Burg l Die vorgeschalteten städtischen Ausschüsse favorisieren den Eigenbetrieb. Doch es sind noch wesentliche Fragen offen. Das Thema Stadthalle polarisiert und entzweit auch den Stadtrat. Was ist die beste Lösung: Eine kommunale Betreibung oder die private Regie? Für die einen Stadträte steht fest: Der Weg kann nur zurück zur Stadt führen; andere bescheinigen Janin Niele mit ihrer PSE Service GmbH eine gute Ausgangsbasis, andere setzen auf eine private Betreibung, aber am liebsten mit einem ganz neuen Pächter. Und dann gibt es noch die Stadträte, die sich mit allen Lösungen nahezu überfordert fühlen, eine passende Entscheidung zu treffen.


Fakt ist: Die bisherigen Ausschüsse haben in der vergangenen Woche allesamt dafür gestimmt, die Einrichtung wieder durch die Stadt zu betreiben. Damit ist eine Richtung zu erkennen, jedoch noch lange nicht das Ergebnis. Dreh- und Angelpunkt ist nämlich die Frage, wer konkret soll die Stadthallengeschäfte führen? Das Personal innerhalb der Stadtverwaltung oder Mitarbeiter, die neu eingestellt werden? Kann die Stadt angesichts ihres Defizites noch einmal einen sechsstelligen Betrag für Personalkosten schultern? Fragen, die noch ungeklärt sind.


Alle Entscheidungsträger sind jetzt in der Klemme. Dafür sorgte auch ein Antrag von Reinbern Erben (Fraktion Erben/Dr. Wolffgang) im Finanzausschuss, kein zusätzliches Personal bei eigener städtischer Bewirtschaftung einzustellen. Stadträte von SPD, Linken und Freien Wählern sehen das skeptisch: „Wenn wir die Stadthalle qualitativ besser voranbringen wollen, brauchen wir auch hochqualifizierte, vernetzte Leute. Und die kosten Geld“, sagte ein Stadtrat am Freitag. 


Genau darum rankt sich aber die Diskussion in den Fraktionen. „Es sind noch Fragen offen, die erörtert werden müssen“, sagte auch Frank-Michael Ruth, Chef der CDU/FDP/BFW-Fraktion.
Und dann gibt es auch noch Fraktionsmitglieder in nahezu allen Fraktionen, die in einer befristeten Vertragsverlängerung eine Chance für die PSE sehen, auch mehr investieren zu können und die Gastronomie endlich zu entwickeln. Denn: Neben einzelnen Misserfolgen sind auch viele Veranstaltungen gut angenommen worden.


Unterdessen ist die Lage zwischen Stadt und der PSE angespannt. „Wir als Stadt haben uns die Zusammenarbeit anders vorgestellt. Es gab nach der Verlängerung des Vertrages zunehmend Kritiken und Beschwerden von Institutionen, Unternehmen und auch Vereinen“, umreißt Stadt-Pressesprecher Bernhard Ruth den Grund für die aktuelle Verfahrensweise. „Für eine Art öffentlichen Streit sind wir aber nicht zu haben“, so Ruth.


Janin Niele ist enttäuscht. „Ein Drei-Jahresvertrag wäre für uns die Chance, unser komplettes Potential auszuschöpfen und langfristig zu planen, was aktuell nicht möglich ist.“ Ein Nein bedeute für die 25-jährige Pächterin den finanziellen Ruin. In die Stadthalle seien laut Niele weit mehr als 60 000 Euro investiert. Auch mit Blick auf die Zukunft. Ein Betrag, der sich niemals wieder refinanzieren werde ohne langfristigen Vertrag.
Die Stadt wiederum verweist darauf, dass zu keiner Zeit Investitionsverpflichtungen in irgendeiner Höhe gefordert worden seien. Die PSE, seit Dezember 2015 Pächterin, hätte alle Möglichkeiten gehabt, sich zu beweisen – ohne Zwangsauflagen.