Gommern l Die hochqualitativen Masken in der Kürze der Zeit zu beschaffen, sei eine große Herausforderung für die Apotheken, sagte Frank Zacharias, Inhaber der Schloss-Apotheke in Gommern. Bei rund 27 Millionen Anspruchsberechtigten im ganzen Land gibt es auch Tausende Frauen und Männer in Gommern und Umgebung, die aus Altersgründen oder aufgrund ihrer Erkrankungen die FFP2-Masken ab heute kostenlos erhalten.

Unklar ist, wie groß heute die Nachfrage bei den Apotheken ist. In der Schloss-Apotheke richtete Frank Zacharias einen extra Abgaberaum ein, der über den Eingang vom Parkplatz aus zu erreichen ist. Sowohl vormittags als auch nachmittags soll die Ausgabe mehrere Stunden geöffnet sein. Die Einzelheiten sprach er gestern Abend mit seinen Angestellten ab.

Personalausweis als Nachweis

Der zusätzliche Eingang soll vermeiden, dass die Schlange vor den eigentlichen Schaltern zu lang wird, damit das Personal weiter die Ruhe hat, die Kunden ausführlich zu beraten.

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Wer die Masken abholt, sollte zum Nachweis des Alters seinen Personalausweis dabei haben. Bei Stammkunden kennen die Apotheken auch die Erkrankungen. Wer die Masken nicht von seiner üblichen Apotheke abholt, könnte einen Medikamentenplan oder ähnliches mitbringen, um seine Berechtigung nachzuweisen.

Wartezeiten reduzieren

„Es wäre gut, wenn die, die die Masken nicht sofort brauchen, erst etwas später kommen“, sagte Frank Zacharias. Das könnte helfen, die Wartezeiten zu reduzieren. Ohne Wartezeit, damit rechnete er fest, werde die Ausgabe der Masken wohl nicht ablaufen. Zugleich seien lange Warteschlangen, bei denen sich vielleicht noch jemand erkälte, nicht der Zweck der Aktion. Sollte es regnen, sollte auf jeden Fall ein Schirm mitgebracht werden.

Am Mittwochabend hatte Frank Zacharias die Bestellungen ausgelöst - wie viele andere Apotheken auch, so dass sich die Lieferzeiten entsprechend verlängerten. Dennoch geht er davon aus, dass er genügend Masken vorrätig hat, um alle Anspruchsberechtigten im Dezember zu versorgen. Mit einem einfachen Rausgeben ist es dabei nicht getan. Die Apotheken müssen dokumentieren, was sie machen.

Trotz Kürze Vorrat angesammelt

Frank Zacharias zeigte sich froh, dass seine Mitarbeiter so mitziehen. Für sie bedeutet das Verteilen der Masken nicht wenig Mehrarbeit in der Adventszeit.

In der Rats-Apotheke in Gommern richtete Alexander Strümpel gestern die Notdienstklappe zur Ausgabe der FFP2-Masken her. Auch er hat trotz der Kürze der Vorbereitungszeit genügend Masken vorrätig, um die Anspruchsberechtigten im Dezember zu versorgen. Es würde sehr helfen, wenn nicht gleich heute alle Menschen, die Masken erhalten sollen, zur Abholung kommen. Zugleich appellierte er, dass sich tatsächlich nur die Menschen kostenlos mit den Masken versorgen, die Anspruch darauf haben. Das Budget sei nämlich begrenzt.

Lieber zur Mittagszeit vorbeikommen

Wer es einrichten könne, sollte möglichst unter Mittag zur Apotheke kommen, wenn die Ärzte geschlossen haben und deshalb die reguläre Nachfrage etwas geringer ist.

Kritisch sieht es Alexander Strümpel, dass die Apotheken von der Verteilung der Masken aus den Medien erfuhren. Angebrachter wäre es gewesen, die vorhandenen Strukturen wie die Kammern zu nutzen, und den Apotheken ein paar Tage Vorlauf für das Aufstocken der Kapazitäten und den Umbau zu geben. So fragten die Kunden schon seit voriger Woche nach den Masken. „Innerhalb einer Woche soll passieren, wozu sechs Monate Zeit gewesen wäre.“

Die Kritik wollte er jedoch nicht in den Vordergrund stellen. Der Schutz der Patienten sei das Wichtigste. Und dafür eigneten sich die FFP2-Masken besser als selbstgenähte oder OP-Masken.