Messbare Erfolge sind abzuwarten

Die Stadt Möckern beteiligt sich an Lärmkartierung des Landes, um Kosten und Aufwand zu sparen

Seit Jahren muss sich Möckerns Stadtrat damit befassen, wie mit Lärm an Hauptverkehrsstraßen umzugehen ist. Rund 14.000 Euro lässt es sich die Stadt nun kosten, um nicht selber eine teure Lärmkartierung durchführen zu müssen.

Von Stephen Zechendorf
Die A2 zwischen Grabow und Friedensau. Wer in der Nähe wohnt, bekommt den Lärm mit.
Die A2 zwischen Grabow und Friedensau. Wer in der Nähe wohnt, bekommt den Lärm mit. Foto: Stephen Zechendorf

Möckern - Die Stadt Möckern ist – wie alle anderen Kommunen auch – gesetzlich dazu verpflichtet, die Geräuschbelastung durch Umgebungslärm an Hauptverkehrsstraßen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bis zum 30. Juni 2022 in einer Lärmkarte darzustellen.

Autobahnabschnitt bei Grabow ist betroffen

In der Einheitsgemeinde gibt es lediglich eine solche Hauptverkehrsstraße, nämlich die Bundesautobahn 2 auf einem Streckenabschnitt von fast 17 Kilometern im Bereich Grabow.

„Nicht zu schaffen“, sagt Möckerns Bau- und Ordnungsamtsleiter Arne Haberland mit Blick auf den Aufwand einer solchen Kartierung. Der erforderliche Koordinierungs- und Abstimmungsaufwand für die Lärmkartierung sei nicht leistbar und die erforderliche Technik nicht vorhanden. Nur spezielle Ingenieurbüros könnten so eine Lärmkartierung erstellen.

„Den Städten und Gemeinden eine Aufgabe zu übertragen, für deren Erfüllung sie sich Externen bedienen müssen und in der Folge hohen Finanzierungsaufwand haben, wurde von Anfang an stark kritisiert“, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Landeszentrale Lärmkartierung soll entlasten

Das hat man wohl auch auf Landesebene erkannt: Zur personellen und finanziellen Entlastung bieten der Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt und das Land Sachsen-Anhalt den Kommunen die Möglichkeit, ihre Lärmkartierung landeszentral zu organisieren.

Einem entsprechenden Rahmenvertrag mit dem Landesamt für Umweltschutz (LAU), wird die Stadt Möckern nun beitreten. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung nämlich beschlossen.

Damit kommen auf die Stadtkasse Kosten in Höhe von knapp 14.200 Euro zu. Der Betrag berechnet sich aus der Kilometerzahl der betroffenen Straßenabschnitte und einer Pauschale.

Für den 16,96 Kilometer langen Autobahnabschnitt hat die Stadt Möckern 700 Euro pauschal sowie 800 Euro pro zu kartierendem Streckenkilometer im Gemeindegebiet 2022 an das LAU zu zahlen.

Lärmschutzmöglichkeiten meist schon ausgelotet

Was aus der Kartierung letztlich für die von Lärm betroffenen Anwohner herauskommt, müsse man sehen, gibt sich Bauamtsleiter Arne Haberland zurückhaltend. Es dürfte schwer werden, mit der Bundesautobahnverwaltung entsprechende Regelungen zu Lärmschutzwänden oder besonders gedämmten Fenstern zu treffen, „denn in der Regel sind alle Möglichkeiten schon ausgelotet worden“. Auch mit einer Verlegung der Bundesautobahn 2 sei nicht zu rechnen.