Schweinitz l Über mangelndes Vereinsleben können sich die Schweinitzer nicht beklagen. Das „Festkomitee“, Volkssolidarität, Schützenverein, Feuerwehr und die „Springmäuse“ sind schon lange ein Garant dafür, dass die Feste und Feiertage im Ort würdig begangen werden. Doch nun wollte man das Festkomitee auf eine neue Ebene heben, erklären die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Cindy Runge und der Ortswehrleiter Heiko Herder. Die Rechtsform eines Vereines hilft bei organisatorischen Dingen und nicht zuletzt auch bei der Spendenannahme.

Vereinsvorstand steht

Am 20. Februar waren die Gründungsmitglieder zur konstituierenden Mitgliederversammlung zusammengekommen, derzeit liegen die Vereinsformulare beim Notar. Der Vereinsvorstand besteht aus der Vorsitzenden Cindy Runge, Heiko Herder als Stellvertreter, sowie Edelgard Jahn, Bernd Fahle, Egbert und Dirk Köhler sowie Manfred Paul.

Die Idee zu der Vereinsgründung hatte man in Schweinitz schon vor zwei Jahren zum Weihnachtsmarkt gehabt. Den immer beliebter werdenden Schweinitzer Weihnachtsmarkt organisierte das Festkomitee inzwischen zum zehnten Mal. Seit zwei Jahren stemmt man auch das Schweinitzer Herbstfest.

Seit Jahren werden zudem die Dorf- und Schützenfeste – gemeinsam mit der Schützengilde St. Hubertus – vorbereitet und durchgeführt.

Auch die in diesem Jahr anstehende Einweihung des restaurierten Gedenksteines zum Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges steht im Terminkalender des neuen Heimatvereines. Hier jedoch war es die Schützengilde, die sich als Nachfolgevereins des damaligen Kriegervereines versteht und im Jahr 2018 an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren erinnern möchte.

In einem Jahr könnte der neue Heimatverein auch die dann mögliche 810-Jahr-Feier organisieren. Schließlich steht auf dem neu aufgestellten Begrüßungsschild im Ort das Jahr der urkundlichen Ersterwähnung: 1209. „Mal schauen, ob das eine größere Veranstaltung wird“, hält man sich im Vereinsvorstand zurück. Die 800-Jahr-Feier war schließlich groß gefeiert worden.

Etwas anderes hat man sich auf die Fahne geschrieben – und auf das eben erwähnte Begrüßungsschild auch. Man will den geradezu historischen Beinamen von Schweinitz „Räuberdorf“ wieder aufleben lassen. „Da wir umgeben von fast nur Wäldern liegen, war die Ortschaft als ‚Räuberdorf‘ verschrien“, erläutert Cindy Runge: „Reisende mussten die Waldstraßen durchqueren, um ans Ziel zu kommen, und dann fand durchaus der ein oder andere Räuber aus Schweinitz seine Beute beim Reisenden.“

In heutiger Zeit braucht man jedoch nicht zu fürchten, in Schweinitz überfallen zu werden. Im Gegenteil: zur Erhöhung der Schweinitzer Gastfreundschaft wird etwa überlegt, den zur 800-Jahr-Feier kreierten Kräuterlikör aus dem „Räuberdorf“ wieder aufleben zu lassen. Mit passender Dekoration wird am Räuberdorf-Image gewerkelt: Ein Kunststoff-Wildschwein wurde bereits organisiert.

Arbeitseinsatz im Park

Erstmals tätig werden wollen die Vereinsleute bereits am Sonnabend, 17. März. „Dann wollen wir den ehemaligen Gutshof wieder begehbar machen, das Unterholz beseitigen und die liegen gebliebenen Äste wegräumen“, erklärt Heiko Herder. Vor Kurzem hatte der Bauhof Möckern die Sturmschäden beseitigt und einige Bäume gefällt. Bei dem Arbeitseinsatz sind alle Helfer willkommen. Und natürlich freut sich auch der neue Heimatverein Schweinitz über weitere Mitglieder.