Trauerhallen

Ein Trauerspiel an sich: Ortschaftsrat Zeppernick beabsichtigt, drei Trauerhallen zu entwidmen

Die drei Trauerhallen in den Zeppernicker Ortsteilen Dalchau, Kalitz und Zeppernick sollen entwidmet werden. Eine diesbezügliche Empfehlung an den Stadtrat von Möckern hat der Ortschaftsrat Zeppernick jetzt beschlossen.

Von Stephen Zechendorf
TIn den vergangenen Jahren kam die Trauerhalle in Dalchau kaum zum Einsatz.
TIn den vergangenen Jahren kam die Trauerhalle in Dalchau kaum zum Einsatz. Foto: Stephen Zechendorf

Zeppernick/Dalchau/Kalitz - Wohl keiner ist wirklich gerne in einer Trauerhalle, und ganz offensichtlich will auch keiner solche Trauerhallen haben: Weil die drei Gebäude in den Ortsteilen Kalitz, Dalchau und Zeppernick in einem sehr schlechten Zustand sind, finden die Trauerfeiern seit Langem schon zumeist in den Kirchen der jeweiligen Dörfer statt.

Es gibt keine hoheitliche Verpflichtung für die Stadt, kommunale Trauerhallen für kirchliche Friedhöfe vorzuhalten.

Stadtverwaltung MöckernBei den Friedhöfen in den drei Orten handelt es sich um kirchliche Gottesacker. Eigentümer der Trauerhallen ist jedoch die Stadt Möckern. Und die würde sich gerne von den drei in die Jahre gekommenen Immobilien trennen, um die laufenden Unterhaltskosten einzusparen.

„Es gibt keine hoheitliche Verpflichtung für die Stadt, kommunale Trauerhallen für kirchliche Friedhöfe vorzuhalten“, heißt es seitens der Stadtverwaltung. Ein Kaufangebot an die evangelische Kirche wurde gemacht, eine offizielle Antwort steht noch aus. Errichtet wurden die Hallen in Zeppernick und Dalchau Mitte der 1980er-Jahre, zu einer Zeit, in der die „Nutzung der Kirche für Trauerfeiern in der ehemaligen DDR nicht erwünscht oder Nichtmitgliedern der Kirche verwehrt war“, heißt es in der Beschlussvorlage der Möckeraner Stadtverwaltung.

„Die Trauerhalle in Kalitz ist ein Trauerspiel an sich“, hieß es am zurückliegenden Donnerstag in der Ortschaftsratssitzung. Mit einer Größe von gerade mal 27 Quadratmetern ist sie für Trauerfeiern nicht wirklich geeignet. 1965 erbaut, wurde sie in den vergangenen zehn Jahren nicht genutzt. Angedacht ist, die Trauerhalle nach ihrer Entwidmung abzureißen.

Nur drei Trauerfeiern in 9 Jahren

Gleiches Schicksal dürfte auch der Trauerhalle im benachbarten Dalchau drohen: „Auch hier sind in Zukunft mehr Kosten und Ärger zu erwarten“, mutmaßte Zeppernicks Ortsbürgermeister Manfred Zerm (FDP).

In den Jahren 2011 bis 2020 fanden hier gerade mal drei Trauerfeiern statt. Errichtet etwa im Jahr 1984, befindet sich die 72 Quadratmeter große Trauerhalle auf kommunalem Grund, die Zuwegung erfolgt jedoch über das angrenzende kirchliche Friedhofsgrundstück. Die Kirchengemeinde will den Weg neu gestalten, eine direkte Zuwegung gibt es danach nicht mehr.

Anders könnte mit der Trauerhalle im Ort Zeppernick verfahren werden. Der bauliche Zustand - obwohl seit Errichtung nie modernisiert - ist noch vertretbar, jedoch finden auch hier die Trauerfeiern meist in der schmucken Dorfkirche statt. Die letzte Trauerfeier fand 2014 statt, in den zurückliegenden zehn Jahren waren es zwei Trauerfeiern.

Auch in Dalchau sind in Zukunft mehr Kosten und Ärger zu erwarten.

Manfred Zerm, Ortschef Zeppernick

Die sieben Zeppernicker Ratsleute verständigten sich darauf, dass der Raum als Abstellgelegenheit für Gerätschaften der Ortschaft erhalten bleiben sollte. Schon jetzt wird er so genutzt. Gleich nebenan stand bis vor wenigen Jahren ein Dorfgemeinschaftshaus, die Weihnachtsmärkte finden seit ein paar Jahren auf der angrenzenden Freifläche statt.

Einstimmig sprachen sich die Zeppernicker Ratsleute für die Entwidmung aller drei Trauerhallen aus. Die Stadtverwaltung von Möckern bereitet derzeit eine Überarbeitung der Friedhofsgebührensatzung vor. Darin sind auch die Gebühren für die kommunalen Trauerhallen inbegriffen.

Die Trauerhalle in der Zeppernicker Ortschaft Kalitz kann als solche nicht wirklich genutzt werden.
Die Trauerhalle in der Zeppernicker Ortschaft Kalitz kann als solche nicht wirklich genutzt werden.
Foto: St. Zechendorf