Nach Tod von Tieren im Hochwasser bei Jerichow / Mahnwache in Berlin geplant

Demonstration gegen Nabu-Chef in Buch

Von Anke Hoffmeister

Buch l "Leider sind es heute nicht so viele wie erwartet", sagt Doreen Lemme und schaut in die Runde. Mit etwa 300 Teilnehmern hatte sie gerechnet, schreibt die wenigen Teilnehmer vor allem der Baustelle zwischen Bölsdorf und Tangermünde zu.

Dann setzt sie vor jede weitere Erklärung: "Es geht hier nicht gegen die Person Dr. Neuhäuser. Wir fordern den Rücktritt des Mannes, der verantwortlich ist für den Tod von Auerochsen und Wildpferden im ostelbischen Raum." Und so lange das nicht erfolgt ist, wolle sie weiter einmal im Monat zu einer Demonstration nach Buch einladen. Die Klietznickerin fordert: "Er soll gehen." Zudem will sie versuchen, ein "Tierhaltungsverbot für den Nabu durchzukriegen, zumindest aber ein Verbot, Tiere in Zukunft auf den Überflutungsflächen weiden zu lassen."

Kathleen Menzel aus Schelldorf fügt hinzu: "Wir hoffen, dass mit unseren Demos der Nabu-Landesverband unter Druck gerät. Für das, was geschehen ist, muss jemand zur Rechenschaft gezogen werden. Und das ist nun mal Dr. Neuhäuser." In den Augen der jungen Mutter habe der Nabu auch eine erzieherische Aufgabe. Wenn Kinder und Jugendliche jetzt miterleben, dass für den Tod der Tiere niemand gerade stehen muss, wie solle dann der Nabu in Zukunft glaubhaft für Natur und Umwelt stehen?, sind ihre Argumente.

Der Vorstand des Nabu-Kreisverbandes schreibt in seiner Erklärung zu dieser lange vorher angekündigen Demonstration unter anderem: "Das angebotene Gespräch mit dem Kreisvorstand haben beide Frauen ausgeschlagen." Dazu stehen sie, geben offen zu verstehen, Dr. Peter Neuhäuser persönlich nicht zu kennen, ihn auch nicht kennenlernen zu wollen. "Ein Gespräch würde nicht produktiv sein", sagt Doreen Lemme. Neben ihren Forderungen, die Doreen Lemme jetzt an den Nabu richten will, plant sie auch eine Mahnwache vor der Nabu-Zentrale

Was viele der Menschen bewegt, die am Sonnabend dabei sind, als es zweimal mit Polizeibegleitung durch Kirch- und Breite Straße geht, sind die Erlebnisse während der Hochwassertage. "Wir haben die Tiere erbärmlich schreien hören, mehrere Tage lang", berichtet Spargelbauer Tim Garlipp aus Schelldorf. "Dr. Neuhäuser hätte einfach viel eher reagieren müssen." "Jeder Privatmann sieht zu, dass er seine Tiere vor dem Wasser wegholt", ergänzt ein anderer Demonstrant. "Darum soll Dr. Neuhäuser einen Dämpfer kriegen", begründet Jürgen Malchau seine Teilnahme an der Demo. Tim Garlipp stellt klar: "Es geht hier nicht um all das, was der Nabu in den vergangenen Jahren für Natur und Umwelt, für den Ort und die Region getan hat. Diese Demo gibt es, weil viele Tiere sterben mussten. Dr. Neuhäuser hat aus zwei Hochwassern nichts gelernt. Das ist das Schlimme." In seinem Schreiben vom Freitag erklärt der Nabu-Kreisvorstand weiter: "Es handelt sich samt und sonders um Beleidigungen und Verleumdungen der Person von Dr. Neuhäuser. Der Nabu-Kreisvorstand erklärt, dass er komplett hinter seinem Vorsitzenden Dr. Peter Neuhäuser steht. Der Vorstand betont nochmals, dass mit Beginn der Flut alles Menschenmögliche getan wurde, um die halbwild lebenden Weidetiere in der Bucher Brack einzufangen und zu evakuieren. Auch der Landesverband Nabu Sachsen-Anhalt steht hinter dem Kreisvorstand."