Burg l Sie sehen heutzutage schon schnittig aus und machen den Alltag leichter – die modernen Elektro-Bikes, die von Jahr zu Jahr noch ausgefeilter auf den Markt kommen. Weil sie immer leichter werden und auch die Leistung der Akkus zunimmt, steigt der Absatz stetig. Zur Zielgruppe gehören junge Leute, die oftmals auf Trekking-Räder stehen, und viele Ältere, die Spaß an ausgedehnten Radtouren haben. Laut dem Handelsblatt verkauften die Händler in Deutschland im Jahr 2019 mehr als eine Million E-Bikes, fast sieben Mal so viele wie noch vor sieben Jahren. Und im Durchschnitt werden etwa 2300 Euro pro Rad investiert.

Auch Bernd Felscher aus Burg hat sich von den „vielen Vorteilen“ eines E-Bikes leiten lassen. Erst hatte seine Frau ein modernes Rad, dann er. Touren über Land sind keine Seltenheit „und machen uns großen Spaß“. Auch für Erledigungen werden die Räder schon mal aus der Garage geholt. „Aber manchmal mit einem mulmigen Gefühl, weil man weiß, dass Diebe sehr schnell zuschlagen“, sagt der Burger. Und tatsächlich wurde aus dem Gefühl Wirklichkeit. Felscher hatte nur eine gefühlte Viertelstunde in der Stadthalle etwas abzusprechen und sicherte sein E-Bike vor dem Gebäude mit einem Fahrradschloss. Als er aus dem Haus kam, war das teure Fahrrad weg. „Ein Schock“, sagt er.

Diebstähle wöchentlich

So wie ihm ergeht es vielen Besitzern. Diebstähle aus Kellern, von Fahrradständern oder vor Einkaufsstätten stehen fast wöchentlich auf der Tagesordnung und sind im Polizeibericht nachzulesen. Zwar trennt das Polizeirevier in Burg in der Statistik nicht zwischen normalen und elektrisch angetriebenen Rädern, verzeichnet aber insgesamt gesehen einen Anstieg der Diebstähle, konstatiert Sprecher Christian Sewina. Wurden zwischen Januar und Juni 2019 127 Fahrräder entwendet, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres bereits 135. Die Aufklärungsquote sank von elf Prozent im vergangenen Jahr auf aktuell 10,4 Prozent.

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Fahrraddieben habhaft zu werden ist ein schwieriges Unterfangen, sagt Sewina. Mit entsprechenden Schlössern und einigen Tipps kann ihnen aber das Handwerk erschwert werden. Grundsätzlich sollten zehn Prozent des Fahrradpreises für ein Schloss ausgegeben werden, rät der Polizeisprecher. Und: „Fahrräder sollten immer am Rahmen mit einem festen Gegenstand angeschlossen werden, also nicht nur der Rahmen mit dem Hinterrad. Dann können die Fahrräder auch nicht mit dem Schloss weggetragen werden.“ Polizeisprecher Sewina rät außerdem zu einer Codierung, die die Verkehrswacht Jerichower Land nach wie vor anbietet. „Dadurch kann ein gestohlenes Rad dem Besitzer schnell zugeordnet werden.“

Meist gute Schlösser an E-Bikes

Auch Kerstin Laslo vom Fahrradgeschäft Persch in Burg kennt das Problem. Selbst in ihrem Laden schließt sie die Schlösser der ausgestellten Räder, und von allen E-Bikes sind die Displays abgeschraubt, weil sie begehrt sind wie die Räder selbst. „Die meisten E-Bikes haben ja gute Schlösser“, sagt die Fachfrau. Allerdings sichern die eingebauten nur das Hinterrad. Deswegen sei es sinnvoll, mit einem guten zweiten Schloss den Rahmen des Rads an einem festen Gegenstand anzuschließen. Einige Hersteller sichern die E-Bikes mittlerweile auch mit einem GPS-Sender, sagt Kerstin Laslo. Das Problem dabei sei allerdings, dass Diebe mittlerweile auf den Diebstahl solcher Räder spezialisiert sind, mit technischem Gerät die Schlösser knacken und die Beute in Sekundenschnelle mit dem Auto abtransportieren. Andere Hersteller bieten die Möglichkeit, per PIN eine Motorsperre zu aktivieren.

Wie begehrt die Räder nicht nur als Diebesgut sind, merkt Kerstin Laslo auch im Laden. Zulieferfirmen kommen nicht mehr nach, so dass es zu Wartezeiten von bis zu einem Vierteljahr kommen kann. Was jetzt noch bestellt wird, sagt sie, kommt dieses Jahr wohl nicht mehr an.

Terminabsprachen für Fahrrad-Codierungen sind über die Telefonnummer 03921/99 05 05 oder Mail mit der Adresse info@verkehrswacht-jl.de jederzeit möglich.