Gommern l „Entschuldigung, sind Sie Frau Rüdiger?“ – „Ja...“ – „Herzlichen Glückwunsch, sie wurden nominiert zu einem Battle zwischen Ihnen und unserem Überraschungsgast.“ So lautet der erste Dialog in einem Kurzfilm, der gestern von Schülern der Gommeraner Sekundarschule „Fritz Heicke“ auf der Wasserburg gedreht wurde.

Kamera läuft und Action!

Sieben Schüler der Schule, drei Jungs aus der 7a und vier Mädels aus der 8a, haben sich seit knapp einem halben Jahr akribisch auf den großen Tag vorbereitet – den Tag des Filmdrehs. Gestern war es soweit. Um 10 Uhr hieß es: Kamera läuft – und Action!

Der Videodreh ist Teil des Berufsorientierungsprojektes „Endspurt“. Dabei handelt es sich um eine schulbegleitende Arbeitsgemeinschaft, die durch das Nestor Bildungsinstitut durchgeführt wird. Die Schüler sollen einen vertieften Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt vor Ort erhalten. Dabei entsteht ein bis zu dreiminütiger Imagefilm zu den verschiedensten beruflichen Möglichkeiten im Jerichower Land. Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds, die Agentur für Arbeit und das Land Sachsen-Anhalt gefördert sowie vom Landkreis Jerichower Land unterstützt.

Bilder

Am Anfang steht eine Filmidee

Einen Film drehen? Wie fängt man da an? Eine Idee muss her. Welcher Beruf interessiert uns? Anhand einer Berufsübersicht der Agentur für Arbeit stellten die Schüler eine Liste von Berufen zusammen, die für sie von Interesse sind und die sie gern in einem Film vorstellen möchten. Schnell entschieden sich die Schüler, den Beruf des Kochs näher vorzustellen.

Die Idee jedoch reicht nicht. Viel mehr Vorarbeit ist nötig. Gemeinsam mit den Sozialpädagogen Holger Probst und Colette Schröter vom Bildungsinstitut Nestor, haben die Schüler das Drehbuch zum Film entwickelt. Wochenlang wurden Texte geschrieben, wieder verworfen, ausgebessert und „mundgerecht“ gemacht, so dass sie leicht über die Lippen gehen. Und spannend soll die Geschichte ja auch sein.

Film dreht sich um Köchin

Die Story: Nathalie geht wie jeden Tag zur Arbeit. Seit Jahren arbeitet sie schon als Köchin auf der Wasserburg. Doch heute ist alles anders. Es soll einen Kochwettbewerb geben. Ihre Gegnerin ist Emily. Emily, ebenfalls Köchin, ist sehr von sich überzeugt – und ihr ist völlig klar, wer gewinnen wird. Das lässt sie Nathalie spüren. Doch am Ende kann es nur eine geben ...

Beim Dreh auf der Wasserburg ist den Schülern die Aufregung ein wenig anzumerken. Vor allem jene Szenen, in denen gesprochen wird, sind nicht so einfach. Laut und deutlich sprechen, nicht nuscheln, den Text korrekt wiedergeben. Manche Szenen müssen drei, vier Mal wiederholt werden, ehe sie perfekt sind.

Spaß am Filmen muss sein

Doch trotz der knisternden Anspannung, herrscht vor allem eins: Spaß am Filmen. Die Schüler sind voll in ihrem Element. Es wird viel gelacht. Diese Freude im Film einzufangen, das Berufsbild des Kochs unbefangen zu präsentieren –von Schülern für Schüler – ist Ziel von „Endspurt“.

Neben dem tiefen Eintauchen in das Berufsbild des Kochs lernen die Schüler ganz nebenbei den Umgang mit Kameras, wie man Szenen und Bilder gestaltet, was es mit dem Weißabgleich auf sich hat, wie Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit zusammenhängen.

Filme zu unterschiedlichen Berufen

Die Schüler der Sekundarschule „Fritz Heicke“ sind nicht die einzigen, die derzeit an „Endspurt“ teilnehmen. Insgesamt zwölf Filme zu unterschiedlichen Berufen sind im vergangenen Schulhalbjahr im Jerichower Land entstanden. Und sie werden nicht in der Schublade verschwinden.

Um möglichst große Reichweite und viele Zuschauer zu finden, werden alle Videos auf der Webseite www.zukunftschecker.de veröffentlicht. Zudem ist für den gestern gedrehten Film eine Premiere an der Schule vorgesehen.

Outtakes sind zum Lachen

Doch auf zwei Dinge freuen sich die jungen Filmemacher am meisten. Erstens: Die Outtakes - wenn mal etwas nicht geklappt hat oder jemand lachen musste - werden ebenfalls zu einem kleinen Film zusammen geschnitten. Und Zweitens: Die hollywoodreife Premiere aller Filme auf der großen Leinwand des Burger Kinos am 16. März.