Soziales Engagement

Das Jerichower Land ging zwar leer aus, beeindruckte beim DAK-Wettbewerb dennoch mit Ideen

Vor einem Dreivierteljahr startete der Wettbewerb Gesichter für ein gesundes Miteinander der Krankenkasse DAK. Auch Teilnehmer aus dem Jerichower Land waren dabei. Steffen Meyrich blickt zurück auf den Wettbewerb, bei dem zahlreiche Ideen bekannt wurden.

Von Nicole Grandt
Die Bewerber aus dem Jerichower Land schafften es zwar nicht aufs Treppchen, mit Susan Heldmann war trotzdem eine Sachsen-Anhalterin unter den Gewinnern.
Die Bewerber aus dem Jerichower Land schafften es zwar nicht aufs Treppchen, mit Susan Heldmann war trotzdem eine Sachsen-Anhalterin unter den Gewinnern. Foto: DAK

Burg - „Der Wettbewerb lief richtig gut“, resümiert Steffen Meyrich, Leiter der Landesvertretung Sachsen-Anhalt der DAK. Bei diesem Wettbewerb mit dem Titel Gesichter für ein gesundes Miteinander konnten sich Ehrenamtliche bewerben, die sich in irgendeiner Weise für das gesellschaftliche Miteinander einsetzen. Obwohl es viele Personen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren, sei es zunächst gar nicht so leicht gewesen, diese zu einer Bewerbung zu bewegen. „Viele Ehrenamtliche engagieren sich, weil sie es selbst für etwas wichtiges und richtiges halten, nicht weil sie Aufmerksamkeit möchten“, erklärt Meyrich. Dennoch war es ihm wichtig, dass Menschen, die sich für andere einsetzen, durch diesen Wettbewerb etwas mehr Anerkennung bekommen.

Auch Bewerbungen aus dem Jerichower Land

Aus dem Jerichower Land gingen auch Bewerbungen ein. Der Förderverein Kita Regenbogen aus Möser ging ins Rennen um den Preis, und auch der Verein Lindenblüte aus Hohenseeden stellte sein ehrenamtliches Engagement vor. Allerdings schafften es beide Bewerber aus dem Jerichower Land nicht unter die Preisträger. „Alle Bewerbungen waren gut, auch die der Teilnehmer aus dem Jerichower Land. Allerdings haben andere Projekte in diesem Jahr das Rennen gemacht. Das soll aber Ehrenamtliche oder auch Vereine aus dem Landkreis nicht entmutigen. Ab dem 1. September startet der Wettbewerb erneut, dann freuen wir uns natürlich auch wieder auf Bewerbungen aus dem Jerichower Land“, berichtet Meyrich.

Die Siegerehrung musste wegen der Corona-Pandemie digital stattfinden. Dennoch sei diese laut Meyrich ergreifend gewesen. „Die Ideen der Gewinner waren wirklich toll, aber ich begeistere mich auch für das Engagement derjenigen, die nicht gewonnen haben. Beispielsweise finde ich die Idee einer App, die Angehörige im Trauerfall unterstützt, sehr gut. In einer solchen Situation kann die App mit Auflistungen und Vordrucken für Kündigungen von Verträgen der verstorbenen Person für die Hinterbliebenen eine große Erleichterung darstellen.“

In dem Wettbewerb gab es drei Kategorien. Interessenten konnten sich in einer oder mehreren Kategorien bewerben. Diese lauteten Gesichter für eine gesunde Gesellschaft, Gesichter für ein gesundes Leben und Gesichter für ein gesundes Netz.

In der ersten Kategorie konnten sich Menschen bewerben, die sich in irgendeiner Form für Freundlichkeit, Rücksicht, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Respekt einsetzen oder sich beispielsweise gegen Mobbing engagieren. Wer hingegen das Augenmerk auf gesunde Ernährung, Stressmanagement oder Suchtprävention gelegt hat, konnte sich in der zweiten Kategorie bewerben. Wer sich hingegen für einen gesunden Umgang einsetzt, war bei der Kategorie Gesichter für ein gesundes Netz richtig. Ausgelobt waren für den ersten Preis jeweils 1000 Euro, für den zweiten 750 Euro und für den dritten 500 Euro.

