverweise von Polizei und Stadt auf der Skateranlage im Goethepark, zu viele Menschen in Supermärkten, abgerissene Sperrbänder auf Spielplätzen oder Gruppen auf dem Wochenmarkt am Magdalenenplatz habe sich die Situation mittlerweile„beruhigt und gut eingespielt“, so Rehbaum. „Wir sind dankbar, dass alle an einem Strang ziehen.“

Das treffe auch für die 130 Mitarbeiter der Kernverwaltung und 30 Beschäftigten des Bauhofes zu, die derzeit im Zwei-Schicht-System tätig sind. „Einen Stillstand gibt es nicht. Wir bereiten derzeit beispielsweise die großen Investitionen für die Grundschule und Sporthalle Burg-Süd und Schwimmhalle weiter vor oder sind mit Händlern und Unternehmern im Gespräch. Ziel ist es, dass wir unseren Beitrag leisten, damit wieder Normalität einziehen kann“, sagt Rehbaum – und wirft den Blick auf die Wirtschaft in Burg, die wie andernorts auch teilweise stark gebeutelt ist. Auch aus diesem Grund werde ein entsprechender Beschluss auf den Weg gebracht, wonach die Gewerbesteuern auf Antrag für drei Monate gestundet werden können – ohne dass Zinsen oder Säumniszuschläge anfallen. Möglicherweise werde der Zeitraum auch verlängert. Erste Anträge von Gewerbetreibenden seien bereits eingegangen. „Viele hat es hart getroffen, deshalb wollen wir unkompliziert und schnell reagieren“, kündigt Rehbaum an.

Bürger sollen in Burg einkaufen

Besonders Einzelhändler stünden vor schwierigen Zeiten. Aus diesem Grund soll es unter Federführung der städtischen Wirtschaftsförderung eine gezielte Unterstützungsaktion geben, die derzeit noch konkret ausgearbeitet werde. Ziel sei es, die Burger zu sensibilisieren, in ihrer Heimatstadt einzukaufen oder die gastronomischen Einrichtungen zu besuchen. „Wir sollten uns alle ein Stück unter die Arme greifen und auf das besinnen, was wir hier vor Ort haben“, bittet der Stadtchef.

Auch kommunalpolitisch soll jetzt die Ausnahmezeit mehr oder weniger beendet werden. Das heißt, dass der Hauptausschuss am 22. und die Stadtratssitzung am 29. Mai im großen Saal der Stadthalle stattfinden werden – mit großzügiger Sitzordnung und weniger Besucherplätzen. Das Ansinnen der AfD/Endert-Fraktion, für solche Situationen wie jetzt einen Mini-Stadtrat beispielsweise mit Stadtratspräsidium und Fraktionschefs einzuberufen, hält Rehbaum für unnötig. Zum einen, weil Burg schon regulär} mit die meisten Stadtratssitzungen durchführe, zum anderen, weil auch in der Sommerpause über mehrere Monate hinweg keine Sitzung des Gremiums stattfinde.