Burg l Einen aktuellen Stand der Corona-Lage im Jerichower Land gab Beigeordneter Thomas Barz (CDU) am Mittwochabend im Kreisausschuss. „Unser Alltagsleben wird schon ein Stückweit von der Situation dominiert“, sagte Landrat Steffen Burchhardt (SPD). Nachdem bekannt geworden war, dass ein 39-Jähriger aus dem Bördekreis auch in der Clausewitz-Kaserne stationiert gewesen sei, gebe es keinen direkten Fall im Landkreis, sagte Barz. Es sei auch bei der Anzahl von 46 Kontaktpersonen des Mannes geblieben, die in häusliche Quarantäne genommen wurden.

Quarantäne als erste Möglichkeit

„Derzeit sehen wir keinen Anlass, Empfehlungen oder Verbote für Veranstaltungen auszusprechen“, sagte der Beigeordnete. Unterdessen sind im Landkreis aber bereits Veranstaltungen abgesagt worden, beispielsweise der Sängerball in Loburg am morgigen Sonnabend und das Genthiner Frühlingsfest.

Das Gesundheitsamt werde derzeit von der Personenzahl her verstärkt. Das heißt nicht, dass Neueinstellungen vorgenommen werden, sondern Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Kreisverwaltung dorthin rekrutiert werden, um Unterstützung zu leisten. Dies sei als Vorbereitung für einen möglichen höheren Arbeitsaufwand gedacht, derzeit habe das Amt den Betrieb im Griff.

Barz warnte vor Panikmache, aber ebenso vor dem Kleinreden. Wer Symptome zeige und aus einem Risikogebiet komme, müsse sich in Quarantäne begeben. Er blickte ins besonders betroffene Italien. „Dort haben sie mit 60 Millionen Einwohnern bei 2500 Infizierten alles dicht gemacht“, sagte er. So sei auszurechnen, welche Zahl bei den 80 Millionen Deutschen erreicht werden müsse. Laut Robert-Koch-Institut sind es derzeit gut 2000 Fälle.

Absprachen für den Krisenfall

Mit der AJL und der NJL seien Absprachen getroffen worden, wie im Krisenfall die Abfallentsorgung und der Öffentliche Personennahverkehr gehandhabt werden. „Wir bereiten uns vor, alles andere liegt nicht in unserer Hand“, sagte Barz.

Auch bei den Anfragen spielte Corona noch einmal eine Rolle. So waren Andreas Fischer (Wählergemeinschaften Jerichower Land) und Hartmut Dehne (CDU) auf die Sorge aufmerksam gemacht worden, dass für medizinisches Personal nicht ausreichend Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel verfügbar sein könnten. Regelungen gibt es dafür noch keine. So sind eben Mundschutztücher und Desinfektionsflüssigkeiten nicht nur dem medizinischen Personal oder Personen, die beruflich auf Hygiene angewiesen sind, vorbehalten.

Landrat Burchhardt merkte an dass es auch den Apo- theken unter den besonderen Umständen gestattet sei, Desinfektionsmittel selbst herzustellen. Jedoch sei das Problem auch, die Bestandteile dafür zu bekommen. Regelmäßig tauscht sich eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Thomas Barz über die aktuelle Situation aus.