Projekt Brieffreunde kam auf den dritten Platz

Nach der Auswertung der Bewerbungen wurden zunächst Sieger im jeweiligen Bundesland in den einzelnen Kategorien bekannt gegeben und anschließend wurde noch ein bundesweiter Preis vergeben. Auch wenn das Jerichower Land hier nicht vertreten war, hat es im Bundeswettbewerb doch zumindest Sachsen-Anhalt auf einen der vorderen Plätze geschafft. In der Kategorie Gesichter für ein gesundes Netz kam Susan Heldmann aus Staßfurt mit ihrem Projekt Brieffreunde auf den dritten Platz. Susan Heldmann fördert mit ihrem Engagement digitale internationale Brieffreundschaften zwischen Schulkindern. Die Kinder können auf diese Weise mehr über das Leben von Schülern in anderen Ländern erfahren. Sie tauschen sich untereinander im Internet über Schulalltag, Feste, Freizeitaktivitäten und die Auswirkungen der Corona-Pandemie aus. Der Austausch von Kindern aus verschiedenen Kulturen fördert Toleranz und Akzeptanz und kann dabei den jeweiligen Horizont erweitern. Außerdem lernen die Kinder, sich selbst mitzuteilen und erhalten zusätzlich die Möglichkeit, mit dem Internet physische Grenzen zu überwinden.

Der erste Platz in Sachsen-Anhalt in der Kategorie Gesichter für ein gesundes Leben ging an Jörg Schreyer aus Leuna mit seinem Projekt Fit und gesund – statt müde und rund. Kinder und Jugendliche lernen dort eine nachhaltige und gesunde Lebensweise. Im Mittelpunkt des Projekts stehen Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Entstehung von Lebensmitteln sowie deren Bezug zur Natur und Umwelt. Der Höhepunkt des Projektes ist die Anpflanzung einer Streuobstwiese mit Aufstellen eines Insektenhotels. Der erste Platz in Sachsen-Anhalt in der Kategorie Gesichter für eine gesunde Gesellschaft ging an Janine Langner aus Magdeburg für den Verein Menschenzauber.  Mit ihrem Verein möchte sie Menschen in besonderen Lebenssituationen unvergessliche Momente bereiten und ein Lachen ins Gesicht zaubern.

Meyrich beeindruckt vom Engagement

„Es gab noch weitere großartige Teilnehmer, bei denen ich nur staunen konnte, wie sie es schaffen, diese Ideen umzusetzen neben all den Herausforderungen und Aufgaben, die man sonst noch im Leben bewältigen muss. Ich war beispielsweise begeistert von der Idee von Walter Exner, der mit seinem Wagen jeden Tag Flüchtlingskinder von der Unterkunft zur Kindertagesstätte und zurück fährt. Oder auch die Idee von Torge Christian Wittke aus Hannover, der ein Sportprogramm für Obdachlose umsetzt, hat mich sehr beeindruckt“, fasst Meyrich zusammen. Das Projekt Training für Menschen in wirtschaftlicher Not und ohne Obdach wurde auch Bundessieger in der Kategorie Gesichter für ein gesundes Leben.

Ab dem 1. September können Vereine und Ehrenamtliche ihre Ideen wieder bei der nächsten Runde des Wettbewerbs Gesichter für ein gesundes Miteinander einreichen. „Die Ideen müssen gar nichts Aufwendiges sein, eine unserer Preisträgerinnen aus diesem Jahr war beispielsweise eine Schülerin, die ihr Taschengeld aus dem Sparschwein spendete. Es geht nur darum, sich für andere Menschen einzusetzen und zu engagieren und damit unsere Gesellschaft ein Stück weit sozialer, lebenswerter und gesünder zu machen.“