Lostau l Es ist eine Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. Ein Mann in Bitterfeld, gelernter Gärtner, und eine Frau aus Altenburg, gelernte Gärtnerin, finden zueinander, ganz ohne Partnerportale und E-Mails.

Grundstein

Den Grundstein dafür legte allerdings Bärbel Heyne, geborene Frenger. Sie annoncierte 1967 in der Fachzeitschrift „Gärtnerpost“: „Gärtnerin mit Kind sucht Gärtner fürs Leben“. Gelesen haben das sicher viele, aber nur drei meldeten sich tatsächlich. Einer davon war Christoph Heine. Ganz klassisch per Brief.

„Er schrieb mir einen sehr humorvollen Brief, der seine Ernsthaftigkeit aber nicht vermissen ließ. Das hat mich angesprochen“, erinnert sich Bärbel Heyne zurück.

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Viel zu tun für die Post

Über viele Wochen haben sich beide geschrieben. Die Post hatte viel zu tun. „Es gab ja aber auch viel zu erfahren. Jeder hatte Fragen an den anderen“, sagt Christoph Heyne. Drei Monate lang ging das so, dann fassten sich beide ein Herz und verabredeten ein Treffen. Eines, und das vorweg, das seine Hindernisse hatte.

„Verabredet war, dass sie auf dem Bahnsteig in Altenburg steht und winkt“, erklärt Christoph und seine Bärbel fügt an: „Nur kam da kein Zug an, weil Schienenersatzverkehr fuhr.“

Treffen mit Hindernissen

Getroffen haben sich beide aber schließlich doch. Nicht am Bahnhof, sondern im Bus nach Altenburg.

„Sie wollte gerade einen anderen jungen Mann ganz hinten im Bus ansprechen, da bin ich dazwischen. Die Frau wollte ich mir nicht entgegen lassen“, erzählt Christoph Heyne, während seine Frau lächelt. „Die Schachtel Pralinen, die er dabei hatte, brach das Eis“, fügt sie schließlich an.

Weg zu dritt

Was ein echter Gentleman ist, der führt seine Angebetete natürlich zum Essen aus. Dies tat auch Christoph. Nur mit der Heimfahrt auf den elterlichen Hof war es für Bärbel schwierig. Der bestellte Taxifahrer verstand statt Greipzig Leipzig und wollte beide auf halber Strecke rauswerfen. Aber auch das meisterten die beiden, deren Weg sich nun zu dritt, gemeinsam mit Bärbels Tochter Ute, fortsetzte.

Geheiratet wurde schließlich standesamtlich und kirchlich. Die goldenen Ringe ließ sich Christoph von seiner Tante aus dem Westen schenken. Der Pfarrerssohn sowie Bärbel samt Tochter Ute zogen zunächst auf Bärbels elterlichen Hof, ehe sie an verschiedenen Stationen haltmachten und schließlich Fuß fassten. Nach Lostau kamen sie erst 1981. Hier fingen beide im örtlichen Fachkrankenhaus an.

Christoph Heyne hatte 1972 eine Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen und diese später noch zum Fachpfleger für Inneres erweitert. Seine Bärbel blieb als Gärtnermeisterin in der betriebseigenen Gärtnerei ihrem erlernten Beruf treu.

Große Familie

Tochter Karin und Sohn Falk vervollständigten 1967 beziehungsweise 1971 die Familie. Zu dieser gehören heute drei Enkel und zwei Urenkel.

2002 ging Bärbel in den Ruhestand, 2005 folgte ihr Mann. Ihr Haus in der Lostauer Möserstraße verkauften sie 2007. Seitdem genießen beide das Leben in einer kleinen Wohnung in Lostau.

Zur goldenen Hochzeit wurden beide in der Lostauer Kirche von Superintendentin Ute Mertens eingesegnet. Die Familie und viele Freunde waren natürlich dabei.