Kinder- und Jugendforum

Diskussion beim Kinder- und Jugendforum, wie sich junge Menschen mehr einbringen können

Das Kinder- und Jugendforum Burg traf sich online zu einer Sitzung.
Das Kinder- und Jugendforum Burg traf sich online zu einer Sitzung. Screenshot: Jacob Zeuch

Nicole Grandt Burg

Das Kinder- und Jugendforum tagt derzeit online. Eine Sitzungssform, die der Vorsitzende Jacob Zeuch durchaus positiv sieht: „Es ist einfach, man klappt den Laptop auf, egal wo man ist. Und wir können uns dadurch auch recht kurzfristig treffen. In Präsenz ist das schwieriger, weil wir auch Mitglieder aus Gommern und dem südlichen Jerichower Land haben.“ Beschlussfähig war das Forum bei dieser Sitzung nicht, da kurzfristig zwei Mitglieder absagen mussten. „Aber das machte nicht so viel aus, weil wir in dieser Sitzung nicht über Projektanträge abstimmen mussten“, erklärt Jacob Zeuch.

Bürgermeisterkandidaten waren dabei

Bei dieser Sitzung waren die Mitglieder des Kinder- und Jugendforums nicht allein, es waren auch Gäste anwesend. Dazu gehörten die Kandidaten, die sich um das Amt des Bürgermeisters bewerben. René Kellner (CDU) erklärte, dass er die Entwicklung Burgs weiter voranbringen will, dass beispielsweise die Schwimmhalle fertiggestellt werden soll oder ein Gerätehaus umgesetzt werden soll. In die politische Arbeit möchte er die Kinder und Jugend einbeziehen, beispielsweise mit Hilfe eines Kinder- und Jugendbeirates, die auch in Ausschüssen vertreten sind.  Philipp Sievert (SPD) will ebenfalls Bürgermeister in Burg werden. Auch er  möchte Kindern und Jugendlichen mehr Verantwortung geben, zum Beispiel mit Hilfe eines Kinder- und Jugendbeirates. Auch eine Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen im Stadtrat kann er sich vorstellen. Beide Kandidaten lobten die Arbeit des Kinder- und Jugendforums und sicherten im Falle einer Wahl eine Zusammenarbeit zu.

Jugendarbeit soll gestärkt werden

Auch zwei Kandidatinnen für die Landtagswahl aus dem Wahlkreis 6 waren bei der Online-Sitzung des Kinder- und Jugendforums dabei. Elrid Pasbrig ist Direktkandidatin der SPD und kündigte an, dass sie sich für eine Stärkung der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit einsetzen möchte. Zusätzlich möchte  sie Investitionsprogramme für Jugendclubs für engagierte Jugendliche schaffen und dafür sorgen, dass Jugendliche gesellschaftliches Leben mitgestalten können. Ein Thema, das Jugendliche immer wieder bewegt, ist die Ausbildung. Auch hier will sich Elrid Pasbrig einsetzen. Ihr sei es wichtig, Ausbildungsplätze anzubieten, welche gut entlohnt werden sollen, um junge Menschen in Sachsen-Anhalt dauerhaft halten zu können.

Rebekka Grotjohann tritt im Wahlkreis 5 für die Linke als Direktkandidatin an. Sie kündigte an, die Stimme der jungen Menschen in die Politik bringen zu wollen. Junge Menschen sollen sich selbst einbringen können und viel mehr Mitbestimmung erhalten. Zusätzlich sollen laut ihr Kinder- und Jugendbeiräte mit eigenem Budget und einem Vetorecht ausgestattet werden.

Was kann verbessert werden?

Allen politischen Gästen wurde die Frage gestellt, was an der Kinder- und Jugendarbeit verbessert werden kann.  Elrid Pasbrig sprach sich dafür aus, dass Beschäftigte in Kinder- und Jugendarbeit mit Tarif zu entlohnen seien, um mehr Wertschätzung deutlich zu machen. Rebekka Grotjohann sah den Sport im Mittelpunkt. Sie wäre dafür, den Sport, insbesondere E-Sport, mehr zu fördern, die Sportstätten zu erhalten und es jungen Menschen zu ermöglichen, sich dort mehr einzubringen. Sie sprach sich für bessere Finanzierungsoptionen aus und auch die Förderung von Theater-Angeboten, da der ländliche Raum sonst kulturleer zu werden drohe.

René Keller würde es begrüßen, wenn Jugendliche mehr als sachkundige Einwohner angesehen werden würden und nicht nur in der stationären Jugendarbeit in Jugendclubs gefragt werden würden. Denn es gäbe auch Jugendliche, die kein Interesse an den Clubs hätten oder sich nicht dorthin trauen. Zudem würde er das Vereinsleben stärken, da viele Jugendliche dieses Angebot nicht kennen. Auch Philipp Sievert sieht eine Verbesserung darin, Kinder und Jugendliche in den Stadtrat zu integrieren, um ihren eine Stimme zu geben, Visionen zu entwickeln und gemeinsam mit den Ortschaften zu arbeiten.

Die Kandidaten wollten im Umkehrschluss aber auch wissen, was sich das Jugendforum von ihnen wünscht. Die Mitglieder würden gern mehr Aufmerksamkeit auf das Forum lenken, um Mitglieder zu gewinnen, die Vereinsarbeit stärken und auf die Vereine aufmerksam machen, sowie eine bessere Kommunikation zwischen der Stadt Burg und Vereinen etablieren.

Imagefilm wird demnächst gedreht

Im Anschluss wurden noch weitere Projekte besprochen wie das Musikprojekt „Stimmreif“, bei dem Künstlern Kontakte vermittelt werden sollen beispielsweise zu Gesangscoachings oder im Bereich Choreographie.

In Zukunft soll auch ein Imagefilm für das Forum umgesetzt werden. Wann genau dieser veröffentlicht werden soll, ist noch nicht bekannt. „Wir werden in Burg drehen, möglichst noch vor den Sommerferien. Es soll ein Eindruck vom Forum entstehen, was wir tun und damit wir neue Mitglieder werben. Es werden beispielsweise beim SoKuz und beim Skateplatz einige Sequenzen gedreht, diese werden dann anschließend zusammengeschnitten“, so Jacob Zeuch.

Die Mitglieder des Forums werden demnächst in einheitlichen Shirts beziehungsweise Sweatjacken unterwegs sein. „Sobald es Veranstaltungen oder Projekte gibt, werden wir damit einheitlich auftreten, sozusagen als Erkennungszeichen“, berichtet Jacob Zeuch.

Bei künftigen Veranstaltungen werden die Mitglieder wie Tim Harzer (links) und Jacob Zeuch des Kinder- und Jugendforums in einheitlichen T-Shirts und Sweatjacken anzutreffen sein.
Bei künftigen Veranstaltungen werden die Mitglieder wie Tim Harzer (links) und Jacob Zeuch des Kinder- und Jugendforums in einheitlichen T-Shirts und Sweatjacken anzutreffen sein.
Foto: Paul Klein