Gommern l Etwa 120 Kinder der Klassen 1 bis 4 besuchen täglich in den Ferien den Hort „Weinbergstrolche“. Manche die ganzen Ferien, andere ein oder zwei Wochen. Doch nur, weil man vielleicht nicht in den Urlaub fährt und einen Teil oder die ganzen Ferien zu Hause verbringt, ist noch lange keine Langeweile angesagt. Das Ferienprogramm, das sich Kirsten Flügge, Leiterin des DRK Hortes, gemeinsam mit ihrem Team für die Ferienkinder überlegt hat, ist schier unglaublich.

Etwas anderes erleben

„Wir versuchen, dass die Kinder fernab vom normalen Schulalltag in den Ferien etwas erleben, was völlig anders ist als der übliche Hortbetrieb. Aber natürlich betrachten wir unser Programm auch als Bildungsangebot, sodass die Kinder immer wieder Aha-Momente haben. Danach haben wir auch einen Teil unserer Ausflüge ausgerichtet, wie zum Beispiel den Ausflug in den Elbauenpark mit Besuch der Ausstellung im Jahrtausendturm oder die Fahrt nach Wolfsburg ins Wissenschaftsmuseum Phaeno“, erklärt Kirsten Flügge das Konzept.

Wünsche und Erwartungen

Die jahrelange Erfahrung spielt ihr dabei in die Hände und ein besonderes Procedere. „Nach jeden Ferien gibt es Umfragebögen für die Kinder und Eltern, anhand derer wir dann auswerten können, was gut ankam und was eventuell nicht so gut. Und die Kinder können natürlich auch Wünsche äußern. Aus diesen Wünschen und Erwartungen stellen wir dann das neue Programm zusammen“, erklärt Kirsten Flügge, wie die Planung der Ferien im Grunde schon direkt nach dem Ende der alten beginnt.

Bilder

Viel verreisen

Vor einigen Jahren hatte man sich entschlossen, in den Ferien viel zu verreisen. „Dafür bitten wir die Eltern, ihren Kindern das Schülerferienticket zu kaufen. Wir versuchen zudem, den Kostenaufwand generell so gering wie möglich zu halten“, sagt sie. Das Ticket kostet 27 Euro und gilt für Busse und Bahnen in ganz Sachsen-Anhalt. Damit steht Ausflügen nach Nah und Fern nichts mehr im Wege. Davon machen die Weinbergstrolche drei Mal in der Woche Gebrauch. Jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag geht es auf große Tour.

Die Umgebung erleben

„Es muss nicht immer der Mallorca-Urlaub sein. Wir haben hier in der Umgebung so viele tolle Sachen, die man entdecken kann – und das auch mit wenig Geld. Man muss es nur machen“, sagt die engagierte Hortleiterin. Und so stehen Ausflüge nach Möckern ins Freibad auf dem Programm, in den Magdeburger Zoo, zur Landesgartenschau nach Burg, in den Elbauenpark, Kino in Magdeburg und eine etwas weitere Fahrt nach Wolfsburg in das Phaeno, wo es für die Kinder vieles zu entdecken und zu bestaunen gibt.

Sommercamp in Zichtau

Zudem waren die Strolche in der vergangenen Woche im Sommercamp in Zichtau mit täglichen tollen Ausflügen und Programmpunkten. Als wäre das noch nicht genug, bietet der Hort auch noch ein Kanu-Camp in Pretzien an, wo derzeit zwei Gruppen Kanufahren lernen. „Da muss ich unbedingt noch meinen Dank an Familie Arnold richten, die uns dort seit Jahren unterstützen“, sagt Kirsten Flügge.

Auf die Frage, wie man so ein Programm stemmen kann, stapelt sie tief: „Ja, es ist schon eine logistische Herausforderung, aber über die Jahre hat man da auch schon Erfahrung.“